Bundesliga

Mediziner fordern Fan-Rückkehr in die Fußball-Stadien

Allianz Arena
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Die Deutsche Fußball-Liga DFL hat sich Anfang der Woche mit anderen großen Kultur- und Sportverbänden für eine zeitnahe Rückkehr von Zuschauern bei Großveranstaltungen stark gemacht und ein neues Konzeptpapier veröffentlicht. Nun fordern auch führende Intensivmediziner in Deutschland die Rückkehr der Zuschauer in die Fußball-Stadien.



Während es in den vergangenen Wochen eher ruhig geworden ist in Sachen Fan-Rückkehr, kommt mittlerweile wieder deutlich mehr Bewegung in dieses Thema. Neben den Klubs und der DFL, regen nun auch Intensivmediziner eine Rückkehr der Zuschauer unter kontrollierten Rahmbedingungen und einem strengen Hygienekonzept an. Der Grund dafür: Die Wissenschaftler wollen mehr darüber erfahren ob und wie sich das Coronavirus bei Großveranstaltungen ausbreitet. Dazu müssen jedoch entsprechende Untersuchungen unter realen Bedingungen durchgeführt werden.

„Der DFB hat ausreichende Mittel, um einen solchen Studienaufbau zu finanzieren“

Christian Karagiannidis, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensiv- und Notfallmedizin, äußerte sich wie folgt dazu: „Obwohl wir seit mehr als einem Jahr mit der Corona-Krise zu kämpfen haben, gibt es noch immer keine validen Daten zum Infektionsrisiko bei Großveranstaltungen.“ Fußball-Stadien wären demnach ideal, um Testläufe auch für andere Veranstaltungsorte durchzuführen, betonte Karagiannidis.

Wie bereits in der Testphase vergangenen Oktober wird vor dem Zutritt zum Stadion die Temperatur der Zuschauer gemessen. Wer eine höhere Körpertemperatur als 38 Grad Celsius hat, darf nicht rein. Im Anschluss erfolgt ein PCR-Test. Im Stadion selbst sollen die Fans dann in unterschiedliche Gruppen aufgeteilt werden: „Ein Sitzblock bekommt durchgehend FFP2-Masken, ein anderer Block den etwas einfacheren medizinischen Mund-Nasen-Schutz, dessen Schutz aber auch sehr effektiv ist.“ Somit könnte man je nach Stadion bis zu 50 Prozent der Kapazität ausschöpfen.

Alle Fans müssten sich zudem bereit erklären drei Tage nach dem Stadionbesuch wieder einen PCR-Test machen zu lassen. Anhand dieser Daten ließe sich ablesen, wie viele Menschen bei negativem Schnelltest trotzdem Corona-positiv waren, wie viele erst nach dem Spiel eine Infektion aufwiesen und wie viele sich möglicherweise im Stadion angesteckt haben.

Laut Karagiannidis hätte der „Deutsche Fussball-Bund hat ausreichende Mittel, um einen solchen Studienaufbau zu finanzieren“. Auch das Eigeninteresse möglichst schnell Zuschauer wieder in Stadien zu lassen sei groß.