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Keine rechtliche Handhabe: UEFA kann Super League-Klubs und Spieler nicht sperren!

Aleksander Ceferin
Foto: FABRICE COFFRINI/AFP via Getty Images

Die Europäische Fußball-Union versucht mit allen Mitteln die Gründung der Super League abzuwenden. Präsident Aleksander Ceferin hat gestern angekündigt, dass man die ESL-Klubs und Spieler so schnell wie möglich für alle UEFA-Wettbewerbe sperren möchte. Aus Sicht von mehreren Sportrechtlern ist dies jedoch nicht möglich.



„Diese Klubs und ihre Spieler müssen so schnell wie möglich von allen unseren Wettbewerben ausgeschlossen werden“, mit dieser Ansage machte Ceferin am Montag deutlich, dass man die Super League-Pläne nicht akzeptieren wird und mit allen zu Verfügung stehenden Mitteln dagegen ankämpfen möchte. Medienberichten zufolge prüft die UEFA auch rechtliche Mittel einzulegen. Die Erfolgschancen diesbezüglich erscheinen jedoch sehr gering zu sein.

„Das ist eine leere Drohung der UEFA“

Wie der Münchner Kartellrechtler Mark E. Orth im Gespräch mit der „Zeit“ deutlich machte, hat die UEFA faktisch keine rechtliche Handhabe gegen die ESL: „Die Spieler aussperren zu wollen, ist angesichts der Rechtslage eine leere Drohung der Uefa. Wenn die zwölf Clubs die Super League machen wollen, machen sie das.“ Demnach würde der Dachverband mit Sperren gegen das EU-Kartellrecht verstoßen: „Sie ist marktbeherrschend bei der Organisation von Fußballwettbewerben. Wenn sie nun Spieler und Vereine, die an der neuen Super League teilnehmen, aussperren will, schützt sie nur ihr Monopol vor neuem Wettbewerb. Wenn das kein kartellrechtlicher Missbrauch ist, dann macht Kartellrecht keinen Sinn mehr.“

Auch der Sportrechtler Paul Lambertz sieht keine rechtliche Grundlage, auf der die UEFA eine Sperre durchsetzen könnte: „Die UEFA hat nach meiner Einschätzung keine Handhabe. Denn rechtlich ist sie Monopolist, schließlich ist sie der einzige Anbieter eines europäischen Wettbewerbs. Sie darf also nicht alles machen, was sie will.“ Laut Lambertz hätten Spieler und Klubs die von der UEFA gesperrt sogar einen Schadensersatzanspruch.

Die Europäischen Union hat bereits einen ähnlichen Fall entschieden

Die beiden Juristen verweisen zudem auf einen ähnlichen Fall aus dem Jahr 2020. Damals drohte die Internationale Eisschnelllauf Union (ISU) zwei Eisschnellläufer zu sperren, weil diese an einem Nicht-ISU-Wettbewerb in Dubai teilnehmen wollten. Die ISU verlor damals einen Prozess beim Ge­richt der Eu­ro­päi­schen Union mit der Begründung, dass man mit einer Sperre gegen die geltenden Wettbewerbsregeln verstoßen würde.

Laut Orth ist der „ISU-Fall viel größer als das Bosman-Urteil“. Dies würde erklären, warum die UEFA derzeit intensiv prüft inwiefern man tatsächlich Sperren aussprechen darf ohne sich dabei ein (finanzielles) Eigentor zu schießen.

„Das ist unmöglich, das kann ich versichern. Zu 100 Prozent!“

Real-Präsident und ESL-Mitgründer Florentino Perez zeigte sich gestern Abend im spanischen TV gelassen, als er auf eine mögliche UEFA-Sperre der Klubs und Spieler angesprochen wurde: „Spieler die von internationalen Wettbewerben und Nationalmannschaften ausgeschlossen werden? Keine Sorge, das wird nicht passieren. Sie werden nicht gesperrt, wenn sie der Super League beitreten. Das ist unmöglich, das kann ich versichern. Zu 100 Prozent!“