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Bayern-Jahresrückblick 2020 – April: Cyber-Training und DFL-Konzepte

David Alaba
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In jeglicher Hinsicht hat der FC Bayern München ein denkwürdiges Jahr 2020 erlebt. Erst schlug die Corona-Pandemie mit voller Wucht zu, dann kehrte der Spielbetrieb ohne Zuschauer zurück und die Münchner eilten von Titel zu Titel. Der sonderbarste Monat war zweifellos der April, denn der FCB durfte kein einziges Spiel absolvieren. In unserem Jahresrückblick beschäftigen wir uns im Folgenden ganz speziell mit diesem merkwürdigen und denkwürdigen Monat.

Am 8. März 2020 absolvierte der FC Bayern München sein letztes Pflichtspiel für längere Zeit als der FC Augsburg in der vollbesetzten Allianz Arena mit 2:0 besiegt wurde. Bereits einen Tag später gab die Deutsche Fußball-Liga (DFL) bekannt, dass der kommende Spieltag ohne Zuschauer auskommen müsse. Nur wenige Tage später war auch dieses Vorhaben passé und die DFL musste den Spielbetrieb bis zum 2. April 2020 ruhen lassen.

Doch auch im April konnte es nicht wieder losgehen. Aufgrund der immer schlechter werdenden Corona-Fallzahlen beschloss die DFL-Mitgliederversammlung am 31. März 2020, dass es im gesamten April keine Ligaspiele mehr geben könne. Auch der DFB reagierte und sagte die Spieltage in der 3. Liga ab. Die zweite Mannschaft des FC Bayern München rangierte bei Unterbrechung der Saison mit 41 Punkten auf Rang sieben.

Die DFL wollte die Bundesliga-Saison unbedingt fortsetzen und nicht – wie z.B. in Frankreich (Paris Saint-Germain wurde zum Meister ernannt) – abbrechen. Es wurde die Task Force Sportmedizin / Sonderspielbetrieb gebildet und ein Konzept zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs erarbeitet und vorgestellt. Dieses Konzept, das am 23. April 2020 präsentiert wurde, sah unter anderem vor, dass sich während Geisterspielen maximal 300 Personen im Innenraum des Stadions, auf den Tribünen und auf dem Gelände aufhalten dürfen. Außerdem sollten die Akteure und Betreuer regelmäßig Corona-Tests unterzogen werden. DFL-Geschäftsführer Christian Seifert sagte, dass dies „nicht einmal 0,4 Prozent“ der bundesweiten Testungen ausmachen würde.

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Einen Termin zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs gab es zunächst aber noch nicht. In Politik und Gesellschaft wurde kontrovers darüber diskutiert, ob es ethisch vertretbar wäre, Profifußball in den Zeiten der Pandemie wieder zu erlauben. Am 29. April 2020 wurde das DFL-Konzept schließlich vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales akzeptiert. „Aus arbeitsschutzrechtlicher Sicht“ sei die Fortsetzung der Saison „nicht mehr problematisch“, so Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zu diesem Zeitpunkt.

Anfang Mai sollte schließlich das Mannschaftstraining wieder aufgenommen werden. Die Profis der Bayern hatten sich nach individuellen Konzepten zuhause fit gehalten. Der FCB arbeitete akribisch und setzte nach dem Doha-Trainingslager vom Winter den zweiten immens wichtigen Grundstein für den Gewinn des Triples Monate später. Auch die zweite Mannschaft des Rekordmeisters arbeitete akribisch und intensiv und sollte im Sommer mit dem Meistertitel in der 3. Liga den gerechten Lohn für ihre Mühen einfahren.