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Wendepunkt für Bayern-Neuzugang? Mazraoui überzeugt gegen Barça

Noussair Mazraoui
Foto: Getty Images

Noussair Mazraoui ist beim FC Bayern angekommen. Das ist spätestens seit seiner starken Leistung gegen den FC Barcelona klar. Der Marokkaner wurde nach knapp 20 Minuten für den verletzten Benjamin Pavard eingewechselt und gehörte am Dienstagabend zu den besten Münchnern.



Die ersten Wochen im Bayern-Trikot liefen für Ajax-Neuzugang Noussair Mazraoui noch nicht nach Plan. Julian Nagelsmann entschied sich regelmäßig für Benjamin Pavard, der seinen Platz Woche für Woche mit starken Leistungen rechtfertigte. Dem Marokkaner bescheinigte der Bayern-Coach hingegen noch taktische Mängel in der Defensiv-Bewegung. Nun scheint sich Mazraoui aber von seinen Defiziten befreit zu haben. Bereits gegen den VfB Stuttgart gehörte der Rechtsverteidiger bis zu seiner Auswechslung zu den stärksten Münchnern. Beim CL-Kracher gegen die Katalanen legte er gleich nochmals eine Schippe drauf.

Der 24-Jährige wusste vor allem im Zweikampfverhalten zu gefallen, wo er fünf von sechs Duellen für sich entschied und unter anderem kurz vor der Pause grandios gegen Lewandowski rettete. Zudem schaltete er sich immer wieder in die Offensive ein und schaffte es auch unter Bedrängnis mit klugen Pässen den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Für seine bärenstarke Leistung erhielt er sogar die „FCBINSIDE-Note“ 1.

Mazraoui vor weiteren Startelf-Einsätzen: Wie verändert sich das Bayern-System?

Wir können davon ausgehen, dass Mazraoui in den nächsten Wochen wesentlich mehr Spielzeit als bislang erhält. Zum einen weiß Nagelsmann inzwischen, dass er dem Neuling vertrauen kann und zum anderen sorgen die Verletzungsprobleme in der Bayern-Abwehr automatisch dafür. Selbst wenn Pavard spätestens nach der Länderspielpause wieder mit dabei ist, wird der Franzose nach der Hernández-Verletzung womöglich ab und an in der Innenverteidigung aushelfen. Bestätigt Mazraoui seine Leistungen, wird es für Pavard zudem nicht ganz so leicht, seinen Platz rechts hinten zu halten.

Ein Wechsel von Pavard zu Mazraoui stellt jedoch taktisch einiges auf den Kopf. Der Marokkaner ist schließlich niemand, der sich bei Bayern-Ballbesitz hinten einreiht und gemeinsam mit den beiden Innenverteidigern im Dreier-Verbund absichert. Demnach müsste auch der zuletzt sehr offensive Davies seinen Fokus ein wenig mehr auf die Abwehrarbeit legen. Nagelsmann wird jedoch auch dafür eine Lösung finden, schließlich hat man Mazraoui ja nicht kopflos verpflichtet, sondern verfolgt mit diesem einen klaren Plan. Das Bayern-Spiel ist mit dem Marokkaner weniger asynchron als mit Pavard, was die Unberechenbarkeit über die Flügel fördert. Welches Modell letztlich besser ist, werden die nächsten Monate zeigen.

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Genau solche Spiele steigern das Selbstbewusstsein !

Gutes Spiel von Mazroui, sehr schön.

Was aufgefallen ist, ist sein Drang von der Seite in die Mitte zu ziehen.

Den Vorschlag des Autors dann Davies nach hinten zu ziehen und den rechten IV auf Mazrouis Defensivposition gehe ich so nicht mit, dadurch werden a) die Abstände zwischen den zwei IV und Davies zu groß und zuviel Räume frei – zumal die Bayern DM eher offensiv ausgerichtet sind und b) die Räume in der Mitte mit einem Mann mehr zu eng.

Mazroui wird sich in der Viererkette eher auf die RV Linie kleben müssen. Es sei denn man stellt auf ein 5er MF um in dem er den rechten Part hat.

Sehr gut analysiert. Und so ein Ausnahmespieler, dass man das ganze System wegen ihm umstellen sollte ist er dann bei allem Respekt auch nicht.

Stumpfsinnig. Genau das war doch der Plan hinter der Mazraoui Verpflichtung, dass man eben nicht nur über Davies links attackieren kann. Davies & Mazraoui werden sich halt nur abwechseln müssen, welche Seite nach vorne stößt und welche absichert. Thats it. Da muss man kein System umstellen.

Hoffen wir, dass Herr Nagi einen Plan hat, vielleicht sogar einen Plan b und c. Bislang erscheint das Alles eher zufaellig. Ob Mazraoi gespielt haette bzw wann, wenn Pavard nicht ausgefallen waere, wissen wir nicht. Zweifel sind erlaubt. Gravenberch hat da etwas Pech, denn vor ihm sind 3 bis 4 vor ihm gesetzt, egal, was die liefern und egal, was er im Training zeigt. Dass er ein sehr interessanter Spieler mit Potential ist, das anderen fehlt, wird ihm wenig helfen. Gut, dass der Trainer immer noch soviel Zuversicht verbreitet, was den Plan betrifft. Warten wir es ab.

Dass es für Sie zufällig wirkt, ist ja eher Ihr Problem.

Schon wieder dieses einseitige und substanzlose Nagelsmann Gemeckere. Mazraoui hat stark Gewicht verloren anfangs und musste aufgebaut werden. Er war nicht bereit für die Startelf. Gegen Stuttgart erstmals in der Bundesliga von Anfang an musste er nach 60 Minuten wegen Kreislaufproblemen ausgewechselt werden.

Ihn ganz behutsam einzubauen ist vernünftig. Zudem hat Pavard stark gespielt bisher.

Eine Systemumstellung ist dafür gar nicht nötig!
Mazraoui und Davies sind in ihrer Art durchaus vergleichbar. Um unnötigen Gefahren durch zu starken Offensivdrang vorzubeugen, bedarf es auf beiden Flügelseiten eines Außenstürmers als Partner für die beiden – in der Art von Alaba/Ribery oder Lahm/Robben – als Abnehmer für die Pässe Richtung Grundlinie.
Die wären mit Coman und Gnabry auch vorhanden, aber z.Zt. leider nichts los – King verletzt, Gnabry komplett außer Form. Notfalls gingen auch Sane und Mane.
Dann müsste Mazraoui auch nicht immer nach innen ziehen und Davies müsste nicht die Arbeit eines Flügelstürmers mitmachen wie jetzt!

Gut erkannt! Wird interessant Mazroui mit King auf der rechten Seite zu sehen.

1. Mazraoui kann auf seiner Position durchaus ein Ausnahmespieler sein.
2. wir brauchen wg. ihm keine Systemumstellung. Ganz im Gegenteil, er macht das bestehende System unberechenbarer, weil er ähnlich wie Phonzie auch offensiv eine Menge einbringen kann.
3. Für meinen Geschmack drängt es ihn zu sehr in die Mitte ( keine Ahnung ob der Trainer das so vorgibt). Gemeinsam mit Gnabry, Coman, Sane, Mane oder Musiala kann er ein bärenstarkes Tandem über aussen bilden.
4. An alle die ihn schon negativ beurteilt haben, bevor er nur 3 BULI-Spiele gespielt hat, f… Euch!!! Fans seid Ihr jedenfalls keine. Allenfalls ewig nörgelnde Besserwisser oder maximal allseits belächelte Erfolgsfans… Zum frem schämen sowas!!!

Das mit den offensiven AV ist schon sehr gut, ebenso Pärchenbildung wie früher Alaba und Ribéry. Was dann fehlt, ist ein echter 6er wie Martínez. Kimmich sollte seinen Offensivdrang mal zügeln und sich auf die Arbeit eines Sechsers konzentrieren.

Pavard muss aufjedenfall durch Mazraoui ersetzt werden.

Mir ist aufgefallen, dass seit Pavard rechts hinten gesetzt ist, zumeinen Coman in der Offensivbewegung noch mehr auf sich allein gestellt ist. Ihm fehlt schlicht ein beweglicher AV der auch die Wege geht und mit dem man kombinieren kann. Das ganze geht dann zu lasten seiner Ausdauer und Motivation.

Pavard macht zudem extrem viele Fehler (aucg im Spiel gegen Barca). Viele Fehlpässe und er steht sehr oft schlecht. Dadurch, dass er zudem nicht dee schnellste ist, ist er bei gegnerischen Konter sehr spät dran.

Was mich an ihm am meisten stört sind seine Schüsse. Ständig diese Torabschlüsse aus der halbrechten Position, die ungelogen alle 50 male sitzen … der hat sich zu oft sein WM2018-Tor angeschaut.

Mazraoui ist einfach unglaublich gewesen und genau das haben wir endlich gebraucht, ein toller rechter Verteidiger!!

Ich finde, er seine Chance genutzt und bewiesen, dass er eine Bereicherung für Bayern sein kann.

Mazraoui hat 93 Spiele für Ajax gemacht und nochmals 30 für Jong Ajax. Als Stammspieler ist er mit Ajax dreimal Meister geworden und hat zwei Pokalsiege. Einmal NL Supercup. 12 Länderspiele für sein Heimatland, ohne den bisherigen Trainer wären es doppelt so viel.
Das ist ein richtig gut ausgebildeter Spieler, dem man nicht erst Taktik und Technik beibringen muss. Was er kann hat er gegen einen der stärksten Gegner in einem Spiel gezeigt.

Ramzazoui ist bestimmt eine Bereicherung

Dominik Hager

Dominik Hager

Redakteur
Der FC Bayern begleitet Dominik bereits seit vielen Jahren durch sein Leben. Als gelernter Sportjournalist hat Dominik den FCB sogar zum Teil seines Berufs gemacht. Auf fcbinside.de deckt Dominik alle relevanten Themen bei den Profis ab.