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Müller-Comeback beim DFB – Seine berühmten Bayern-Vorgänger

Lothar Matthäus
Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Bundestrainer Joachim Löw gab diese Woche dem „kicker“ ein ausführliches Interview und äußerte sich dabei unter anderem auch über Thomas Müller, Jérôme Boateng und Mats Hummels. Die „besonderen Corona-Umstände“ sorgen dafür, dass Löw wohl doch zurückrudert und darüber nachdenkt, den ein oder anderen wieder ins Boot zu holen. In der Vergangenheit gab es schon einige Spieler, die nach längerer Abwesenheit wieder in Nationalelf zurückkehrten. Wir schauen uns die Wichtigsten mal genauer an.



1. Lothar Matthäus – Comeback mit 37 Jahren

Unglaubliche 150 Länderspiele absolvierte der Weltmeister-Kapitän von 1990 für den DFB. Und das obwohl er zwischen Dezember ’94 und Mai ’98 nicht einmal zum Einsatz kam. Nach einem Achillessehnenriss wollte der gebürtige Franke eigentlich wieder durchstarten, Bundestrainer Berti Vogts verwehrte ihm allerdings die Nominierung, weil er wusste, dass er sich mit Jürgen Klinsmann nicht wirklich gut verstand. Dadurch verpasste Matthäus auch die EM 1996 und somit auch einen weiteren Titel in seiner Sammlung.

Doch vor der WM 1998 in Frankreich stand es nicht besonders gut um den deutschen Fußball. Matthäus zeigte beim FC Bayern trotz schon beachtlichen Alters starke Leistungen, und Vogts entschied sich teils freiwillig, teils von der Öffentlichkeit unter Druck gesetzt, den Libero für das Turnier zu nominieren.

Deutschland schied letztendlich trotzdem im Viertelfinale gegen Kroatien (0:3) aus, für Lothar Matthäus sollte die Nationalmannschaftskarriere aber noch bis zur EM 2000 weitergehen.

2. Paul Breitner – Schluss mit 23!

Europameister ’72, Weltmeister ’74! Doch dann war Schluss für Paul Breitner – mit 23! Mit dem damaligen Bundestrainer Helmut Schön kam der Siegtorschütze vom WM-Finale ’74 gegen die Niederlande (2:1) überhaupt nicht zurecht und trat aus der Nationalmannschaft zurück.

Erst 1981, mittlerweile von Real Madrid über Eintracht Braunschweig wieder zurück zu den Bayern gewechselt, wagte der Oberbayer einen zweiten Versuch. Schön war mittlerweile von Jupp Derwall abgelöst worden und unter dem neuen Bundestrainer funktionierte es viel besser. Breitner spielte noch die durchaus erfolgreiche WM ’82, bei der sich im Finale gegen Italien (1:3) wieder in Torschützenliste eintragen konnte.

Damit ist Breitner neben Zidane und Pelé der einzige Spieler, der in zwei WM-Endspielen treffen konnte.

3. Stefan Effenberg und die Stinkefingeraffäre

FOTO: BONGARTS/getty images

Der Champions-League-Titel 2001 des FC Bayern ohne Stefan Effenberg? Undenkbar! Während seine Karriere auf Vereinsebene von Titeln gepflastert ist, konnte der Tiger in der Nationalmannschaft nie wirklich Fuß fassen. Schuld daran war die Stinkefingeraffäre während der WM ’94.

Nach einem mauen 3:2 gegen Südkorea im letzten Gruppenspiel ließ sich Effenberg nach der Partie zu seiner berühmten Geste in Richtung der deutschen Fans hinleiten. Bundestrainer Vogts blieb keine andere Möglichkeit, als den Spielmacher aus der Nationalmannschaft zu streichen. DFB-Präsident Egidius Braun sorgte sogar dafür, dass dieser Ausschluss bis über die Weltmeisterschaft hinaus Bestand hatte.

Erst nach der verkorksten WM ’98 begnadigte „Immer-noch-Coach“ Vogts den Blondschopf und nominierte ihn für zwei Freundschaftsspiele. Die Ergebnisse gegen Malta (2:1) und Rumänien (1:1) waren jedoch nicht wirklich berauschend. Sie sollten für beide die letzten Spiele für den DFB sein.

Einer weiteren Nominierung von Rudi Völler zwei Jahre später erteilte Effenberg höchstselbst die Absage.

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