Champions League

FC Bayern vs. PSG: Der CL-Kracher im Head-to-Head-Vergleich

PSG vs. FC Bayern
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Der FC Bayern trifft heute Abend (21 Uhr, live bei Sky) im Viertelfinal-Hinspiel der UEFA Champions League auf Paris Saint-Germain. Fans, Medien und Experten rechnen mit einem ausgeglichenen Duell auf Augenhöhe. Wir machen den Direktvergleich, um euch zu zeigen, welches Team in welchem Bereich besser aufgestellt ist.



Tor:

Sowohl die Bayern als auch Paris verfügen mit Manuel Neuer bzw. Keylor Navas über zwei sehr erfahrene Torhüter. Der 34-jährige Costa-Ricaner hat mit Real Madrid bereits drei Mal die Champions League gewonnen. Mit mehr als 50 Spielen in der Königsklasse weiß er, worauf es in solchen Dualen ankommt. In der laufenden CL-Saison hat Navas bisher acht Gegentore kassiert, eins mehr als Neuer.

Kylian Mbappe und Manuel Neuer
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Beide Torhüter verfügen über überragende Reflexe auf der Linie und strahlen eine extreme Sicherheit aus. Dennoch hat Neuer die Nase im direkten Vergleich vorne. Nicht nur die Körpergröße von 1,93 Metern (Navas 1,84 Meter) sind bei der Strafraumbeherrschung ein Vorteil für den FCB-Kapitän, der 35-jährige ist auch am Ball deutlich stärker als Navas. Zudem ist Neuer ein mitspielender Torhüter, der gerne mal als Libero aushilft oder einen öffnenden Pass im Spielaufbau spielen kann. Navas hingegen traut sich nur selten aus seinem Strafraum hinaus und hat auch technisch einen Nachteil im Vergleich zu Neuer.

Vorteil Bayern: FCB 1:0 PSG

Abwehr:

Während Paris in der laufenden CL-Saison ein Gegentor mehr als die Münchner kassiert haben, präsentiert sich die PSG-Defensive in der Liga deutlich stabiler 22 Gegentore in 31 Spielen sprechen für sich. Beim FCB sind es indes 35 Gegentreffer in 27 Spielen.

Bedingt durch die Verletzung von Ex-Bayern-Profi Juan Bernat und den Weggang von Thiago Silva wird Paris eine veränderte Viererkette präsentieren als im CL-Finale vor knapp sieben Monaten. Mit Kehrer, Marquinhos, Kimpembe und Diallo verfügt man über eine gesunde Mischung aus Erfahrung und Talent. Das Abwehrzentrum mit Marquinhos und Weltmeister Kimpembe ist eingespielt, der Ex-Mainzer Diallo ist jedoch kein gelernter Linksverteidiger und auch Thilo Kehrer ist alles andere als ein Stammspieler an der Seine. Der neunfache deutsche Nationalspieler hat in der laufenden CL-Saison gerade einmal 70 Minuten in der Königsklasse absolviert. Der etatmäßige Rechtsverteidiger Alessandro Florenzi wurde positiv auf Covid-19 geteset.

Marquinhos
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Beim FC Bayern wird es spannend zu sehen, ob Flick seine Defensivreihe nach dem Spiel gegen Leipzig wieder umbaut und auf seine Triple-Kette mit Pavard, Alaba, Boateng und Davies setzt. Aber selbst, wenn erneut Süle und Hernandez starten sollten, wäre dies kein qualitativer Verlust für den FCB. Anders als Paris kann der FC Bayern in der Abwehr personell aus dem Vollen schöpfen und hat keinerlei Probleme. Zudem hat man die letzten beiden Pflichtspiele jeweils zu Null bestritten. Paris hat zuletzt drei Gegentore in der Ligue 1 gegen Lyon und Lille kassiert.

Vorteil Bayern: FCB 2:0 PSG

Mittelfeld:

Auch im Mittelfeld hat PSG-Coach Maurico Pochettino durchaus Probleme: Neben Florenzi wurde auch Mittelfeldchef Marco Verratti positiv auf Covid-19 getestet und fällt aus. Danilo Pereira hatte zuletzt Wadenprobleme, ist jedoch mit nach München gereist . Der Argentinier Leandro Paredes fehlt aufgrund einer Gelbsperre. Idrissa Gueye ist damit faktisch gesetzt. Der 31-jährige Senegalese ist jedoch nicht die 1A-Option von Pochettino.

Mit Leon Goretzka und Joshua Kimmich hat der FC Bayern derzeit eines der besten Mittelfeld-Duos der Welt in seinen Reihen. Die beiden deutschen Nationalspieler harmonieren seit der Triple-Saison perfekt und haben sich zuletzt in absoluter Topform präsentiert. Besonders bemerkenswert: Sowohl Kimmich als auch Goretzka glänzen in dieser Saison als Scorer und kommen zusammen auf 29 Torbeteiligungen in der Bundesliga.

Joshua Kimmich und Leon Goretzka
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Hinter dem Duo wird es jedoch auch bei den Bayern ganz schnell eng: Corentin Tolisso fällt verletzungsbedingt für den Rest der Saison aus. Neuzugang Marc Roca spielt unter Hansi Flick keine tragende Rolle und Youngster Jamal Musiala wird langsam herangeführt an die erste Mannschaft. Im Zweifel greift der FCB-Coach auf den erfahrenen Javi Martinet zurück oder David Alaba rückt aus der Innenverteidigung eins nach vorne.

Dennoch: Der FC Bayern ist beim Stammpersonal im Mittelfeld derzeit deutlich stärker besetzt als Paris.

Vorteil Bayern: FCB 3:0 PSG

Angriff:

Der Angriff gehört zweifelsfrei zu den größten Stärken beider Teams. Durch den Ausfall von Robert Lewandowski (Knie) und Serge Gnabry (Covid-19) musste der FC Bayern jedoch zwei herbe Rückschlage binnen einer Woche verkraften. Gegen Leipzig durfte Eric Maxim Choupo-Moting der Polen vertreten. Durch den kurzfristigen Ausfall von Gnabry wird der Kameruner erneut im Sturmzentrum starten.

Bei Leroy Sane hat die Formkurve zuletzt deutlich nach oben gezeigt und Kingsley Coman benötigt gegen seine ehemaligen Kollegen sicherlich keine zusätzliche Motivation. Seit seinem Siegtor im CL-Finale vergangenen Sommer hat der 24-jährige nochmals eine Schippe draufgelegt und spielt eine starke Saison für den Rekordmeister. Das Herzstück der Bayern-Offensive ist aktuell Thomas Müller. Der 31-jährige befindet sich in absoluter Hochform. Mal trifft, mal bereitet er Tore vor. Müller ist als „Raumdeuter“ unverzichtbar im Spiel der Bayern und dirigiert dabei nicht nur die FCB-Offensive, sondern gibt auch beim Pressing den Ton an.

Kylian Mbappe
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Bei Paris kommen Neymar, Kylian Mbappe und Angel di Maria mit feiner Technik und großem Tempo daher. Mit Moise Kean hat Paris zudem einen neuen Shootingstar. Der 21-jährige Angreifer wechselte vergangenen Sommer von Everton an die Seine und kommt bisher auf 17 Tore in 34 Spielen für den französischen Meister. Vor allem bei Ballgewinnen schaltet die Pariser Offensive blitzschnell um. Insbesondere Mbappe ist, wenn er einmal Tempo aufgenommen hat, kaum aufzuhalten. Der Weltmeister kommt derzeit auf 30 Tore und 9 Vorlagen in 37 Spielen. Neymar hingegen ist für die kreativen Momente zuständig und kann mit seiner einzigartigen Technik aus dem Nichts eine Torchance kreieren.

Bedingt durch den Ausfall von Lewandowski und Gnabry hat Paris im Angriff aktuell vermutlich leichte Vorteile, wobei sich Coman & Co. nicht wirklich verstecken müssen.

Vorteil Paris: FCB 3:1 PSG