Champions League

Kein Nagelsmann? Kein Problem! 3 Erkenntnisse nach dem Sieg gegen Lissabon

Leroy Sane
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Nach der Fünf-Tore-Gala gegen Bayer Leverkusen hat der FC Bayern gestern Abend seine Topform auch in der UEFA Champions League unter Beweis. In Abwesenheit des kranken Trainers Julian Nagelsmann feierten die Münchner, danke einer starke Schlussoffensive, einen 4:0-Erfolg bei Benfica Lissabon. Mit zwei Toren und einer Vorlage war Leroy Sane maßgeblich an dem Sieg beteiligt. Wir liefern euch die weiteren Erkenntnisse zu dem Spiel.



Exakt 424 Tage nach dem Final-Triumph gegen Paris Saint-Germain in der Champions League kehrte der FC Bayern am Mittwochabend an den Finalort Lissabon zurück. Die Münchner fühlen sich in der portugiesischen Hauptstadt nach wie vor wohl, wie das 4:0 gegen Benfica gezeigt hat.

1. Nagelsmann-Rotationen mit Licht und Schatten

Die Bayern mussten gegen Benfica mit Alphonso Davies und Leon Goretzka auf zwei Stammspieler verzichten. Für Davies rückte Lucas Hernandez auf die linke Abwehrseite. Der Franzose ließ wenig zu und präsentierte sich defensiv stabil.

Benjamin Pavard
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Goretzka wurde durch Sommer-Neuzugang Marcel Sabitzer ersetzt, der sein Startelf-Debüt für den FCB gefeiert hat. Auch wenn der Österreicher sichtlich bemüht war, wirkte er phasenweise wie ein Fremdkörper neben Joshua Kimmich. Der 27-jährige verlor alle seine Zweikämpfe und hatte deutlich weniger Ballkontakte als sein Nebenmann. Rein objektiv betrachtet konnte Sabitzer den Goretzka-Ausfall nicht wirklich nutzen, um Pluspunkte zu sammeln.

Ähnlich erging es auch Benjamin Pavard, der nach zwei Spielen sperren in der Bundesliga erneut hinten rechts ran durfte. Der Franzose wirkte in der Defensive verunsichert und setzte nahezu keinerlei Impulse in der Offensive. Folgerichtig wurde er in der 66. Minute durch Gnabry ersetzt, der die rechte Seite auf Anhieb beleben konnte. Auch Josip Stanisic konnte nach seiner Einwechslung in der 77. Minute glänzen und bereitete das 4:0 durch Sane vor.

Deutlich besser lief es indes für Kingsley Coman. Der Flügelflitzer durfte erstmals seit Ende August wieder von Anfang an spielen und wirkte topfit nach seiner Herz-OP. Coman hat immer wieder die Eins-gegen-Eins-Duelle gesucht und in der Regel auch für sich entschieden. Der 25-jährige sorgte stets für Unruhe auf dem linken Flügel und hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Nicht nur bei den Fans, sondern vermutlich auch bei Nagelsmann.

2. Sane kann (wichtige) Spiele alleine entscheiden

Nach den starken Leistungen im September, wurde es im Oktober ein weniger ruhiger um Leroy Sane. Gegen Benfica hat der 25-jährige jedoch gezeigt, dass seine Formkurve keine Delle erlitten hat. Sane war mit zwei Toren und einer Vorlage zweifelsfrei der Mann des Spiels, auch wenn die UEFA Kingsley Coman offiziell zum „Man of the Match“ gekürt hat.

FC Bayern
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Sane strahlte von Anfang an Torgefahr aus und hatte bereits in der ersten Halbzeit zwei gute Gelegenheiten. Sein Traum-Freistoß in der 70. Minute war der Dosenöffner für die Münchner und der Startschuss für die furiose Schlussoffensive. Sein Assist zum 3:0 und der Treffer zum 4:0 krönten die starke Leistung. Mit drei Toren und drei Vorlagen in drei Spielen ist Sane zudem der FCB-Topscorer in der laufenden CL-Saison.

Der deutsche Nationalspieler hat gestern Abend gezeigt, dass er durchaus in der Lage ist Spiele „alleine zu entscheiden“. Genau diese Qualität war mit ein Grund, warum die Bayern im Sommer 2020 knapp 50 Mio. Euro für Sane ausgegeben haben.

3. Der FCB entwickelt sich immer mehr zum Top-Favoriten in der Champions League

Während es im Sommer zahlreiche kritische Stimmen gab, dass der aktuelle Bayern-Kader international nicht in der Lage sei gegen die Top-Klubs aus London, Manchester und Paris mitzuhalten, haben die erste drei Auftritte in der Königsklasse ein komplett anderes Bild gezeigt.

Die Münchner haben den besten CL-Start in der Klubgeschichte hingelegt und bis dato noch kein Gegentor kassiert. Während andere „Top-Favoriten“ wie Real oder Paris bereits gepatzt haben, marschiert der FCB unaufhaltsam weiter. Für viele Fans, Medien und Experten sind die Bayern in dieser Form DER Top-Favorit auf den Gewinn der Königsklasse.

Klar ist aber auch: Die CL wird nicht in der Gruppenphase entschieden, sondern im Frühling, wenn die entscheidenden K.O.-Spieler anstehen. In dieser Form brauchen sich die Bayern jedoch vor keinem Gegner zu verstecken.