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Neue Super League-Pläne enthüllt: Real & Co. bereiten einen zweiten Anlauf vor

Super League
Foto: IMAGO

Im April dieses Jahres sind zwölf europäische Top-Klubs, unter Federführung von Real-Präsident Florentino Perez, mit der Gründung einer „European Super League“ spektakulär gescheitert. Während die meisten Initiatoren mittlerweile Abstand von der ESL genommen haben, arbeiten Real, Barca und Juventus Turin an einer „Super League 2.0“. Aktuellen Medienberichten zufolge gibt es bereits konkrete Pläne und Konzepte wie der neue Elite-Wettbewerb aussehen soll.



Totgesagte leben länger: Wie der „SPIEGEL“ berichtet, halten die drei verbliebenen ESL-Klubs Real Madrid, der FC Barcelona und Juventus Turin nach wie vor an der Gründung einer Super League fest. Ein klares Indiz dafür ist unter anderem die Tatsache, dass es nach wie vor eine Super League-Firma mit Sitz in Madrid mit dazugehöriger Website gibt. Zudem findet eine wöchentliche Telefonkonferenz mit den jeweiligen Verantwortlichen und Investoren statt, bei der es mittlerweile wieder sehr konkret zur Sache geht.

Kommt die Super League 2.0?

Laut dem „SPIEGEL“ haben die drei Vereine die Beratungsagentur „Flint“ beauftragt sie bei der Realisierung der Super League zu unterstützen. „Flint“ hat sich darauf spezialisiert „schwierigen Projekten diskret den Weg zu bereiten“. Eigenen Aussagen zufolge verfügt über ein breites Netzwerk in die europäische Politik und Medienlandschaft hinein. Denn anders als bei der Hauruck-Aktion Mitte April, möchte Rädelsführer Florentino Perez diesmal zunächst den politischen und juristischen Weg sichern, bevor man sich an die Öffentlichkeit/Fans wendet.

Dazu hat „Flint“ ein neues Konzept erarbeitet, welches den Namen „Der Super League den Weg bereiten: die Strategie für Wiederaufbau, Reset – und Sieg“ trägt und dem „SPIEGEL“ vorliegt. Das zehnseitige Papier sieht vor, dass die Super League entlang eines Stufenplans nach und nach entwickelt werden soll. Ein weiteres Ziel sei es die „UEFA als Hüterin der Europapokalwettbewerbe zu diskreditieren.“ Demnach soll die „Super League 2.0“, den politischen Entscheidern und Medien vermitteln, dass „der europäische Fußball ein neues Geschäftsmodell braucht“ und „das missbräuchliche Monopol der UEFA gebrochen werden muss“.

Die Motive hinter der Super League sind unverändert: Die klammen Top-Klubs wollen sich durch die Gründung eines neuen Wettbewerbs nach wie vor weitere Geldquellen sichern, welche man im Idealfall nicht mit der UEFA teilen muss.

Real & Co. arbeiten an einer Super League-Reform

Auch wenn die Super League quasi direkt nach ihrer Gründung wieder eingestampft wurde, arbeiten Real, Barca und Juve bereits an einer (sportlichen) Reform. Auch hierzu hat man sich entsprechende Unterstützung gesichert. Die spanische Beratungsagentur „A22“ hat bereits einen ersten Entwurf geliefert. Im Kern geht es darum, dass die Super League 2.0 kein elitärer, geschlossener Kreis an Vereinen bleibt. Künftig soll es eine Super League 1 und Super League 2 geben. Zwischen diesen beiden Ligen sollen Auf- und Abstiege möglich sein.

Interessant ist auch: In einem Szenario wurde sogar eine Durchlässigkeit zu den Wettbewerben der UEFA aufgezeigt. Heißt im Klartext: Es könnte auch eine sportliche Verbindung zur UEFA Conference League geben.

„A22“ hat zudem die europäischen Top-Klubs analysiert, unter anderem auch die Fußball Bundesliga. Gemäß den Ausarbeitungen hätte sich etwa der FC Bayern in den vergangenen zehn Jahren jedes Mal für die Super League 1 qualifiziert. Borussia Dortmund sechsmal, RB Leipzig zweimal. Andere Bundesligisten wie Bayer Leverkusen oder Borussia Mönchengladbach landeten dagegen in der Super League 2.

Welchen Zeitplan die drei verbliebenen Super League-Gründer verfolgen ist bisher noch nicht bekannt. Klar ist aber, dass die „neuen Pläne“ erneut auf massiven Widerstand bei den Fans stoßen werden. Zudem ist es fraglich, ob lediglich drei (hochverschuldete) Klubs solch ein Projekt tatsächlich ohne weitere Unterstützung aus England, Deutschland und Frankreich realisieren können.

Es wird spannend zu sehen, ob die neuen Konzepte und Pläne jemals in der Näher eine Umsetzung kommen. Stand heute wirkt es fast unmöglich.