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Rumpfkader bis zur Winterpause: Corona bereitet Nagelsmann massive Personalsorgen

Joshua Kimmich
Foto: IMAGO

Beim knappen 2:1-Erfolg gegen Dynamo Kiew am Dienstag musste Julian Nagelsmann auf insgesamt neun Spieler verzichten und reiste mit einem Rumpfkader in die ukrainische Hauptstadt. Bedingt durch die Corona-Infektionen und anhaltenden Quarantäne-Ausfälle wird sich die personelle Lage bei den Bayern in den kommenden Wochen nicht wirklich verbessern. Vor allem das Fehlen von Schlüsselspieler Joshua Kimmich schmerzt die Münchner.



Am Mittwochabend bestätigte der FC Bayern die Corona-Infektion von Joshua Kimmich und damit die Meldungen der „BILD Zeitung“, welche zuerst über den positiven Corona-Test des 26-jährigen berichtet hatte. Wenige Stunden zuvor spielte sich nahezu das gleiche Szenario ab, auch bei Eric Maxim Choupo-Moting gaben die Münchner in wenigen Zeilen auf ihrer Webseite bekannt, dass der Stürmer positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

Als ungeimpfte Spieler werden Kimmich und Choupo-Moting die kommenden 14 Tage in Quarantäne verbringen. Erst im Anschluss besteht die Möglichkeit sich mit einem negativen PCR-Test freizutesten. Den beiden FCB-Profis geht es den Umständen entsprechend gut, wie der Verein mitteilte. FCB-Coach Julian Nagelsmann hingegen kann dies aktuell nur bedingt von sich behaupten.

Nagelsmann muss mit weiteren Ausfällen rechnen

Julian Nagelsmann
Foto: IMAGO

Nagelsmann wird am kommenden Samstag, beim Heimspiel gegen Arminia Bielefeld, erneut auf mindestens fünf Spieler verzichten müssen. Neben Kimmich und Choupo-Moting werden auch Serge Gnabry, Jamal Musiala und Michael Cuisance ausfallen, da sich alle drei noch bis zum Ende der Woche in Quarantäne befinden. Offen ist zudem ob die angeschlagenen Lucas Hernandez, Marcel Sabitzer und Tanguy Nianzou rechtzeitig fit werden. Immerhin: Niklas Süle und Josip Stanisic haben ihre Corona-Infektion überwunden. Beide feierten gestern ihr Comeback auf dem Trainingsplatz und werden gegen Bielefeld zumindest wieder im Kader stehen, wie der „kicker“ berichtet.

Zudem muss der FCB-Coach in den kommenden Wochen weiterhin um die ungeimpften Spieler bangen. Gnabry wird erst 14 Tagen nach seiner Impfung den vollen Impfschutz genießen und bleibt damit vorerst ein Quarantäne-Kandidat. Bei Musiala wird der vollständige Impfschutz erst nach seinem zweiten Pieks vorhanden sein. Laut dem „kicker“ erhält der 18-jährige in der Winterpause seine zweite Impfung. Somit bleibt auch der Youngster bis zur Winterpause ein potentieller Ausfallkandidat.

Hinzu kommt die Tatsache: Selbst geimpfte Spieler sind vor einem Ausfall nicht geschützt, wie die Beispiele von Süle und Stanisic zeigen. Nagelsmann selbst kann davon ein Lied singen. Die Bayern hatten in den vergangenen knapp vier Wochen insgesamt acht Corona-Fälle, rechnet man die Infektionen von zwei Staff-Mitgliedern, Torwart-Trainer Toni Tapalovic und dem Technischen Direktor Marco Neppe hinzu. Die Säbener Straße hat sich zu einem echten Corona-Hotspot entwickelt.

Kimmich kehrt erst Mitte Dezember zurück

Besonders schmerzhaft ist der Ausfall von Schlüsselspieler Kimmich. Der Mittelfeldspieler hat am 6. November, beim 2:1-Heimerfolg gegen den SC Freiburg, sein letztes Spiel für die Bayern absolviert. Kurz danach nahm das Corona-Unheil seinen Lauf. Nach der ersten Quarantäne, welche durch den Kontakt zu Süle ausgelöst wurde, folgte vergangene Woche direkt eine weitere Isolation, da Kimmich in seinem privaten Umfeld erneut Kontakt zu einer infizierten Person hatte. Der deutsche Nationalspieler wird frühestens am 8. Dezember die Quarantäne verlassen dürfen. Damit verpasst er nicht nur das Heimspiel gegen Bielefeld (27.11), auch das Topspiel gegen Borussia Dortmund (4.12) kommt für Kimmich deutlich zu früh.

Der Ausfall gegen den BVB ist ein herber Rückschlag für die Bayern. Wie wichtig Kimmich gerade in diesen Spitzenspielen ist, hat der Mittelfeld-Leader in der Vorsaison bewiesen, als er die Bayern in zwei von drei direkten Duellen gegen den BVB zum Sieg schoss. Im Mai 2020 sicherte ein Kimmich-Lupfer den wichtigen 1:0-Erfolg in Dortmund. Wenige Monate später erzielte er den entscheidenden 3:2-Treffer im DFL Supercup.

Erling Haaland und Joshua Kimmich
Foto: Getty Images

Selbst das CL-Duell gegen den FC Barcelona (8.12) ist keine Option für Kimmich. Dieser wird aller Voraussicht nach erst am 11. Dezember, d.h. knapp fünf Wochen nach seinem letzten Pflichtspiel-Einsatz, gegen Mainz 05 wieder eine Option für Nagelsmann sein.

Klar ist aber: Ohne richtigen Trainings- und Spielrhythmus wird der Mittelfeld-Motor der Bayern sicherlich noch den einen oder anderen Tag benötigen, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Viele Begegnungen wird der Kimmich in diesem Jahr nicht mehr absolvieren. Mit Mainz (11.12), Stuttgart (14.12) und Wolfsburg (17.12) sind es im Best Case-Szenario noch maximal drei.