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Tabula rasa beim FC Bayern: Thomas Tuchel zieht die Zügel spürbar an

Thomas Tuchel
Foto: IMAGO

Der Druck auf Thomas Tuchel beim FC Bayern hat zugenommen. Während der 49-Jährige in der Vorsaison, nach der Entlassung von Julian Nagelsmann, die Rolle des Feuerwehrmanns übernommen hat, sind die Erwartungen in der neuen Saison deutlich höher. Tuchel muss Ergebnisse liefern und gibt den Druck an die Bayern-Stars weiter.



Da staunten die Zuschauer nicht schlecht. Im Trainingslager am Tegernsee schrie der hochaufgeschossene Tuchel reihenweise seine Stars, wie ein Unteroffizier der Bundeswehr, an: “Jamal, spiel mal einfach. Mann, Jamal!”, brüllte er das Offensivjuwel Jamal Musiala im Trainingsspiel an. Der 20-jährige DFB-Nationalspieler reagierte verdutzt. Auch andere Spieler bekamen ihr lautstarkes Fett ab. Paul Wanner (“Paul, Du schläfst!”) oder Josep Stanisic (“Stani, Du machst zu viele Fehler!”) lernten die cholerische Seite ihres Trainers kennen.

Mit anderen Worten: Tuchel wird unberechenbarer. Niemand ist unantastbar und darf sich sicher fühlen! Es geht zur Sache im Training. Wie der “kicker” berichtet, werden die Ansprachen von Tuchel zur Mannschaft immer deutlicher. Auf der Asienreise möchte sich der FCB-Coach “ein genaues Bild von seinen Spieler darüber machen, wer den Anforderungen entspricht und wer nicht”.

Tuchel setzt auf Zuckerbrot und Peitsche

Die vergangene Chaos-Saison hat ihre Spuren hinterlassen beim FC Bayern, bei den Fans – und noch mehr bei den heutigen Bossen. Alles muss besser werden. Und dies hängt wesentlich von Trainer Tuchel ab. Der FC Bayern muss gewinnen – und dazu schön spielen. Die Vorstandsetage um Übervater Uli Hoeneß sieht genau hin. Tuchel steht massiv unter Druck.

Auch die Vorbereitung der neuen Saison lief bisher mehr chaotisch als harmonisch ab. Das unendliche Theater um die Torwart-Position nervt die Fans. Nübel und Sommer wollen unter allen Umständen weg, und Neuer kommt trotz Trainings nicht in Form. Der Welttorhüter wirkt nervös und verbot sogar Journalisten bei den Übungen, zuzuschauen.

Die älteren Spieler Thomas Müller und Eric Maxim Choupo-Moting verletzten sich im Trainingslager und verpassen die wichtige Asien-Reise. Nicht zu vergessen: Das unendliche Transfer-Theater um Harry Kane und Kyle Walker bringt seit Wochen Unruhe in den Verein. Es könnte besser laufen in der Vorbereitung, die richtungsweisend für die ganze Saison ist.

Tuchel gilt als exzellenter Taktiker, Perfektionist, Motivationscoach, Disziplinfanatiker und Choleriker. Unvergessen ist, wie der ehemalige Chelsea-Trainer Tuchel sich mit Tottenhams Trainer Antonio Conte eine wilde Auseinandersetzung lieferte, weil Conte beim Handschlag Tuchel nicht direkt in die Augen sah. Beide Trainer bekamen Rot und mussten sich vor dem englischen Verband erklären.

Der FIFA-Welttrainer 2021 setzt nun auch in der Bayern-Vorbereitung Marken. Mal streichelt er die Spieler, mal fasst er sie hart an. Im Vorbereitungslager gab sich Tuchel erstaunlich volksnah. Schrieb viele Autogramme, plauschte mit Fans, fuhr wie die Spieler mit dem Fahrrad zum Trainingsplatz und ging gemeinsam mit den Kickern gutgelaunt baden im Tegernsee. Er führte viele Einzelgespräche und stauchte dann wieder Spieler lautstark zusammen.

Nach der Last-Minute-Meisterschaft und als unglücklich abgehakten Saison muss der Trainer die Mannschaft schnell hinter sich bringen und dazu Ergebnisse bringen – Tuchel muss liefern!

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Wird auch Zeit

Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich auf die Saison unter ihm freue!

Ganz ganz genau so sehe ich das auch. Schmusekurs ade. Erstmal Leistungen bringen dann kuscheln

Endlich raus aus der nagelsmann Wohlfühloase

Tuchel wird liefern, und die Spieler haben verstanden, dass die Komfortzone Nagelsmann Geschichte ist.

Jap. Gut so.

Bitte Felix Magath als Ausbildung
Trainer Bereich Fitness und Jupp Heynckes als Ausbildungstrainer
Mannschaftsmoral holen.
Und nicht nur für Tuchel.
Für alle Trainer im Bereich Campus bis Altherren -Profis.

Hier fehlts bei allen Trainern.

Schwachsinn hoch drei.

Gibt es echt niemanden der die “Artikel” mal gegenlesen kann? Rechtschreibfehler und falsche Informationen scheinen zum Tagesprogramm zu gehören.

Musiala ist im übrigen 20 Jahre alt und nicht 19.

Sorry, aber wer liest denn bei dir die Texte gegen?
Kommasetzung scheint bei Dir auch nicht gelernt. 🤣🤣 Nen Relativsatz muss einem Komma folgen.😉 “Übrigen” ist substantiviert, somit groß zu schreiben.
Aber beim Satzbau und den Fehlern im Text hast du Recht…
Die Welt dreht sich aber tatsächlich weiter.😜

Der kleine Mann wurde getriggered. Ist das einfach, unfassbar.

Einen neuen Satz mit zwei Smileys und dem “Wort” Nen zu beginnen, muss man auch erst einmal hinbekommen. Du bist maximal 16 Jahre alt, richtig? Falls nicht, ist dein “Kommentar” umso peinlicher.

LG

Last edited 10 Monate zuvor by DG2013

Und ein Erbsenzähler umso peinlicher………

Du hast vollkommen Recht mit Deiner Aussage….
Aber je länger das Sommerloch, umso mehr negative oder gar peinliche Kommentare kommen von so manchen. Würde mich ehrlich gesagt interessieren, was so ein Erbsenzähler für einen Beruf ausübt…???…
Vielleicht Kontrolleur bei der DB oder Zirkusdirektor…..???…… Bestimmt etwas, wo er ne Menge Verantwortung hat und dieser wahrscheinlich auch vollumfänglich nachkommt. Aber was sollst….. Solche Leute wirds immer geben, welche immer das Haar in der Suppe suchen. Glaube auch, dass dies immer mehr zum gesellschaftlichen Problem wird.

🤦🏼‍♂️🤦🏼‍♂️
Getriggert und “… einfach (ohne Komma) unfassbar”, hatte ich mit 16 schon drauf. 😂😂😂😂
Du bis heute nicht 😘

Wer im Glashaus sitzt….

Keskic, aber dem fällt nichts auf.

Auch wenn hier viele diese Maßnahme fordern und bejubeln, er bewegt sich trotzdem auf dünnem Eis.
Tuchel muss liefern, dabei sind es vielmehr die Spieler, die es richten müssen.

Zu glauben mit “harter Hand” ist in der heutigen Zeit das Richtige Mittel um Erfolgreich zu sein, hat nie in Personalverantwortung gearbeitet.

Am Ende spielen so viele Faktoren eine Rolle, warum ein Mensch/Spieler seine Leistung abrufen kann oder nicht.

“Nagelsmann Konfortzone” ist für mich ein großer Blödsinn!

TT muss es schnell schaffen, eine harmonische Mannschaft zu bilden, die als Einheit ihr Potential abrufen kann.
Ein guter Start ist dabei sehr hilfreich, denn der Erwartungsdruck wird größer und größer werden.

Korrekt sonst heisst es Ruck Zuck im Frühjahr TT erreicht die Mannschaft nicht nicht..mehr

Alles richtig, aber ehrlich gesagt findet man im Artikel auch nichts, was Begriffe wie „harte Hand“ oder gar „cholerisch“ rechtfertigen würde.
Zurufe wie „Jamal schneller“ oder „Stani, Du machst zu viele Fehler“ sind ein klares und ehrliches Feedback.
Das gehört dazu und ist wichtig.

TT macht das schon ganz richtig, ob es aber Früchte trägt, hängt von mehreren Faktoren ab. Ich war selber jahrelang Ausbilder und musste zuvor viele Lehrgänge besuchen, u.a. ging es dabei um die vielen unterschiedlichen Führungsstile, die es nun mal gibt. Nach vielen Studien ist man schon vor langer, langer Zeit zu dem Entschluss gekommen, dass durch eine gesunde Mischung aus autoritären und demokratischen Führungsstil, der meiste Erfolg erzielt wird. Man kann es auch als Zuckerbrot und Peitsche betrachten.

Sehe ich genau so. Am Ende muss Tuchel eine Mannschaft auf den Platz bringen, die topfit, taktisch richtig eingestellt und ein Team ist. Nur mit harten Ansagen funktioniert im Mannschaftssport gar nichts. Im Gegenteil: Öffentliches Infragestellen und Verunsicherung einzelner Spieler kann sich auch schnell mal negativ auf die gesamte Mannschaft auswirken.

Man darf gespannt sein, ob Tuchel wirklich den richtigen Weg wählt…

Bin da nicht so ganz bei dir. Wenn jeder Spieler 80% seines Potentials ausgeschöpft hätte wäre die Meisterschaft schon vor dem letzten Spiel entschieden gewesen. Und einen sehr guten Start hatten wir letzte Saison oder ? Aber in einem Punkt hast du auch recht. Es gehören viele Faktoren zum Erfolg

So schaut’s aus. Mit harter Hand kommst heute nicht weiter. Schon im Kindergarten heißt es, alles kann, nichts muss.

Da werden einige Spieler Leistung bringen müssen sonst droht Ersatzbank oder Tribüne und das ist auch gut so. Die Spieler waren zu verwöhnt worden von JN jetzt müssen sie liefern.

Hat der Trainer absolut recht.

Warum,sah man die letzten 3-4 Jahre, wo nun der u. A. der Schlendrian einzog.

Endlich mal ein Trainer ,der Ars..tritte verteilt.

Sowas wünschte ich mir für die gesamte verweichlichte Gesellschaft… wird Zeit das wieder Zucht und Ordnung einkehren

Zucht und Ordnung. Dazu Säbelrasseln. Und ab 5 Uhr 45 wird zurückgeschossen

Es würde mich unglaublich freuen, wenn er es schafft, Sane bildlich in den Hinteren zu treten, damit er seine Lustlosigkeit ablegt

Wer das Spielverhalten der Akteure, das uebrigens auch Herr Nagi danach durchaus deutlich als unverständlich und gegen den Plan kritisierte, in der letzten Saison sah, koennte sich nur wundern, wenn es anders waere. Und neben den allermeisten Anderen gehoert auch Musiala zu denen, die ihre Entscheidungen im Spiel verbessern koennen. Neben anderen Phaenomenen waren die Entscheidungen der Herren im Spiel und ihre Ausführung zeitweise fuer Profis mit CL – Ambitionen erstaunlich. Da muss Tuchel schon ziemlich frueh ansetzen, bei den Basics, bevor es um die hohe Kunst geht. Dass die Herren, sensibel wie man heute zudem noch ist, ein voellig anderes Selbstverständnis pflegen, was die Beurteilung ihrer Fähigkeiten betrifft, fuehrt zu gewissen Überraschungen. Zu hoffen ist, dass sie lernen und das Management sich auf die Seite des Vereins stellt, was heisst, mit etwaigem Gejammer richtig umzugehen. Andere gute Trainer wuerden es nicht anders machen und aus den letzten Jahren sollte man gelernt haben. Niemand soll ja groesser sein als der Verein. Bitte umsetzen, ohne Ausnahme.

Sehr gut. Dachte letzte Saison schon er wäre zu weich geworden. So kennt und schätzt man Tuchel.
Und genau das ist es, was die Spieler aktuell brauchen. Klare Ansagen und Struktur. 👍

Vjekoslav Keskic
Vjeko hat das Projekt "FCBinside" im Sommer 2019 gegründet. Seine Leidenschaft zum FC Bayern besteht bereits seit Anfang der 90er Jahre. Während er in seiner Kindheit/Jugend noch als aktiver Kicker unterwegs war, schreibt er mittlerweile seit mehr als 15 Jahren regelmäßig über die schönste Nebensache der Welt. Schon damals lag ein gewisser Fokus auf seiner großen Fußballliebe – dem FC Bayern.