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Rummenigge verteidigt Katar-Partnerschaft: „Der FC Bayern ist auch ein Wirtschaftsunternehmen“

Karl-Heinz Rummenigge
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Mit seiner Haltung in Bezug zu Katar hat sich Karl-Heinz Rummenigge einige Gegner in der Münchner Fanszene geschaffen. So sind viele Bayern-Anhänger wütend darüber, dass die Münchner mit dem Wüstenstaat zusammenarbeiten und dabei, insbesondere in Person von Rummenigge, offenbar keinerlei Probleme sehen. So verteidigte der Vorstandsboss der Bayern die Partnerschaft mit der Fluggesellschaft Qatar Airways erneut.



„Es ist kein Widerspruch, in unserer Heimat eine Anti-Rassismus-Kampagne ins Leben zu rufen, die hoffentlich global strahlt, mit Qatar Airways ein industrielles Sponsoring zu vereinbaren und dann in Katar deutlich zu machen, für welche gesellschaftlichen Werte der FC Bayern steht“, erklärt Rummenigge gegenüber der „Welt am Sonntag“ seinen Standpunkt. Zwar gestand dieser, dass es noch viel zu tun gäbe, beließ es jedoch wie üblich bei einer eher oberflächlichen Kritik. „Das Land ist noch längst nicht auf dem Stand beispielsweise europäischer Standards bei den Rechten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer,“ erklärte Rummenigge, wenngleich er schon erste Schritte in die richtige Richtung erkennen könne. Diese wurden unlängst auch von Amnesty International bestätigt, wenngleich die Organisation die erschreckende Behandlung gegenüber Gastarbeiter erneut bekräftigte.

„Uns geht es nicht anders als anderen Konzernen“

Letztendlich betonte der Bayern-Boss jedoch auch, dass es natürlich auch um die wirtschaftlichen Interessen des Vereines gehe. „Der FC Bayern ist ein erfolgreicher Fußballclub, aber auch ein Wirtschaftsunternehmen, das ohne wirtschaftliche Partnerschaften in der Welt nicht bestehen könnte. Da geht es uns nicht anders als Konzernen wie VW, Daimler, der Deutschen Bank und vielen anderen, die wirtschaftlich auch mit katarischen Partnern zusammenarbeiten“, erklärte Rummenigge.

Tatsächlich geraten diese Konzerne im Gegensatz zu Fußballklubs öffentlich nicht so sehr in die Kritik. So spricht er sich auch dagegen aus, dass der Fußball in politischen Bezügen als Vorreiter auftreten müsse. „Er kann nicht die ganze Welt retten. Ich habe manchmal den Eindruck, dass einige das derzeit von ihm verlangen“, empfindet der 65-Jährige. Weiteren Deals mit Katar sollte demnach also auch in Zukunft nichts im Wege stehen. Die Kluft zwischen Verein und einiger Fanszenen dürfte demnach schon bald noch tiefer werden.