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Gerland plaudert aus dem Nähkästchen: So lief das Adeyemi-Aus beim FC Bayern

Karim Adeyemi
Foto: Getty Images

Die Rolle des zurzeit meistbegehrten Youngsters kommt zweifellos einem Salzburger Stürmer zu. Karim Adeyemi wird eine große Zukunft vorausgesagt. Die Top-Vereine Europas stehen Schlange. Auch der FC Bayern hat sich in den Poker eingeschaltet. Was viele nicht wissen: Adeyemi ist gebürtiger Münchner und war bereits in der Jugend beim FC Bayern aktiv. Die Verantwortlichen ließen ihn aber ziehen, ganz zum Ärger von Hermann Gerland.



Der „Tiger“, wie er auch genannt wird, war seit Stunde eins ein Fan und Förderer von Adeyemi. Doch eine Aktion machte einer gemeinsamen Zukunft einen Strich durch die Rechnung. Eine Disziplinlosigkeit kostete Adeyemi den Kaderplatz in der Bayern-Jugend, und wie wir heute wissen, kostete die harsche Vorgehensweise des Klubs umgekehrt den FC Bayern auch eines der vielversprechendsten Talente Europas.

Um Adeyemi wieder zurück an die Säbener Straße zu holen, und mit einigen Jahren Verspätung doch noch eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu begründen, ist der FCB nun gezwungen tief in die Tasche zu greifen. 30-40 Millionen Euro ruft RB Salzburg für den Youngster auf. Hätten die Bayern-Verantwortlichen damals nur auf Hermann Gerland gehört.

Gerland wollte Adeyemi unbedingt halten

„Er hat sich nicht gut verhalten. Er hat einen Fehler gemacht. Aber ein Junge, der 10 oder 11 Jahre alt ist, muss doch Fehler machen dürfen“, erzählt Gerland im Podcast „Der Sechzehner“. „Am Campus haben wir Psychologen und Pädagogen und die wollen alle liebe, nette Spieler haben. Die hätten gesagt, schneid‘ deine Haare ab, sonst spielst du nicht“, führt das Urgestein weiter aus.

Als „Ultima Ratio“ versuchte Gerland Adeyemis Mutter milde zu stimmen und von einem Verbleib des Jungen zu überzeugen, doch da waren die Würfel schon gefallen. „Ich habe die Mutter angerufen, dass sie mir nicht durch das Telefon Schläge angedroht hat, war alles. Ich habe gesagt: ‚Frau Adeyemi, das ist doch eine Sache, die irgendwann passiert ist, aber Bayern München ist doch ein Top-Verein, ich passe darauf auf.‘ Und ich hatte keine Chance, ihn wiederzukriegen. Ich habe es versucht. Ich habe seine Mutter angerufen, wenn sie mir irgendeinen Wink gegeben hätte, hätte ich alles gemacht“, beteuert Gerland.

Schließt sich der Kreis? Bayern-Wechsel weiter ein Thema

Alle Top-Teams in Europa, die etwas auf sich halten, beteiligen sich am Werben um den Neu-Nationalspieler. Der FC Liverpool, Atletico Madrid, der BVB, Real Madrid. Adeyemi kann sich seinen zukünftigen Verein faktisch aussuchen. Die derweil heißeste Spur führt aber zum Rekordmeister München.

Jüngst trafen sich Adeyemis Vater und Berater mit den Bayern-Bossen zu Verhandlungen in München. Adeyemi fühlt sich dem FCB immer noch verbunden. Für ihn und auch für den FC Bayern könnte ein Engagement die Wunden der Vergangenheit jedenfalls heilen. Adeyemi und der FC Bayern könnte zu einer „Liebe auf den zweiten Blick“ werden.