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Bayern braucht einen echten Neuner – 3 Erkenntnisse zum Heimsieg gegen Freiburg

Eric Maxim Choupo-Moting
Foto: Getty Images

Am Sonntagabend setzte der FC Bayern mit einem 5:0-Erfolg gegen den SC Freiburg ein deutliches Ausrufezeichen im Bundesliga-Titelrennen. Dabei passte Trainer Julian Nagelsmann sein bisheriges Spielsystem an und setzte in der Anfangsformation mit Eric Maxim Choupo-Moting wieder auf einen „echten“ Mittelstürmer. Wir liefern Euch drei Erkenntnisse zum Heimsieg gegen den Sport-Club.



Schon vor dem Anpfiff stand der deutsche Rekordmeister ordentlich unter Druck. Einerseits hatte Union Berlin mit einem 2:0-Erfolg gegen Borussia Dortmund im Titelrennen vorgelegt. Andererseits war der SC Freiburg, welcher in der Tabelle ebenfalls vor den Münchnern stand, zu Gast. Hieß im Umkehrschluss: Ein Sieg gegen die Mannschaft von Christian Streich war Pflicht!

Mit dieser Einstellung ging der deutsche Rekordmeister in die Partie und zeigte über die vollen 90 Minuten einen seriöses Spiel. So ließen die Münchner in der Defensive kaum was zu und erzielten gegen mutige, aber tief verteidigende Freiburger gleich fünf Treffer. Dabei fungierte Eric Maxim Choupo-Moting in der Offensive als entscheidender Schlüsselspieler in diesem Top-Spiel.

1. Bestätigt: Bayern braucht einen Neuner

Insbesondere in der vergangenen Ergebniskrise in der Bundesliga nahm die Stürmer-Diskussion an der Säbener Straße wieder Fahrt auf. So hatten die Bayern neben der fehlenden Effizienz vor dem Tor auch ihre Probleme gegen tief verteidigende Gegner.

Mit dem SC Freiburg kam am gestrigen Sonntagabend ein genauso schwer zu bespielender Gegner in die Allianz Arena und so setzte Julian Nagelsmann mit Eric Maxim Choupo-Moting auf einen „echten“ Neuner. Und diese taktische Umstellung brachte dem deutschen Rekordmeister gestern den Sieg.

Der Kameruner war in vielen Offensivaktionen direkt involviert und diente als Wand- und Zielspieler für seine Mitspieler. So war Choupo-Moting an drei Toren entscheidend beteiligt und erzielte auch selbst einen Treffer. Insbesondere von seiner starken Qualität in der Ballbehauptung und Weiterverarbeitung schwärmten auch seine Mitspieler nach dem Schlusspfiff. So fand beispielsweise Sadio Mané nach dem Spiel nur lobende Worte für seinen Offensivpartner: „Was für ein Spieler! Er hat gut für uns gespielt, hat heute einen großen Anteil an unserem Sieg. Er kämpft viel, gewinnt fast alle seine Zweikämpfe. Er kann die Bälle gut festmachen. Ein fantastisches Spiel von ihm.“

Das gestrige Spiel gegen den Sport-Club aus Freiburg war schon fast die Bestätigung dafür, dass den Münchnern im eigenen Spiel derzeit ein robuster Mittelstürmer fehlt. Diese Rolle kann aber Eric Maxim Choupo-Moting derzeit gut bekleiden und sollte in Zukunft vermehrt zum Einsatz kommen. Oder wie es „DAZN“-Experte Sandro Wagner nach der Partie sagte: „Ich glaube so schnell spielt Bayern nicht mehr ohne Choupo-Moting“.

2. Davies ist unverzichtbar für das Münchner Spiel

Alphonso Davies kam im Januar 2019 als Offensiv-Talent zum deutschen Rekordmeister. Der Kanadier brauchte zwar ein wenig Anlaufzeit beim FC Bayern, entwickelte sich aber insbesondere unter Hansi Flick zum absoluten Stammspieler. Und das nicht auf einer Offensiv-Position, sondern in der Defensive. Seit mehr als zwei Jahren bekleidet der 21-Jährige die Linksverteidiger-Position beim FC Bayern und ist mit seiner derzeitigen Form für Trainer Julian Nagelsmann unverzichtbar geworden.

Insbesondere in den letzten beiden Spielen gegen Dortmund und Pilsen machte sich sein Fehlen stark bemerkbar. Viel mehr noch, dass die aktuelle Spielphilosophie von Nagelsmann u.a. genau auf Davies Attribute zugeschnitten ist. Das heißt viel Offensivdrang, temporeich und körperliche Robustheit auf der Linksverteidiger-Position. All diese Qualitäten auf der Position hat nur Alphonso Davies und sonst kein anderer Verteidiger beim deutschen Rekordmeister. Beispielsweise vertrat in den letzten beiden Partien Josip Stanisic den verletzten Davies auf links. Dies funktionierte in beiden Spielen leider nicht, da Stanisic zum einen das Tempo fehlt und andererseits auch nicht die gleichen Offensiv-Qualitäten hat.

Insbesondere die letzten beiden Spiele (Dortmund und Pilsen) im Vergleich mit der gestrigen Bundesliga-Partie gegen Freiburg haben gezeigt, wie unverzichtbar Davies für das Münchner Spiel ist.

3. Mané hat endlich seine (neue) Position gefunden

Wie auch bei vielen anderen Offensiv-Akteuren beim FC Bayern, lief es für Sadio Mané in der vergangenen Ergebniskrise nicht wirklich rund. So zeigte Mané in der Vergangenheit vermehrt schwache spielerische Leistungen und bleib mehrere Spiele ohne eigenen Treffer. Diese fallende Formkurve beim Senegalesen erkannte auch Trainer Nagelsmann und gab Mané eine neue Position. Nachdem der 30-Jährige zum Saisonbeginn meist auf der Mittelstürmer-Position zu finden war, spielt der Senegalese nun auf dem linken Flügel. Eine Position, die er aus seiner Zeit beim FC Liverpool schon bestens kennt.

Und diese taktische Umstellung trägt bereits jetzt schon erste Früchte. So zeigt der Senegalese nicht nur konstantere Leistungen, sondern es kommen auch immer mehr seine individuellen Qualitäten zum Vorschein. Insbesondere das Zusammenspiel mit Davies auf der linken Seite harmoniert sehr gut. Zudem kann Sadio vermehrt mit seinem hohen Tempo in die Box dribbeln und kommt zu mehreren Abschlüssen. Wie gut der 30-Jährige schon auf seiner neuen Position funktioniert, unterstreichen auch seine vier erzielten Tore in den letzten fünf Pflichtspielen.

Mit der taktischen Umstellung auf dem linken Flügel kommen Manés Qualitäten mehr zur Geltung und beflügeln das Offensiv-Spiel der Münchner.

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22 Comments
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Jetzt kommen gleich wieder die Nörgler und Basher Trollen…
Schreibe ja seit Wochen, Mane‘ mit Phonzie auf links !!!
Wie es aussieht no3 beim Ballon d‘Or hinter Benzenma und Lewa!
Bitter der Ausfall von Sane‘. Hoffe er wird wieder fit bis zur WM.

Kann man so stehen lassen!

Soweit so gut und so richtig, aber man sollte die naechsten Spiele mit anders auftretenden Gegnern abwarten. Wie Herr Streich durchaus zutreffend bemerkte, war gestern vom üblicherweise durchaus robusten Defensiv – bzw Zweikampfverhalten seiner Mannschaft nicht allzuviel zu sehen. Das wird sicher auch an der Spiel anlage der Bayern gelegen haben, die endlich mal den Ball direkter, präziser und schneller bewegt haben. Nichtsdestotrotz war Freiburg, vielleicht wegen ihrer Donnerstageinsaetze, nicht in der körperlichen Verfassung, die man ansonsten kennt. Augsburg, eine ausgewiesene Knueppeltruppe, die deutlich weniger, mangels Potential, am eigenen Spiel mit Ball interessiert ist und sich auf den Körper des Gegners ausrichtet, und vielleicht sogar Hoffenheim würde ich vor einer abschließenden Bewertung noch abwarten. Der Ansatz passt jedenfalls.

Es war schon immer so.
Eine Mannschaft spielt so gut wie es der Gegner zulässt. Und Spiele unter der Woche hatte Bayern auch. Also bitte keine Entschuldigung suchen.

So schnell kann es gehen. Ich erinnere mich noch dumpf, welche „Erkenntnisse zur 9er-Diskussion“ nach den Siegen gegen RB (5:3), Bochum (7:0), WOB (2:0) und Frankfurt (6:1) unisono durch den medialen Blätterwald rauschten…

Last edited 1 Monat zuvor by Cheech

Stimmt. Wenns beim nächsten mal nicht nem echten MS klappt, dreht sich der Wind ratzfatz wieder und es heißt allenortens, man muss die Tore wieder auf mehrere Schultern verteilen und die kleinen flinken Spieler nutzen anstatt den großen Wandspieler.

1.
Weil Chupo ein Tor geschossen hat, benötigen wir einen Neuner? Ausgerechnet das Spiel gegen Freiburg taugt eben mal so gar nicht für diese Annahme. Wenn wir gegen schwächere Gegner spielen, die mauern und Konterfußball betreiben, könnte ein Mann im Strafraum allerdings wichtig werden, der Flanken auch mal mit dem Kopf verwerten kann!

2.
Davies hat ein ordentliches Spiel gemacht, aber zum wiederholten Mal hatte er zu viele Fehler im Spiel. Seine Form von vor zwei Jahren läuft er noch hinterher. Stanisic wird sich nicht durchsetzen können, ein klarer Verkaufskandidat.

3.
Mané ist ein begnadeter Fußballer mit unglaublichen technischen Skills, wenn er endlich seine Sicherheit auf der richtigen Position wieder gefunden hat, wird er uns noch viel Freude bereiten!

Da stimme ich dir voll und ganz zu

Nicht des Tores wegen braucht Bayern eine 9, sondern der Anspielstation und der gewonnenen Räume für die anderen Offensiven wegen.

Davies ist 21, mitten in der Entwicklung und Fehler sind Teil dessen. Mit seiner irren Geschwindigkeit ist er jedoch in der Lage viele seiner eigenen und auch die seiner Nebenleute wettzumachen.

Stanisic ist nicht als Backup LV eingeplant, das ist Hernandez – Stanisic hatte ausgeholfen weil beide LV ausgefallen sind. Solange er auf seinen Kernpositionen RV und IV nicht völlige Grütze spielt ist er kein Verkaufskandidat.

Bei Mané teile ich Deine Meinung.

Was soll denn das Geplapper.
Im Endergebnis geht es doch nicht um die Torjägerkanone sondern darum wer die meisten Punkte holt, die meisten Tore schießt und die wenigsten kassiert. Und ob nun ein echter Neuner oder vier fünf oder sechs andere diese Tore schießen, spielt doch absolut keine Rolle. Eines ist sicher. Wenn mehrere die Fähigkeit haben Tore zu schießen, ist die Mannschaft im gesamten doch wesentlich unberechenbarer.

Ein „Wandspieler“ hilft.

“ Wandspieler, Dosenöffner “
Können Sie nicht vernünftige Begriffe verwenden. mit denen andere auch was anfangen können.

Unberechenbarkeit ist grundsätzlich gut. Allerdings trifft das nur zu, wenn alle Abläufe passen und alle in der entsprechenden Verfassung sind und auf den Platz bringen wozu sie imstande sind!
Was passiert, wenn dem nicht so ist, hat man ja bereits sehen können (viele gute Ansätze und Ideen, die nicht sauber zu Ende gespielt oder abgeschlossen werden).
Insofern ist auch ein klassischer MS als zusätzliche Option wichtig und richtig. Sie sorgt eben für mehr Flexibilität und hilft dann bei tief und kompakt stehenden Gegnern.
Aber letztlich hilft alles nur, wenn die Spieler 100% Leistung auf den Platz bringen. Sonst nützt das beste und flexibelste System nichts!

Neuen Fachbegriff gelernt: „Wandspieler“!

Wandspieler und Dosenöffner – das ist Choupo. Solange, bis Thucus an Bord geht, werden wir ihn brauchen.

Der Begriff Wandspieler ist ja seit längerem im Fussball beheimatet. Was ich aber bisher wirklich noch nie gehört hatte, war die Umschreibung von Serge Gnabry über den Spielertypen EMCM: ein „Sohlenspieler“… Da hab ich dann auch wieder mal was ganz neues gelernt. Obwohl ich eigentlich nichts so recht was damit anfangen kann. Ein Sohlenspieler, was mag das denn wohl sein? Ein Spieler, mit dessen Hilfe man den Gegner ver“sohlt“? Der jeden ball mit der Sohle stoppt oder spielt? Der sich auf leisen Sohlen hinter die Abwehr schleicht? Oder jemand, den man beim Zocken auf seiner Kon“Sohle“ in den Sturm stellt? Ich bin nicht sicher…

schee gschriebn. kennt a sei dass der gnabry auf choupos duschgsang …o sole mio..ospuilt.

Es ist nicht ansatzweise kompliziert…wagt man sich dauerhaft an das System mit 2 Spitzen, kann es mit dem aktuellen Personal sehr gut funktionieren. Möchte man mit einer Spitze auf höchstem Niveau performen, wird man Geld für Qualität ausgeben müssen ( zudem erstmal finden ). Choupo hat zwar deutlich mehr Qualität als ihm manche Miesepeter hier unterstellen, aber er ist a ) auch nicht mehr der Jüngste und b ) NICHT alleroberstes Regal.

Zu Mane, natürlich hat er Spitzenqualität. Das anzuzweifeln mit seiner Historie ist anmaßend.

Zu Davies, der Junge ist 21 Jahre alt. In diesem Alter so konstante Leistungen zu bringen mit Dips auf Weltklasseniveau ist absoluter Wahnsinn !!

Und zu Stani, lasst den Jungen doch einfach mal auf seiner RV-Position spielen. Der Junge ist richtig gut.

Stabile Ansichten, unterschreib ich.

Reichlich Lesestoff!
Da hat sich jemand sehr viel Mühe gegeben.
1.
Denke nicht, dass Wir zwingend einen neuen Mittelstürmer brauchen, denn Wir haben doch einen! (bzw. sogar mehrere)
Der ist zwar noch ziemlich jung und vielleicht auch zu unerfahren aber Er lernt, Er lernt schnell.
Und wenn bis dahin andere dafür in die Bresche springen, ist alles gut.
2.
Alphonso Davis ist innerhalb kürzester Zeit zu einem Schlüsselspieler gereift!
Wer hätte schon gedacht, dass ausgerechnet, ein relativ unbekannter Kanadier, die Position eines Top Außenverteidigers, mit super-technischen Fähigkeiten im Dribbling nach vorne ausfüllt?
Bin ich bei Dir!
3.
Mane ist Linksaußen! Coman jedoch auch. Wer ist hier der Back-up von wem?
Ich glaube Sane ebenso und Davis auch hat einen linken Fuß.
Wenn alle Fit sind, hat der Trainer die Qual der Wahl.
Das ist gewollt! In einer langen Saison gibt es immer Verletzte.
Bin ich auch bei Dir!

Mane war nicht so stark bisher. auch gestern. 15 Dribblings. 14 mal Hängengeblieben. Das Tor schön, aber der Rest einfach Null. Nach hinten keine Arbeit. Vorne viel zu schwach.

Die bisherigen Leistungen von Mané war gut durchschnittlich. Trotzdem stimmen zumindest die Scorer. Hast Du jemals Szenen aus Liverpool von ihm gesehen. Er wird dorthin kommen, es braucht nur ein wenig Vertrauen und Geduld.

Auf jeden Fall ist er besser als Coman, der ja in Sachen Scorerpunkte nicht viel viel vorzuweisen hat.

Jonas Gerhartz
Jonas ist seit klein auf leidenschaftlicher Bayern-Fan. Wo der FC Bayern ist, ist Jonas nicht weit. Er verfolgt intensiv die aktuellen Entwicklungen rund um den FCB und hat durch sein laufendes "Sportjournalismus & Sportmarketing" Studium eine Leidenschaft fürs Texten über seinen Herzensverein entwickelt.