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Verletzungen en masse: So lief der erste WM-Spieltag für die Bayern-Stars

Lucas Hernandez
Foto: Getty Images

Der erste Spieltag der Fußball-Weltmeisterschaft ist absolviert. Während Spanien, Frankreich und Brasilien ihrer Favoritenrolle gerecht wurden, erlebten mit Argentinien und Deutschland zwei Teams aus dem engeren Favoritenkreis einen erheblichen Dämpfer. Nach deren Niederlagen stehen die beiden WM-Finalisten von 2014 bereits früh im Turnierverlauf unter Druck und dürfen sich keine weitere Pleite leisten. In diesem Format blicken wir aber vor allem auf das Abschneiden der Bayern-Stars. Die Münchner stellen mit 16 Akteuren die zweitmeisten Spieler bei dem Turnier.
Wie verlief also der erste Spieltag für die FCB-Profis bei der WM in Katar?



Frankreich und die Niederlande feiern souveräne Auftaktsiege

Die Equipe Tricolore will im Wüstenstaat den WM-Titel verteidigen. Gleich vier Akteure aus der bayrischen Landeshauptstadt traten die Mission „Titelverteidigung“ mit ihren französischen Landsleuten an. In ihrem ersten Spiel ging es gegen Australien. Die Mannen aus Down Under sind seit dem Jahr 2006 bei jeder WM vertreten gewesen und haben in ihrer Gruppe mit Dänemark und Frankreich womöglich nur Außenseiterchancen auf einen Achtelfinaleinzug. Auch in der Partie gegen Frankreich waren die Australier die klaren Underdogs und unterlagen am Ende gegen Frankreich mit 1:4.

Mit dem ungefährdeten aber genauso unspektakulären Sieg der Franzosen könnte man von einem erfolgreichen Start in das Turnier sprechen – wäre da nicht diese eine Verletzung von Lucas Hernandez. Der Defensiv-Akteur musste das Feld nach nur 14 Minuten mit schmerzverzerrtem Gesicht verlassen. In einem unglücklichen Laufduell blieb Hernandez im Rasen hängen und ging sofort zu Boden. Einen Tag später dann die Hiobsbotschaft: Lucas Hernandez hat einen Riss des vorderen Kreuzbandes erlitten! Damit fällt der Franzose für das restliche Turnier in Katar aus und auch die Saison 2022/23 ist gelaufen.

Für die Defensiv-Kollegen Pavard und Upamecano begann das Turnier durch den Dreier genau nach Plan. Beide standen beim Sieg gegen Australien in der Startaufstellung. Am Donnerstag machte dann die nächste Verletzung eines Bayern Spielers die Runde. Aus dem bayrischen Quartett in der französischen Nationalmannschaft fehlt nur noch Kingsley Coman. Der oft verletzungsanfällige Franzose scheint Berichten zufolge das Mannschaftstraining am Donnerstag vorzeitig abgebrochen zu haben. Wie „RMC Sport“ berichtet, machten dem Flügelflitzer muskuläre Probleme zu schaffen.

Niederlande: Bayern-Star Matthijs de Ligt ist neben Leverkusens Jeremy Frimpong der einzige Bundesligaprofi im Kader der Niederlande. Wie wichtig er für die Elftal ist, zeigte er bereits im ersten Spiel. In der Dreierkette räumte er körperbetont in der Abwehr ab und absolvierte die volle Spielzeit. Insgesamt fuhr das Oranje-Team einen glanzlosen 2:0-Sieg gegen den Senegal ein, die bei der Weltmeisterschaft auf Sadio Mané verzichten müssen. Damit bleiben die Niederländer in van Gaals dritter Amtszeit als Bonds-Coach weiter ungeschlagen und wollen „Weltmeister werden“ – wie der ehemalige Bayern-Trainer auf der Pressekonferenz vor dem Auftaktmatch betonte.

Mazraoui verletzt sich bei torlosen Remis

Noussair Mazraoui
Foto: IMAGO

Marokko: Auch ein weiterer Bayern-Star musste gleich im ersten Spiel mit einer Verletzung das Feld verlassen. Mit einer Trage wurde Noussair Mazraoui bereits nach 61 Minuten vom Platz gebracht. Eine genaue Diagnose steht weiterhin aus. Leichte Entwarnung gab es zumindest vom „kicker“, der in Bezug auf den FC Bayern vermeldete, dass Mazraoui „nicht länger außer Gefecht“ sein wird. Es bleibt jedoch weiterhin abzuwarten, ob der 25-jährige in der WM noch einmal für sein Land zum Einsatz kommen kann. Marokko startete mit einem 0:0 gegen Kroatien in das Turnier und hofft darauf in der Gruppe mit Kanada und Belgien vielleicht einen Überraschungscoup zu landen.

Kroatien: Im direkten Aufeinandertreffen mit Marokko, kam es nicht zum Duell der beiden Bayern-Stars. Josip Stanisic kam für die kroatische Nationalmannschaft beim torlosen Remis in Gruppe F nicht zum Einsatz.

Alphonso Davies scheitert bei Kanadas WM-Auftakt vom Punkt

Kanada: In selbiger Gruppe F unterlag Kanada mit Bayern-Shootingstar Alphonso Davies 0:1 gegen Belgien. Bitter für den Bayern-Akteur: In der 10.Minute war es ausgerechnet Alphonso Davies, der per Handelfmeter die Chance hatte sein Team in Führung zu bringen. Zum Unglück aller kanadischen Fans, scheiterte Davies jedoch an Belgiens Keeper Courtois. Es wäre das erste Tor überhaupt für Kanada bei einer Weltmeisterschaft gewesen. Nach 38 Minuten hätte es nach einem Foulspiel von Axel Witsel eigentlich erneut Elfmeter für Kanada geben müssen. Sowohl doch der Referee auf dem Feld, als auch der VAR griffen jedoch nicht ein. Kurz vor der Pause trifft dann Ex-BVB-Spieler Michy Batshuayi zur bis dato glücklichen 1:0-Führung für Belgien. Die Kanadier versuchten bei ihrer erst zweiten WM-Teilnahme weiterhin alles – jedoch ohne Torerfolg.

Damit gewinnt der WM-Dritte von 2018 (Belgien) die Auftaktpartie mit 1:0 gegen Kanada. Das Team von Nationaltrainer Roberto Martinez darf sich vor allem bei ihrem Torhüter Thibaut Courtois bedanken – dem wohl besten Belgier des Spiels.

Kamerun und Deutschland nach Auftaktniederlagen bereits früh unter Druck

Deutschland: Die deutsche Nationalelf unter der Leitung des ehemaligen Triple-Trainers Hansi Flick verlor ihre Auftaktpartie mit 1:2 gegen Japan – ein Ergebnis, das bei allen Deutschland-Fans böse Erinnerungen aus dem Jahr 2018 hervorruft. Damals startete das DFB-Team ebenfalls mit einer Niederlage gegen Mexiko in das Turnier und schied bereits in der Gruppenphase aus. Jetzt in dieser Situation zu stehen, ist mehr als unnötig. Schon in der achten Spielminute erzielten die Japaner das vermeintliche 1:0 aus Abseitsposition – es sollte ein Warnschuss für die Deutschen sein.

Die Nationalmannschaft hatte fortan viel Spielkontrolle und ging durch einen verwandelten Foulelfmeter von Ilkay Gündogan in Führung. Bis zur 60.Minute erspielten sich die DFB-Stars weitere hochkarätige Chancen und hatten die Gelegenheit die Führung zu erhöhen. Das gelang Müller und Co. allerdings nicht und so bahnte es sich immer mehr an, dass die japanische Nationalmannschaft die vergebenen Chancen büßen würde. Als wäre der Ausgleichstreffer von Ritsu Doan in der 75.Minute nicht schon genug gewesen, geriet die deutsche Nationalelf auch noch in Rückstand. Nur acht Minuten nach dem Ausgleichsschock traf Takuma Asano mitten ins Herz aller Deutschland-Fans. Das „Aufbäumen“ – wenn man es so nennen kann – blieb in den Schlussminuten ohne Erfolg. Damit müssen die Spieler von Hansi Flick am Sonntag gegen Spanien gewinnen um die Chance aufs Achtelfinale zu wahren.

Manuel Neuer
Foto: Getty Images

Auch die Bayern-Stars gaben ähnlich wie ihre Mitspieler kein gutes Bild ab. Thomas Müller wurde von den Japanern nahezu komplett aus dem Spiel genommen, konnte die von ihm geforderte Leader-Qualität nicht unter Beweis stellen und wurde in der 68. Minute ausgewechselt. Auch Kimmich, der beim FC Bayern oft als Anführer vorangeht, lässt diese Qualitäten auf seiner Wunschposition (der 6er-Position) komplett vermissen. Jamal Musiala wirbelte in der Offensive einige Male durch den Sechzehner und ließ seine Qualitäten im Dribbling aufblitzen. Allerdings scheiterte es bei ihm, genau wie bei seinem engagierten Bayern-Kollegen Serge Gnabry oft im Abschluss. Die vergebenen Chancen werden die Nationalelf am Ende am meisten ärgern. Mit einem 2:0 hätte der Sack vermutlich schon zu gemacht werden können.

Goretzka kam in der Partie erst durch eine Einwechslung ins Spiel und machte vor allem beim 1:1 eine unglückliche Figur, als er nach verlorenem Zweikampf die Rückwärtsbewegung vernachlässigte. Manuel Neuer hielt das DFB-Team mit einigen herausragenden Paraden im Spiel, sah aber auch beim entscheidenden 1:2 eher unglücklich aus. Leroy Sané stand verletzungsbedingt nicht im Kader gegen Japan und auch für die anstehende Partie gegen Spanien wird es ein Wettlauf mit der Zeit.

Vor der Partie setzte das DFB-Team ein Zeichen gegen die FIFA. Nachdem neun europäischen Verbänden das Tragen einer „One-Love-Binde“ verboten wurde, hielt sich die deutsche Nationalmannschaft beim obligatorischen Mannschaftsfoto demonstrativ den Mund zu. „Uns die Binde zu verbieten, ist wie den Mund zu verbieten. Unsere Haltung steht!“, teilte der DFB über Twitter mit. Die „One-Love-Binde“ sollte für „Vielfalt und gegenseitigen Respekt“ stehen, so der Verband.

Kamerun: In Choupo-Motings dritten WM-Teilnahme mit Kamerun ging es am letzten Tag des ersten Spieltags gegen die Schweiz. In der ersten Halbzeit erspielten sich die Afrikaner einige Chancen, scheiterten jedoch an Gladbach-Goalkeeper Jan Sommer. In der zweiten Halbzeit gewannen die Schweizer dann etwas an Überhand und erzielten durch Breel Embolo das spielentscheidende 1:0. Kurioserweise ist es ausgerechnet der gebürtige Kameruner Breel Embolo, der die Schweizer Nati auf die Siegesstraße brachte. Am Ende eines ausgeglichen Spiels, ist der Ausgang durch die Leistungssteigerung der Schweiz nach der Pause auch verdient.

Für Choupo-Moting und Kamerun geht es am kommenden Montag gegen Serbien. Wenn man in Gruppe G im Kampf um Platz 2 noch ein Wörtchen mitreden will, ist ein Sieg gegen Serbien fast schon Pflicht. Das wird allerdings nicht einfach, da auch Serbien einige namhafte Spieler vorzuweisen hat und in der Partie gegen Brasilien zumindest in Halbzeit Eins auch defensiv sehr strukturiert agierte.

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Die Verletzungen sind übel, aber auch sportlich lief es aus Bayernsicht unglaublich schlecht.

Die WM hat Vorteile: hochwertiger Wettbewerb, der Stärken und Schwächen klar aufzeigt

Deutschland bisher ohne Worte, Davies schlecht, De Ligt der Schwachpunkt in der Abwehr, Stanisic auf der Bank hinter einem No Name von Celtic (nicht überraschend, denn Stanisic ist eigentlich kein Bayern Spieler) und Mazraoui braucht eine Trage wegen einer Hüftprellung…..grausam, alles

Upamecano und Pavard. Die 2 Musketiere. Wie in der Bayern Vorrunde, das sind die besten Spieler auch hier !