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Härtetest bestanden: FCB-Frauen gewinnen gegen den FC Barcelona

FC Bayern Frauen
Foto: IMAGO

Im Stade Ernest-Wallon haben die Bayern-Frauen haben am gestrigen Abend das erste Halbfinale des AMOS Women’s French Cups mit 2:1 für sich entschieden und ziehen somit ins Finale des Vorbereitungsturniers ein. Die spielerische Effizienz der Bayern zog den überlegenen Katalaninnen den Zahn.



Auch wenn sich die Bayern-Frauen gegen den FC Barcelona mit 2:1 durchsetzen konnten, muss die Mannschaft von Trainer Straus in den kommenden Spielen noch an spielerischen Kleinigkeiten feilen.

Barcelona dominiert das Spiel, doch Bayern geht in Führung

Am heißen Sommerabend in Toulouse schickte Trainer Straus seine Mannschaft vorerst ohne die Kapitänin Lina Magull in die Partie gegen Barcelona. Die Katalaninnen übernahmen von Beginn an das Spielgeschehen und drängten, insbesondere in der Anfangsviertelstunde, die Bayern in ihre eigene Hälfte, ohne dabei aber zwingend gefährlich zu werden.

Da der FC Barcelona sehr ballorientiert verteidigte, gelang es den Bayern nach der Anfangsviertelstunde mit langen diagonal gespielten Bällen Lücken in die katalanische Hintermannschaft zu reißen, um sich so einige Halbchancen zu erspielen. Doch die erste richtig aussichtsreiche Chance der Partie gehörte den Spanierinnen. Claudia Pina konnte Bayerns Schlussfrau zwar schon bezwingen, aber die Innenverteidigerin Glodis Viggosdottir konnte den Ball mit einer spektakulären Rettungsaktion auf der Linie klären. In dieser Phase des Spiels konnten sich die Bayern nur mit langen Bällen aus dem Mittelfeld in die Spitze aus Barcelonas Gegenpressing befreien. Mit Erfolg! In der 40. Spielminute spielte die Mittelfeldakteuren Sarah Zadrazil einen überragenden Steckpass auf die einlaufende Lea Schüller, die kurz vor dem Tor auf ihre mitgelaufene Mitspielerin Guilia Gwinn rüberlegte und die dann nur noch ins leere Tor einschieben musste. Mit einer 1:0-Führung ging es für beide Mannschaften dann in die Kabine.

Unveränderte Rollenverteilung im zweiten Durchgang

Geschuldet von einigen Wechseln, insbesondere auf Seiten der Münchenerinnen, kamen die Katalaninnen mit ordentlich Schwung aus der Kabine. So schnürte der FC Barcelona die Bayern wieder vermehrt in der eigenen Hälfte ein, die mit den ganzen Personalwechseln und der neuen Spielweise des Trainers erst verspätet wieder in die Partie fanden. So erhielt Barcelonas Außenspielerin Hansen in der 60. Minute zu viel Platz, sodass die Norwegerin aus halbrechter Position, 20 Meter vor dem Tor, einfach mal abzog und den Ball sehenswert im Tor der Münchnerinnen unterbrachte. Bayerns Schlussfrau Grohs war bei dem Gegentreffer chancenlos.

Der Ausgleich beflügelte das Spiel der Katalaninnen weiter, sodass der Führungstreffer für die Spanierinnen nur eine Frage der Zeit war. Doch die neu-formierte Münchener Hintermannschaft, welche größtenteils als Fünferkette agierte, blockte jegliche weitere Angriffsversuche der Katalaninnen, sodass es bis in die Schlussminuten ein offener Schlagabtausch blieb. Die Bayern witterten ihre Chance auf den Sieg über Kontermöglichkeiten. So auch in der 84. Spielminute – Nationalspielerin Sydney Lohmann spielte einen sehenswerten Chip-Ball hinter die aufgerückte Hintermannschaft des FC Barcelona auf die gestartete Emelyne Laurent, die den Ball erfolgreich an der katalanischen Schlussfrau vorbei legte und das Spielgerät nur noch im leeren Tor unterbringen musste. Lohmann selbst hatte kurz vor Schluss noch die Chance auf 3:1 für die Münchnerinnen zu stellen, doch scheiterte diesmal an der Barcelonas Torhüterin.

Am Freitagabend (21 Uhr) trifft dann die Mannschaft von Trainer Alexander Straus im Finale des Vorbereitungsturniers auf Manchester United, die sich mit 1:0 gegen Paris Saint-Germain durchsetzten konnten.

 

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Schade, kein einziger Kommentar zum Bericht. Ich dachte nach der tollen EM hat sich etwas getan im Frauenfußball, denke die Euphorie verpufft wie schon Jahre zuvor. Schade das sie keine Chance von uns bekommen.

stimme Dir voll zu. Es ist wirklich schade, weil sich die Qualität der Damen wieder sichtlich gesteigert hat. Die Spiele waren schön anzusehen, spannend voller emotionen. Große Bühne und großes Kompliment für das erreichte.
Was mir jedoch nicht gefällt ist die Diskussion in diversen Sendungen und auch von der Politik, daß die Bezahlung der Damen an die der Männermannschaften angepasst werden muß.
Bei allem Respekt, auch bezüglich Gleichberechtigung, das war für mich schon immer (und das sind schon einige Jahrzehnte) eine Selbstverständlichkeit, aber wie soll das finanziert werden. Im Vergleich zwischen einem Spiel der Männer und der Frauen ist nun mal enormer Leistungsunterschied, was sich im Sponsoring, Übertragungsrechte TV, Zuschaueraufkommen etc. auswirkt. Und aus deren Einnahmen können dann die Gehälter und Prämien bezahlt werden.

Selbst innerhalb der Männermannschaften gibt es teils ein großes Einkommensgefälle. Wir leben nun mal in einer kapitalistischen Leistungsgesellschaft. Ob das immer gut ist, das steht auf einer anderen Seite.
Ich schaue mir viele Spiele der Männer im Bezahlfernsehen an. Zwischenzeitlich stellt sich mir die Frage, ob ich mir diese Preise dafür noch leisten will. Aber ich bin so ehrlich, wegen eines Damenwettbewerbes im Fussball würde ich kein TV-Abo bestellen.

Dass die profispieler aus den ersten ligen und Champions League usw bezahlt werden wie Hollywood Schauspieler finde ich verständlich. Ist halt auch Unterhaltung und eher schon Akrobatik. Hat ja im Grunde nicht mehr so viel mit dem Fußball in der kreisliga zu tun.

Aber warum müssen Männer in der Bezirksliga und in den ligen darunter und knapp drüber zt so viel Geld bekommen?!? Das ist komplett unverhältnismäßig. Fußball sollte ein Hobby bleiben, auch bei den Männer. In den unteren ligen würde ich mir wirklich equal pay wünschen. Aber im Sinne dass Männer da ebenfalls gar nichts bekommen. Ist doch totale Geldverschwendung. Dazu das ganze handgeld usw… Wofür eigentlich? Fürs in der freizeit gegen den Ball treten?

Du hast recht, aber man kann das Interesse ja nicht erzwingen.
Die EM Spiele waren ok, aber ein Vorbereitungsspiel ist einfach kein Quotenhit.

Juhu endlich berichte zu den Bayern Frauen. Mega!! Bin gespannt auf die Spielweise des neuen Trainers und darauf wie die Spielerinnen die EM wegstecken

Jonas Gerhartz
Jonas ist seit klein auf leidenschaftlicher Bayern-Fan. Wo der FC Bayern ist, ist Jonas nicht weit. Er verfolgt intensiv die aktuellen Entwicklungen rund um den FCB und hat durch sein laufendes "Sportjournalismus & Sportmarketing" Studium eine Leidenschaft fürs Texten über seinen Herzensverein entwickelt.