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Mehr als ein Arbeitssieg – 3 Erkenntnisse nach dem CL-Spiel gegen Kiew

Robert Lewandowski
Foto: Getty Images

Der FC Bayern hat sich den Gruppensieg in der CL-Gruppenphase geholt und damit den ersten Meilenstein in der Königsklasse erreicht. Auch wenn die Münchner beim 2:1-Erfolg gegen Kiew keine Glanzleistung abgerufen haben war der Sieg für den Rekordmeister wichtig.



FCB-Kapitän Manuel Neuer hat nach dem Spiel treffend festgestellt, dass die „Missionen vollendet“ ist. Der 35-jährige hatte gegen Kiew deutlich mehr zu tun als er im Vorfeld vermutlich erwartet hat. Neuer wollte das Spiel jedoch nicht schönreden, war mit dem Ergebnis dennoch zufrieden: „Es war jetzt nicht unser bester Auftritt, aber wir haben in der Champions League alle Spiele gewonnen.“ Doch wie ist der knappe 2:1-Erfolg gegen Kiew wirklich einzuordnen? Wir wagen einen Versuch.

1. Das Maximum erreicht

Mit Blick auf die reinen Zahlen, Daten und Fakten haben die Bayern gestern Abend das Maximum erreicht. Neben dem Gruppensieg hat man seine weiße Weste in der Königsklasse behalten und zudem die 2,8 Mio. Euro Siegprämie eingestrichen. Mehr war für die Münchner nicht möglich. Natürlich hätte man spielerisch, vor allem in der zweiten Halbzeit, besser auftreten können. An dem letztendlichen Output hätte dies jedoch nichts geändert.

2. Vorerst für (sportliche) Ruhe gesorgt

Ein weiterer Patzer, nach der 1:2-Niederlage gegen Augsburg, hätte für noch mehr Spannung in München gesorgt, in einer Situation, in der es ohnehin schon genügend Nebenkriegsschauplätze gibt. Ganz nüchtern betrachtet haben die Bayern mit dem gestrigen Auswärtssieg gegen ukrainischen Meister vorerst für „sportliche Ruhe“ gesorgt. Mit Blick auf die letzten Tage stand das Geschehen auf dem Platz nicht immer im Fokus. Der anhaltende Corona-Trubel ist nicht spurlos an den Münchner vorbeigegangen. Auch wenn Spieler und Trainer dies nicht offen zugeben wollte, konnte man dies in den Interviews nach dem Kiew-Spiel zwischen den Zeilen immer wieder deutlich raushören.

Klar ist aber auch: Die Bayern haben nur für drei Tage. Am kommenden Samstag müssten die „Nagelsmänner“ gegen Bielefeld nachlegen.

3. Reservisten haben ihre Chancen nicht wirklich genutzt

Bedingt durch neue Ausfälle hatte Nagelsmann gegen Kiew nahezu keinerlei echte Optionen. Der Bayern-Trainer war gezwungen mit den Spielern zur arbeiten, die ihm zur Verfügung standen. Mit Tanguy Nianzou, Corentin Tolisso, Marc Roca oder Bouna Sarr kamen vier Spieler zum Einsatz, welche in dieser Saison nicht wirklich eine Rolle unter Nagelsmann gespielt haben.

Bis auf wenige Ausnahme konnte keiner der Reservisten jedoch wirklich auf sich aufmerksam machen. Youngster Nianzou lieferte eine konstante Leistung ab, erlaubte sich jedoch immer wieder Stellungsfehler. Besonders bitter: Der Franzose musste gegen Ende des Spiels verletzungsbedingt raus.

Kimmich-Ersatz Tolisso bereitete das 2:0 durch Coman vor und suchte immer wieder den Zug zum Tor. Der 27-jährige hat sich deutlich spielfreudiger als Marcel Sabitzer zuletzt präsentiert und könnte auch gegen Bielefeld von Anfang an starten. Tolisso gehörte zu den besten Bayern-Spielern auf dem Platz und könnte in der Mittelfeld-Rangordnung endgültig an Sabitzer vorbeigezogen sein.

Rechtsverteidiger Sarr wurde nach dem Seitenwechsel für den angeschlagenen Hernandez eingewechselt und hatte sichtlich Problem auf seiner rechten Seite. Der Abwehrspieler kassierte nach wenigen Minuten bereits eine Gelbe Karte.

Marc Roca feierte indes sein Saison-Debüt und durfte knapp 30 Minuten ran. Der Spanier blieb jedoch unauffällig und blass.