Champions LeagueFC Bayern News

Gegnercheck FC Barcelona: Können die Katalanen ohne Messi gegen die Bayern bestehen?

Memphis Depay
Foto: IMAGO

Das Warten auf die neue Champions League-Saison hat endlich ein Ende und bereits am ersten Spieltag steht ein echter Kracher des europäischen Fußballs auf dem Spielplan. Für den FC Bayern geht es nach Barcelona, wo es zum ersten Mal seit dem legendären 8:2-Erfolg der Münchner zum Wiedersehen mit den Katalanen kommt. Wir blicken in unserem Gegnercheck auf die Partie, schildern die Stärken und Schwächen von Barca und wagen eine Prognose. 



Für den FC Barcelona startet nach dem Abgang von Lionel Messi eine neue Ära. Zudem muss das Team ohne Antoine Griezmann auskommen, der in dieser Saison als Leihprofi von Atlético Madrid auflaufen wird. Demnach hat der spanische Top-Klub in der Offensive zweifellos an Qualität verloren. In der Liga erwischte der FC Barcelona einen ordentlichen Start mit sieben Punkten aus drei Spielen. Nach einem offensivfreudigen Auftakt beim 4:2 gegen Sociedad gestalteten sich die Partien gegen Athletic Bilbao (1:1) und dem FC Getafe (2:1) eher zäh. Klar ist, dass die Katalanen definitiv nicht mehr die Qualität im Kader haben, wie noch vor ein paar Jahren.

Barca mit erheblichen Problemen in der Abwehr

Von diesem Verlust an Stärke ist vor allem die Abwehr betroffen. Zwar kündigte Gerard Piqué sein zeitnahes Comeback an, jedoch befindet sich der Spanier nicht mehr auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn. Gleiches gilt für den Franzosen Samuel Umtiti, der von unzähligen vielen Verletzungen zurückgeworfen wurde.

Zuletzt bildeten Araújo und Lenglet die Innenverteidigung, die jedoch beide nicht über die aller größte Qualität verfügen und keine echten Abwehr-Leader sind. Robert Lewandowski in Zaun zu halten wird für beide eine extrem harte Aufgabe werden. Schwere Duelle haben auch die beiden Außenverteidiger zu erwarten. Sowohl Jordi Alba als auch Emerson Royal haben ihre Stärken eher auf dem Weg nach vorne. Die häufig vorkommenden defensiven Nachlässigkeiten könnten Sané, Musiala & Co. geschickt nutzen.

Achtung vor De Jong, Pedri und Depay

Pedri
Foto: IMAGO

Bei all den Schwächen, die der La Liga-Klub auf dem Platz offenbarte, verfügt er dennoch über eine ganze Reihe einzigartiger Spieler. Hervorzuheben ist noch immer das Mittelfeld. Busquets ist zwar ein gutes Stück weg von seiner früheren Form, versteht es aber noch immer, das Spiel mit seinen strategischen Fähigkeiten zu lenken. Durch die beiden spielfreudigen sowie technisch und taktisch hochveranlagten Pedri und De Jong harmoniert das Barca-Zentrum hervorragend, da sich beide sehr gut ergänzen. Zudem spielt Koeman meist mit drei zentralen Mittelfeldspielern, wodurch Kimmich und Goretzka gewissermaßen in Unterzahl agieren werden. Hier wird es aus Bayern-Sicht wichtig sein, ein großes Augenmerk auf das Positionsspiel zu legen.

Im neu formierten Angriff geht die größte Gefahr eindeutig von Memphis Depay aus. Der Holländer soll keinen geringeren als Lionel Messi ersetzen, der das Offensivspiel der Katalanen im letzten Jahr noch im Alleingang tragen musste. Depay wird sicherlich auf die Unterstützung seiner Offensiv-Kollegen angewiesen sein. Allerdings hinterlassen Dembélé und Coutinho seit längerer Zeit mehr Fragezeichen als Ausrufezeichen, wohingegen Agüero mit Wadenproblemen ausfällt.

Nur der Name klingt übermächtig: Bayern gegen Barcelona klar im Vorteil

Für die Münchner wird es darauf ankommen, die Kreise von De Jong und Pedri eng zu machen und Memphis Depay auszuschalten. Gelingen diese beiden Dinge, dürfte ein Sieg zum CL-Auftakt möglich sein. Die Bayern bringen das deutlich stabilere Konstrukt und den ausgeglicheneren Kader mit und haben alle Chancen, die Barca-Abwehr erneut schwindlig zu spielen.

Natürlich wird sich ein 8:2 vermutlich nicht mehr so schnell wiederholen, jedoch ist der FC Barcelona kein Name mehr, den man als FC Bayern fürchten muss. Dafür wiegen die Defensiv-Probleme und die vielen Fragezeichen im Offensivbereich zu schwer. Spannend wird sein, ob Barcelona untypischerweise auf Ballbesitz verzichtet und die Münchner kommen lässt. Julian Nagelsmann wird sein Team auf alle Szenarien einstellen müssen. Dennoch haben die Roten inzwischen ohnehin genug Selbstvertrauen, dem Gegner das eigene Spiel aufzuzwingen.