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Die Bayern nehmen Fahrt auf – 3 Erkenntnisse aus dem Topspiel gegen den Leipzig

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Der FC Bayern hat das Bundesliga-Topspiel gegen RB Leipzig gewonnen. Die Münchner setzten sich in einem intensiven und unterhaltsamen Duell deutlich mit 4:1 gegen die Sachsen durch. Das Team von Julian Nagelsmann nimmt langsam, aber sicher Fahrt. Wir sagen euch, welche Erkenntnisse das Spiel noch lieferte.



Die Bayern sind nach der knapp zweiwöchigen Länderspielpause mit einem eindrucksvollen 4:1-Erfolg gegen RB Leipzig in den „heißen September“ gestartet. Mit dem Sieg gegen den Vizemeister hat man ein erstes Ausrufezeichen in der jungen Bundesliga-Saison gesetzt und den Vorsprung auf die Sachsen auf sieben Punkte ausgebaut. Auch wenn sich FCB-Coach Julian Nagelsmann nach dem Spiel durchaus selbstkritisch zeigte, tasten sich die Bayern langsam an ihre Topform ran.

1. Der Bayern-Kader ist besser als sein Ruf

In den vergangenen Wochen wurde immer wieder über den vermeintlich dünnen Kader der Bayern hitzig diskutiert. Schaut man sich die Einwechslungen gegen Leipzig an und deren Einflussnahme auf das Spiel, sind die Diskussionen absolut hinfällig. Mit Jamal Musiala, Marcel Sabitzer, Eric Maxim Choupo-Moting, Niklas Süle und Josip Stanisic hat Nagelsmann vier Nationalspieler eingewechselt. Musiala und Choupo-Moting waren an drei von vier Toren direkt beteiligt.

In der Defensive haben die Bayern nach der Rückkehr von Lucas Hernandez und Benjamin Pavard, die beiden gestern ihr Comeback feierten, mittlerweile sogar ein Luxusproblem. Zudem standen mit Corentin Tolisso und Kingsley Coman zwei weitere Nationalspieler nicht zur Verfügung. Nagelsmann selbst hat zuletzt immer wieder betont, dass wenn der Kader gesund bleibt, er absolut top besetzt ist.

2. Musiala ist mehr als nur ein Joker

Er kam sah und siegte. Gegen Köln leitete Musiala, unmittelbar nach seiner Einwechslung, das wichtige 1:0 ein. Auch gegen Leipzig wurde der 18-jährige Youngster nach 45 Minuten für den angeschlagenen Serge Gnabry eingewechselt und drückte dem Spiel sofort seinen Stempel auf. Der Offensiv-Allrounder erzielte zunächst das wichtige 2:0 und legte kurze Zeit später das 3:0 durch Sane auf.

Nach dem Spiel wurde Musiala von den Fans und Experten zum „Man of the Match“ gekürt. Sky-Experte Lothar Matthäus sieht in Musiala schon längst keinen Ergänzungsspieler mehr: „Den Ball so anzunehmen, dass er ihn mit dem zweiten Kontakt sofort abschließen kann, ist absolute Weltklasse. Ich finde, dass er sich super entwickelt hat. Er ist nicht nur Ergänzungsspieler, sondern Bestandteil dieser großen Mannschaft. Dieser junge Spieler hat eine ganz große Zukunft vor sich.“

Teamkollege Thomas Müller, der Musiala als „Zauberer des Spiels“ bezeichnete, und schwärmte von dessen Einstellung: „Er hat Selbstvertrauen, er nimmt sich den Ball und er spielt einfach clever. Dieses Gesamtpaket in den jungen Jahren macht ihn besonders.“

Auch die Zahlen bestätigen, dass der Youngster sich derzeit in Topform befindet. Der deutsche Nationalspieler ist mit drei Vorlagen in dieser Saison bisher Topscorer beim FCB. Zudem war Musiala erstmals in seiner Karriere an mindestens einem Tor in drei Bundesliga-Spielen in Folge direkt beteiligt (2 Tore, 2 Assists). Musiala drängt immer mehr in die erste Elf und macht den etablierten Offensivkräften wie Gnabry, Sane und Coman mächtig Druck.

3. Die Bayern haben noch Luft nach oben

Die Bayern haben ihr fünftes Pflichtspiel in Folge gewonnen und einen super Start in die neue Saison hingelegt. Dennoch zeigte sich Nagelsmann nach dem Spiel nicht komplett zufrieden mit der Art und Weise wie sich seine Mannschaft gegen Leipzig präsentiert hat: „Wir waren jetzt nicht an dem Unterschied der Tore gemessen besser. Wir haben nicht viele Angriffe gut zu Ende gespielt. Ich will, dass wir uns weiterentwickeln und nicht immer auf Altbewährtes setzen. Wir können es noch besser machen.“ In der Tat wirkten die Münchner gestern phasenweise zu hektisch. Zudem ließ der Rekordmeister die nötige Ruhe im eigenem Spielaufbau vermissen.

Laut dem 34-jährigen hatten Joshua Kimmich & Co. bisher keine Zeit seine Spielidee komplett zu verinnerlichen. Bemerkenswert ist zudem die Tatsache, dass sich Nagelsmann nach dem Leipzig-Spiel diesbezüglich selbstkritisch gezeigt hat: „Ich ärgere mich auch etwas über mich selbst. Wie viel Altes und Neues muss ich reinbringen?“

Man merkt förmlich, dass es dem Jungtrainer nicht nur darum geht Spiele zu gewinnen, auch die Art und Weise wie die Bayern spielen ist für Nagelsmann entscheidend.