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Dr. Müller-Wohlfahrt erinnert sich an die Guardiola-Zeit: „Hätte Uli Hoeneß gebraucht“

Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt
Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Er zählt zu den anerkanntesten Sportmediziner der vergangenen Jahrzehnte. Gut 40 Jahre war der heute 78-Jährige Mannschaftsarzt der Münchner und hat darüber hinaus prominente Sportler wie Tennis-Ass Boris Becker und 100-Meter-Weltrekordler Usain Bolt betreut. Trotz der rasanten Entwicklung im medizinischen Bereich hatte Müller-Wohlfahrts Wort immer Gewicht. Lediglich mit Ex-Bayern Coach Pep Guardiola geriet der Mediziner aneinander, wie er gegenüber der Bild berichtete.

Von 1977-2015 und von 2017 bis 2020 war der Orthopäde für den Deutschen Rekordmeister tätig. Grund für die zweijährige Unterbrechung war bekanntermaßen das gestörte Verhältnis zwischen Pep Guardiola und dem langjährigen Mannschaftsarzt. So dauerte dem Ex-Bayern-Coach der Heilungsprozess seiner Spieler entschieden zu lange. „Wir konnten nicht miteinander. Er hat sich in meine Kompetenzen eingemischt. Ich weiß aber selbst, was ich bei Verletzungen zu tun habe“, wird Müller-Wohlfahrt deutlich. Eine Verärgerung, die durchaus nachvollziehbar ist, zumal es dem Katalanen wohl genauso wenig gepasst hätte, wenn sich ein Arzt in die Mannschaftsaufstellung oder Taktik einmischen würde. Lediglich einer hätte diesen Disput lösen können, doch dieser saß zu jener Zeit gerade seine Haftstrafe ab. „Ich hätte ihn so dringend gebraucht. Er hat mir immer den Rücken gestärkt und später gesagt: Da hätte man doch vermitteln können“, so der ehemalige Bayern-Arzt. „Uli hatte die Autorität zu sagen: Pep, lass den Mull in Ruhe arbeiten, der hat nie eine Fehlentscheidung getroffen“, führt er fort. Doch aufgrund des Fehlens von Hoeneß, entschied sich Müller Wohlfarth das Team zu verlassen und kehrte erst nach Guardiolas Amtszeit zurück, ehe er Ende Juni seine Tätigkeit endgültig beendete.

Müller-Wohlfahrt beeindruckt von Buffon: „Eine großartige Geste“

Aus seiner Zeit im Fußball-Geschäft zieht der Arzt trotz mancher Reibereien viel positives. Besonders beeindruckt zeigt er sich von der italienischen Torwart-Legende Gianluigi Buffon, der den Arzt als Patient kannte. „Kurz vor Anpfiff eines Länderspiels gegen Italien kam er noch in den Katakomben zu mir und sagte: Du musst zur Mannschaft zurückkommen, die Spieler brauchen dich. Er war wohlgemerkt unser Gegenspieler. Eine große Geste von ihm“, zeigt sich Müller-Wohlfahrt beeindruckt. Neben seiner Bayern Tätigkeit war dieser zudem 23 Jahre für die Nationalmannschaft tätig.