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Ultras kritisieren Bayern-Bosse scharf: „Werte des Vereins werden mit Füßen getreten“

Karl-Heinz Rummenigge
Foto: Friedemann Vogel - Pool/Getty Images

Dass der FC Bayern polarisiert, wie kein anderer Bundesligaklub, wird auch derzeit immer wieder deutlich. So sorgten Aussagen von Karl-Heinz Rummenigge und Hansi Flick zuletzt für Zündstoff. Dies gilt auch für die Teilnahme an der FIFA Klub-WM und die heftige Erzürnung über die Verzögerungen beim Hinflug, die auf wenig Verständnis stießen. Selbst bei den eigenen Anhängern wird zunehmend Kritik an der Außendarstellung des Vereins deutlich.



Ewige Vereinstreue und lautstarker Support für die Spieler auf dem Platz sind nur ein Teilaspekt der Prinzipien von sogenannten Ultra-Gruppierungen. So äußern sich diese auch zu gesellschaftlich-politischen Themen und Vorgängen im Verein, die sie mal mehr und mal weniger gutheißen. Die kann für den Verein mitunter auch durchaus unangenehm werden. Derzeit ist beispielsweise die Gruppierung „Red Fanatic“ gar nicht gut auf den Klub zu sprechen. So bezeichnete die Fan-Gruppierung das momentane Auftreten sowie die Außendarstellung der Führungsriege als „abstoßend widerlich. Im Kreuzfeuer der Kritik steht vor allem Karl-Heinz Rummenigge. Dieser trete „die Werte, die der Verein eigentlich vermittelt oder vermitteln möchte, regelmäßig mit Füßen“, ließ die Gruppierung in einem öffentlichen Statement verlauten. So gaben sie sogar an, sich für den Vorstandsvorsitzenden der Münchner „schämen zu müssen“.

„Leben in einer Parallelwelt“

„Red Fanatic“ gehen mit ihrer Kritik noch weiter und bemängeln vor allem den fehlenden Realitätsbezug der Bosse. „Die feinen Herren in der oberen Etage leben mittlerweile in ihrer eigenen Parallelwelt und haben scheinbar den Bezug zur Realität und der Tatsache, dass wir uns immer noch in einer Pandemie befinden, in der viele Menschen wirklich Existenzängste haben, komplett verloren,“ so die Gruppierung. Hiermit spricht diese unter anderem das Verhalten der Münchner infolge des verspäteten Hinflugs nach Katar an. So sei sich Rummenigge „verarscht vorgekommen“, während Hoeneß von einem „Skandal ohne Ende“ sprach. Nicht leicht nachzuvollziehen für die breite Bevölkerung, die in den letzten Monaten nicht viel mehr als die eigenen vier Wände betrachten konnte. Auch die Aussage von Rummenigge, dass die Spieler als Vorbilder beim Impfen sein könnten oder die Kritik von Hansi Flick an Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach wurde zum Ansatz des negativen Statements genommen.

Ultras kritisieren auch die Bayern-Stars

Ganz unbescholten kamen jedoch auch die Spieler nicht weg. So werden „ästhetische Veränderungen, wie Tatoo- und Friseurtermine nicht unbedingt als Vorbild für die Gesellschaft“ bezeichnet. Corentin Tolisso sorgte mit seinem Tattoo-Vorfall für viel negative Schlagzeilen, welcher ihm prompt eine Strafe einbrachte.

Gruppierung holt zum „Rundumschlag“ aus

Doch auch fernab der Corona-Problematik, sind die „Red Fanatic“ nicht mit allen Vorgängen im Verein einverstanden. So bemängeln die Ultras, dass die Münchner sich gegen die Beleidigungen gegen Alphonso Davies und dessen Freundin Jordyn Hitema im Netz nicht klar genug distanziert haben. Gleiches gilt für den Rassismus-Skandal, dessen Aufklärung für Teile der Fans nicht zufriedenstellend ausgefallen sei.

Hierbei zeigt sich mal wieder, dass soziale Initiativen, wie „Rot gegen Rassismus“ oder auch „We kick Corona“ von Leon Goretzka und Joshua Kimmich nicht alles sind. So gilt es eben in erster Linie selbst mit gutem Beispiel voranzugehen und reflektierte Handlungen und Aussagen zu tätigen. Ein Punkt, bei dem auch ein Weltklub wie der FC Bayern noch einiges an Luft nach oben hat.

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