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Zwischenbilanz nach 13 Spieltagen: Die Neuzugänge sind bei den Bayern noch kein Faktor

Leroy Sane
Foto: Gonzalo Arroyo Moreno/Getty Images

Ein sehnsüchtig erwarteter Kracher und fünf Last-Minute-Transfers: So lässt sich die Sommer-Transferphase der Bayern in Kürze zusammenfassen. Doch wie haben Leroy Sané und Co. in ihren ersten Monaten abgeliefert? Wir ziehen ein Zwischenfazit.

Als Neuzugang beim amtierenden Triple-Sieger Fuß zu fassen, ist selbstverständlich keine ganz leichte Aufgabe. So ist es nicht überraschend, dass es keiner der Neuzugänge zum Stammspieler geschafft hat. Dies spiegelt sich auch in der Spielzeit der Neu-Münchner wieder. Mit 805 Minuten steht Leroy Sané hierbei noch am besten da. Die Last-Minute Verpflichtungen Bouna Sarr (546 Minuten), Douglas Costa (503 Minuten), Choupo-Moting (385 Minuten) und Marc Roca (267 Minuten) mussten dagegen oft zurückstecken. Zwar wurde ein Großteil der Spieler mehr zur Verstärkung der Breite geholt, so ist der ein oder andere womöglich dennoch etwas enttäuscht.

Einen besonders schweren Stand hat derzeit Leroy Sané, der natürlich auch der größten Erwartungshaltung ausgesetzt ist. Bisher zeigte er seine Qualitäten zu unkonstant und wurde zum Ende der Hinrunde zu einen „Problemfall“. Bislang kommt der Außenbahnspieler auf fünf Tore und drei Vorlagen, scheint bei den Bayern jedoch noch nicht richtig angekommen zu sein. Jedoch spielt hierbei auch sein gerade erst überwundener Kreuzbandriss eine Rolle. So kann man definitiv noch nicht sagen, dass die rd. 50 Millionen Euro eine Fehlinvestition der Münchner waren.

Sarr, Costa und Choupo-Moting noch keine Faktoren

Bei Bouna Sarr ist das ganze schon ein wenig kritischer zu sehen. Von Beginn an hatte der Franzose Probleme seinen Status als B-Lösung abzustreifen. Zwar zeigte er einige gute Ansätze in der Offensive, so scheint er alles in allem keine Verstärkung für die Münchner zu sein. Zu schwach präsentiert sich der 28-jährige in Punkto Passspiel, Spielverständnis und Zweikampfverhalten. Hier wäre eine jüngere Alternative, wie beispielsweise Ridle Baku, die bessere Lösung gewesen. Auch ein Chris Richards zeigte in dieser Saison schon bessere Leistungen. Die acht Millionen hätte man sich wohl sparen können.

Douglas Costa war wohl der überraschendste Neuzugang der Sommerpause. Zurück an alter Wirkungsstätte wurde aber sichtlich, dass er ein wenig an Speed eingebüßt hat. Zwar präsentiert er sich technisch ansprechend wie eh und je, die ganz großen Glanzpunkte konnte er jedoch nicht setzen. Aktuell stehen für den 30-jährigen ein Tor und drei Vorlagen zubuche. Als ablösefreier Leihspieler erfüllt Costa seine Rolle ordentlich, scheint jedoch keinen Druck auf einen Stammplatz ausüben zu können.

Der ehemalige PSG-Stürmer Choupo Moting wurde einzig und alleine als Ersatz von Robert Lewandowski geholt. Genauso ist es auch gekommen. Mit drei Toren und einer Vorlage legt der 31-jährige ordentliche Zahlen auf und befindet sich in der Rangordnung vor Joshua Zirkzee. Klar ist aber auch: Sollte Robert Lewandowski verletzt ausfallen, kann Choupo-Moting diesen nicht ansatzweise ersetzen. Hierfür müssten die Münchner tiefer in die Tasche greifen, als beim ablösefreien Kameruner, der das bringt, was man erwarten konnte.

Versprechen für die Zukunft? Roca und Dantas benötigen noch Zeit

Mit größeren Ambitionen machte sich Marc Roca auf dem Weg nach München. Allerdings lief es für den Spanier, trotz angespannter Personallage, alles andere als gut, was auch seine geringe Spielzeit verdeutlicht. So bekräftigte Hansi Flick mehrmals, dass der ehemalige U21-Nationalspieler noch Zeit benötigt, um die Spielweise der Münchner zu verinnerlichen. Wenn er aber dann doch mal ran durfte, präsentierte er sich sehr ordentlich, indem er sich auf sein gutes Passspiel als Mittelfeld-Stratege verließ. Die neun Millionen an Ablöse sollte der 24-jährige definitiv wert sein.

Zu guter Letzt wäre da noch Tiago Dantas, der von Benfica Lissabon ausgeliehen wurde. Allerdings war der 20-jährige bislang nur für Bayern II im Einsatz. Ab 2021 ist er jedoch auch für das erste Team spielberechtigt und soll fortan größtenteils mit den Profis trainieren. Dies beweist, dass man in München durchaus zufrieden mit seinen ersten Schritten ist.