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Experte mit steiler These: Darum ist Robert Lewandowski kein Weltstar

Robert Lewandowski
Foto: IMAGO

Robert Lewandowski gehört zu den besten Fußballern der Welt. Einige sehen in ihm den aktuell vielleicht besten Fußballer des Globus. Um Weltstar-Status zu erlangen, müssen allerdings weitere Umstände gegeben sein. Diese erfüllt Lewandowski laut Prof. Dr. Christoph Breuer jedoch nicht



Lewandowski trifft am laufenden Band. Seit Jahren ruft der Pole konstante Weltklasse-Leistungen ab. Etwas wie eine Schwächephase scheint in Lewandowskis Welt nicht zu existieren. Seine Popularitätswerte reichen aber dennoch nicht an jene von Stars wie Messi, Ronaldo oder Mbappe heran. Das hat mehrere Gründe, sagt Prof. Dr. Breuer vom Institut für Sportökonomie und Sportmanagement an der Deutschen Sporthochschule Köln gegenüber “SPORT1”.

Messi und Ronaldo früher an die Weltspitze

Als einen springenden Punkt sieht Prof. Dr. Breuer den Karriereweg der zwei besten Spieler aller Zeiten. “Entscheidend ist vor allem, dass Ronaldo und Messi sehr früh zu absoluten europäischen Topklubs gestoßen sind, die deutlich mehr globale Aufmerksamkeit genießen als die Klubs in der frühen Karriere von Lewandowski”, bemerkt Breuer. Lewandowski schaffte den Sprung auf die große europäische Bühne “erst” im Alter von 22 Jahren. Zum FC Bayern zog es ihn mit 26.

Messi und Ronaldo waren bereits als Teenager für Top-Vereine mit Titelambitionen aktiv und teilweise Leistungsträger. Messi spielte für den FC Barcelona und gab sein Profi Debüt mit 16 Jahren. Ronaldo stand im Kader von Manchester United. Dazu kommt, dass die Premier League und spanische La Liga der deutschen Bundesliga seit jeher vermarktungstechnisch voraus und von höherer Attraktivität sind, wie Prof. Dr. Breuer betonte.

Lewandowski ohne “ikonischem Stil” und konkurrenzfähiges Nationalteam

Die Gesamtheit bestimmter Charakteristika und Alleinstellungsmerkmale ergeben einen “ikonischen Stil”. Über einen solchen verfügen Messi und Ronaldo. “Dies hat auch dazu geführt, dass Ronaldo (Nike, Anm. d. Red.) und Messi (Adidas) Aushängeschilder globaler Marketingkampagnen der beiden größten Sportartikelhersteller waren und so zusätzliche Aufmerksamkeit generieren konnten”, erklärt der Experte. Besonders CR7 ist mittlerweile eine Weltmarke. Ronaldo zelebriert “seinen Stil geradezu, liefert marketingtechnisch nicht nur Aktionsleistung, sondern auch Präsentationsleistung.”

Außerdem geht Lewandowskis Herkunft zu Lasten seines Star-Status. “Im Fußball-Business stellen auch die Nationalmannschaften sowie WM, EM und Copa América Aufmerksamkeits-Plattformen dar”, sagte Breuer. “Argentinien und Portugal sind da immer prominent vertreten, Polen dagegen eine unterdurchschnittliche erfolgreiche Nationalmannschaft. Insofern stellt dies einen weiteren Vermarktungsvorteil von Messi und Ronaldo dar.”

Prof. Dr. Breuer gelangt letztlich zum Schluss, dass Lewandowski sportlich beiden in seiner aktuellen Form zwar in nichts nachsteht, die genannten Faktoren ihn allerdings weiter im Schatten der zwei Superstars verharren lassen. “Lewandowski ist sportlich extrem erfolgreich, spielt aber weniger ikonisch und kann die Aufmerksamkeitsplattformen nur eingeschränkter nutzen.”