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Musiala hat großes mit dem DFB-Team vor: „Ein Finale im Wembley wäre ein großer Traum“

Jamal Musiala
Foto: imago images

Neben Leon Goretzka war es in erster Linie der Verdienst von Jamal Musiala, dass sich die DFB-Elf überhaupt ins Achtelfinale retten konnte. Der eingewechselte Bayern-Youngster leitete den 2:2-Ausgleichstreffer von seinem Teamkollegen vor und ebnete dabei den Weg nach Wembley. Dabei spielte der 18-Jährige zu Turnierbeginn noch gar keine Rolle und fand sich weder gegen Portugal noch gegen Frankreich im 23er-Kader wieder. 



Als einziger fitter Spieler im Hotel nicht mal auf der Bak sitzen zu dürfen, kann man schon als schweres und undankbares Los bezeichnen. Doch der junge Offensivspieler wartete geduldig auf seine Chance und versuchte dennoch das Positive mitzunehmen. „Ich habe mich unheimlich gefreut, die Chance zu bekommen. Das ganze Turnier ist für mich eine unglaubliche Erfahrung. Selbst als ich die ersten beiden Partien auf der Tribüne saß, habe ich mitgefiebert, die Eindrücke aufgesaugt: sowohl aus unserer Mannschaft als auch vom Gegner. Allein Ronaldo 90 Minuten beobachten zu können – das bringt mich weiter“, erklärt er gegenüber der „BILD“.

Reif schwärmt von Musiala: Hat das, was wir bei Sané gesucht haben“

Erst gegen die Ungarn reichte es für Musiala für die ersten Spielminuten. Diese nutzte er mit seiner Torbeteiligung und einer auch ansonsten überzeugenden Performance. „Natürlich war ich dann sehr happy, als ich endlich spielen durfte. Ich war sehr motiviert“, beschreibt das Top-Talent seinen ersten EM-Auftritt. Die Rolle des „Tribünengasts“ dürfte das Juwel damit zunächst los sein. „Er hat das, was wir bei Sané die ganze Zeit gesucht haben. Der kommt rein für acht Minuten und ist unbeschwert genug – oder noch kindisch genug –, um zu sagen: ‚Ich weiß auch nicht, was hier los ist. Aber ich soll was machen, also gib mir den Ball, dann probiere ich was.‘ Ich könnte mir das vorstellen, dass er gegen diese englische Abwehr sehr gut passt,“ vermutet BILD-Experte Marcel Reif.

Musiala hat vor England-Partie schon das Finale im Visier

Wir dürfen gespannt sein, ob und wie lange Joachim Löw seine Geheimwaffe im Wembley einsetzt. Für den Youngster wird das Spiel sowieso ein ganz besonderes, zumal er sich als Deutsch-Engländer erst wenige Monate vor dem Turnier für das DFB-Team entschieden hat. Doch der Bayern-Youngster blickt bereits über den Tellerrand Achtelfinale hinaus. „Ein Finale in Wembley zu spielen wäre eine sehr große Ehre. Ich will nach Dienstag noch einmal auf die Insel zurückkehren,“ nimmt er sich vor.

Beim letzten großen Aufeinandertreffen mit England, bei der WM 2010, war es Miroslav Klose, der das DFB-Team auf die Gewinner-Spur brachte. Umso besser, dass der „England-Spezialist“ der nachfolgenden Generation in seiner Zeit bei den Bayern einiges auf den Weg geben konnte. „Miro hilft mir, kleine Details zu verbessern. Wir haben viele individuelle Übungen gemacht. Zum Beispiel arbeiteten wir an Details zur Verbesserung meiner Schusspräzision, an meiner Positionierung und an meinem ersten Kontakt,“ erklärt Musiala. Dinge, die auch gegen mitentscheidend für einen Erfolg sein können.