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Nach irrer Aufholjagd: FCB Frauen feiern Last-Minute-Sieg bei Benfica Lissabon

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Foto: Getty Images

Die FC Bayern Frauen konnten am Donnerstagabend einen wichtigen „Last Minute“-Sieg bei Benfica Lissabon feiern. Die Mannschaft von Trainer Alexander Straus drehte tief in der Nachspielzeit noch einen 0:2-Rückstand auf 3:2 (0:1) und sicherte sich somit die nächsten wichtigen drei Punkte in der UWCL-Gruppenphase.



Am Caixa Futebol Campus schickte Bayern-Coach Alexander Straus seine Mannschaft fast unverändert auf den Rasen. So rotierte der Norweger im Vergleich zur vergangenen Bundesligapartie beim VfL Wolfsburg auf nur einer Position, sodass Saki Kumagai für Tainara in die Startelf rückte.

Mit einem Rückstand in die Pause

Es war ein munterer Beginn am Caixa Futebol Campus in Lissabon, bei dem die Münchnerinnen einen besseren Start erwischten. Somit gehörte der Mannschaft von Trainer Alexander Straus auch die erste aussichtsreiche Möglichkeit der Partie. In der 9. Spielminute erhielten die Bayern ihren ersten Eckball, den Kapitänin Lina Magull kurz auf Klara Bühl spielte. Bühl zog mit dem Ball auf Höhe der Strafraum-Grenze nach innen, suchte den Abschluss und traf mit ihrem platzierten Flachschuss den linken Außenpfosten.

Insbesondere in der Anfangsviertelstunde zeigten sich die Münchnerinnen dominant und hatten insgesamt auch mehr Spielanteile als Benfica Lissabon (Bsp. 56 Prozent Ballbesitz). Doch die Bayern kamen nach einer gespielten halben Stunde nicht mehr so zwingend zu Torabschlüssen wie noch in der Anfangsphase. So gestaltete sich die Partie offener und die spielstarken Portugiesinnen kamen besser ins Spiel. Der erste erwähnenswerte, aber am Ende doch harmlose Abschluss hatte die Mannschaft von Trainerin Filipa Patao in der 24. Spielminute. So fasste sich die Offensivspielerin Kika aus knapp 25 Metern ein Herz und zog einfach mal ab. Der zentrale abgegebene Torschuss war für Bayerns Schlussfrau Mala Grohs allerdings kein Problem.

Vor der Halbzeitpause bemühten sich die Münchnerinnen wieder um eigene Offensivaktionen, aber wirkten in den entscheidenen Situationen vor dem gegnerischen Tor zu überhastet. Zudem fehlte es auch an der nötigen Präzision im Passspiel. Benfica Lissabon profitierte von den spielerischen Ungenauigkeiten der Bayern und setzte die Münchnerinnen immer wieder mit gutem Gegenpressing unter Druck. So fiel auch kurz vor der Pause der Führungstreffer für die Portugiesinnen. In der 43. Spielminute eroberte Benfica den Ball auf Höhe des Mittelkreises und spielte zielstrebig nach vorne, sodass der Ball bei Cloé Lacasse auf dem linken Flügel landete. Die Kanadierin überlegte nicht lange und spielte den Ball wieder zurück in den Rücken der Bayern-Abwehr, wo am Elfmeterpunkt Stürmerin Nycole Raysla eiskalt in die Münchner Tormaschen abschloss. Auch die formstarke Mala Grohs konnte diesen strammen und platzierten Einschlag nicht mehr verhindern. Mit dem Rückstand ging es dann für beide Mannschaften auch in die Halbzeitpause.

Stanway wird in einer turbulenten zweiten Halbzeit zum Match-winner

Zum Beginn des zweiten Durchgangs gab es auf beiden Seiten keine personellen Veränderungen und auch das Spielgeschehen blieb unverändert. Die Münchnerinnen hatten weiterhin mehr Spielanteile, aber kamen gegen eine gut organisierte portugiesische Defensive kaum in aussichtsreiche Abschlusssituationen. Dennoch gehörte die erste gute Gelegenheit im zweiten Durchgang dem FC Bayern. In der 53. Spielminute flankte Linda Dallmann von der rechten Seite in den Sechzehner, in dem Lina Magull knapp über das portugiesische Tor köpfte. Allerdings prallte Magull bei dem Kopfball schwer mit Carole Costa zusammen, sodass die Nationalspielerin mit einer Trage vom Platz getragen werden musste. Magull gab aber bereits Entwarnung, dass es ihr den Umständen entsprechend gut gehe.

Unmittelbar nach der verletzungsbedingten Auswechslung vom Magull ging Benfica auf der anderen Seite mit 2:0 in Führung. Nach einem schnell gespielten Angriff kam Cloé Lacasse aus halblinker Position zum Abschluss. Der wenig platzierte Schuss kam ziemlich zentral aufs Bayern-Tor, allerdings patze Mala Grohs beim Abwehrversuch und der Ball rutschte ihr durch die Hände ins Tor.

Nach dem 0:2-Rückstand reagierte Bayern-Coach Alexander Straus umgehend und wechselte gleich zweimal. Für die glücklosen Schüller und Dallmann kamen Jovana Damnjanovic und die 18-jährige Franziska Kett in die Partie. Mit Kett und Damnjanovic veränderte sich das Spielgeschehen und die Münchnerinnen suchten und fanden die direkte Antwort. Nur acht Minuten nach dem zweiten Gegentreffer erzielte Maximiliane Rall, nach Ecke von Caro Simon, mit einem Kopfball den verdienten 1:2-Anschlusstreffer.

Mit dem Anschlusstreffer gestaltete sich die Partie zu einem offenen Schlagabtausch. So gab Abschlüsse und Offensivaktionen auf beiden Seiten und die Bayern witterten ihre Chance auf den 2:2-Ausgleichstreffer. Und diese Chance bekamen die Münchnerinnen auch. In der 83. Spielminute kam Georgia Stanway aus zentraler Position, 17 Meter von dem Tor, frei zum Abschluss und erzielte den 2:2-Ausgleichstreffer. Stanways Schuss rauschte halbhoch ins rechte Toreck. Für die Benfica-Schlussfrau Katelin Talbert gab es auch hier nichts zu halten.

Mit dem 2:2-Ausgleichstreffer drohte das Spielgeschehen komplett zu Gunsten der Münchnerinnen zu kippen und die Bayern waren drauf und dran, den Siegtreffer zu erzielen. Doch dann ertönte ein Pfiff der Schiedsrichterin Eleni Antoniou, die in der 88. Spielminute auf Strafstoß für Benfica entschied. Nach einem langen Ball aus der portugiesischen Hälfte in Richtung Mala Grohs hatte Saki Kumagai große Probleme den Ball noch vor der Stürmerin Jessica Silva zu klären und brachte die Portugiesin im Sechzehner zu Fall. Den darauffolgenden Elfmeter konnte Mala Grohs sehenswert gegen Ana Vitória parieren und machte somit ihren Fehler beim zwischenzeitlichen 0:2 wieder gut.

Aufgrund der langen Verletzungsunterbrechung von Lina Magull erhielt dieser UWCL-Krimi noch achten Minuten an Nachspielzeit. In der Nachspielzeit drängten die Münchnerinnen wieder auf den Führungstreffer und so erzielte Stanway mit dem Schlusspfiff den 3:2-Siegtreffer. Nach einem langen Ball von Tainara musste Schlussfrau Talbert erst vor der anlaufenden Klara Bühl per Kopf klären. Der anschließende Ball landete bei Stanway, die weiter auf Damnjanovic spielte. Über Umwege kam das Spielgerät wieder zu Georgia Stanway, die wieder aus ca. 17 Metern zum Abschluss kam. Der platzierte Flachschuss schlug diesmal im linken unteren Toreck ein. Es war die letzte Aktion des Spiels, denn danach ertönte der Schlusspfiff. Riesenjubel auf Seiten der Münchnerinnen und Niedergeschlagenheit bei den spielerisch starken Portugiesinnen.

Nächster Gegner: SV Meppen

Nach diesem packenden und intensiven Spiel sind die FC Bayern Frauen am Wochenende schon wieder in der Bundesliga gefordert. Am Sonntag empfangen die Münchnerinnen den Aufsteiger SV Meppen am FC Bayern Campus. Anstoß der Partie ist um 13 Uhr.

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Typisches Frauenfussballspiel mit teils haarsträubenden Fehlern. Der Patzer der Bayern Torfrau war geradezu grotesk. Der Elfmeter war keiner.
Lediglich Stanway spielt wirklich Fussball. Viel Energie und Willen. Das hat mir gefallen. Der Rest war übles Gekicke, so leid mir das tut.

Da gebe ich dir Recht. Ich habe vor über 10 Jahren ein „geheimes“ Testspiel unserer damaligen Damen Nationalmannschaft im Rahmen der WM Vorbereitung gegen die A Jugend des FC Freiburg gesehen (FC, nicht SC). Womit keiner gerechnet hatte, beim Stand von 7:0 für die A Jugend hat der A Jugendtrainer drei Gänge runter geschaltet, damit es nicht zweistellig wird.
Kein Vergleich zwischen Damen und Herrenfussball.

Die Platte ist aber wirklich sehr alt. Mir ist auch nicht bekannt, dass man im Tennis permanent den Geschlechtervergleich beschwört.

Stanway ist einfach sehr stark und das mit 23 in ihrer ersten Saison im Ausland. Glückwunsch zum Sieg!!!

Jonas Gerhartz
Jonas ist seit klein auf leidenschaftlicher Bayern-Fan. Wo der FC Bayern ist, ist Jonas nicht weit. Er verfolgt intensiv die aktuellen Entwicklungen rund um den FCB und hat durch sein laufendes "Sportjournalismus & Sportmarketing" Studium eine Leidenschaft fürs Texten über seinen Herzensverein entwickelt.