Der FC Bayern will seinen Kader bis zum Deadline Day weiter verkleinern. Bei Joao Palhinha gab es nun einen Rückschlag, auch für Sacha Boey und Bryan Zaragoza werden weiter Lösungen gesucht.
Auf der Zugangsseite hat der FC Bayern seine wesentlichen Planungen für diesen Transfersommer abgeschlossen. Für Sportvorstand Max Eberl bleibt dennoch einiges zu tun. Mit Joao Palhinha, Sacha Boey und Bryan Zaragoza stehen weiterhin drei prominente Verkaufskandidaten im Kader.
Dass die Münchner bei diesem Trio grundsätzlich auf Abschiede hoffen, ist seit längerer Zeit bekannt. Eberl hatte bereits während der Vorbereitung öffentlich klargemacht, dass der Verein sportlich andere Pläne verfolgt. Nun läuft den Verantwortlichen langsam die Zeit davon.
Bei der Vorstellung von Ismael Saibari äußerte sich Eberl am Freitag zum aktuellen Stand: „Die Deadline ist der 1. September um 20 Uhr. Der Transfermarkt ist nach einer WM anders als normal. Wir haben noch zweieinhalb Wochen Zeit. Wir haben von Anfang an klar kommuniziert, was der Plan ist. Es ist Bewegung drin. Aston Villa hat uns kontaktiert wegen Joao Palhinha, da werden wir aber keine Einigung finden.“
Damit hat sich ausgerechnet bei jenem Verkaufskandidaten, bei dem ein Wechsel zuletzt am konkretesten erschien, ein erheblicher Rückschlag ergeben.
Palhinha, Boey und Zaragoza: So ist der aktuelle Stand
Bei Palhinha hatte sich Aston Villa zuletzt intensiv um einen Transfer bemüht. Auch der Spieler selbst kann sich einen Wechsel nach Birmingham vorstellen. Das Problem sind die Vorstellungen der Vereine. Bayern möchte den 31-Jährigen nach seiner Leihe zu Tottenham Hotspur endgültig verkaufen und hofft auf eine Ablöse im Bereich von 25 bis 30 Millionen Euro.
Villa favorisiert dagegen ein Leihgeschäft. Zuletzt stand eine Leihe mit Kaufoption im Raum. Für die Bayern ist dieses Modell aktuell nicht akzeptabel. Eberl machte am Freitag deutlich, dass unter den derzeitigen Voraussetzungen keine Einigung zustande kommen wird. Immerhin gibt es mit Newcastle United einen weiteren Interessenten aus der Premier League. Die Magpies haben ihr Interesse an Palhinha bereits hinterlegt.
Auch bei Sacha Boey bleibt die Marschroute unverändert. Der Rechtsverteidiger soll bei einem passenden Angebot verkauft werden. Seine überzeugenden Leistungen während der Vorbereitung haben daran grundsätzlich nichts geändert.
Kompany lobte den Franzosen nach dem Test gegen Aston Villa ausdrücklich für dessen professionellen Umgang mit seiner Situation. In der internen Hierarchie auf der rechten Abwehrseite stehen allerdings Konrad Laimer und Josip Stanisic vor Boey. Nach seiner Leihe zu Galatasaray gibt es damit weiterhin keine langfristige sportliche Perspektive für den 25-Jährigen in München. Ein konkreter Abnehmer hat sich bislang jedoch nicht herauskristallisiert.
Eberl muss weiter nach Lösungen suchen
Am schwierigsten gestaltet sich die Situation weiterhin bei Zaragoza. Der Spanier besitzt einen langfristigen Vertrag bis 2029, spielt in den Planungen des Rekordmeisters aber ebenfalls keine wesentliche Rolle mehr. Bayern würde den Flügelspieler gerne dauerhaft abgeben.
Ein „lukratives Angebot“ aus dem außereuropäischen Ausland lehnte Zaragoza nach Informationen des kicker zuletzt jedoch ab. Damit platzte eine mögliche Lösung bereits auf Spielerseite. Für Eberl bleibt die Suche nach einem neuen Klub entsprechend kompliziert.
Bei allen drei Personalien verfolgen die Bayern grundsätzlich das gleiche Ziel: Statt die Probleme durch weitere Leihgeschäfte lediglich aufzuschieben, sollen möglichst endgültige Lösungen gefunden und Transfererlöse erzielt werden.
Unter Zugzwang sieht sich Eberl dabei trotz der näher rückenden Deadline nicht. Gerade die deutliche Absage an das Angebot von Aston Villa zeigt, dass der FC Bayern seine Spieler nicht um jeden Preis abgeben möchte. Bis zum 1. September bleibt allerdings nur noch wenig Zeit, um für Palhinha, Boey und Zaragoza passende Lösungen zu finden.

