Zuletzt sorgten Meldungen über einen möglichen Mega-Deal des FC Bayern für Aufsehen. Viessmann soll bereit sein, die letzten verfügbaren fünf Prozent an der FC Bayern München AG für 250 Millionen Euro zu erwerben. Ein neuer Bericht widerspricht nun allerdings der Darstellung, wonach der Deal bereits konkrete Formen angenommen hat.
Am Donnerstag berichteten der Münchner Merkur und die tz, dass der FC Bayern einen Verkauf von fünf Prozent seiner AG-Anteile an die Viessmann Generations Group plant. Als Kaufpreis standen dabei stolze 250 Millionen Euro im Raum.
Nach Informationen der Abendzeitung München ist die Situation allerdings längst nicht so weit fortgeschritten. Demnach gibt es derzeit keine konkreten Verhandlungen zwischen dem FC Bayern und Viessmann über einen Einstieg als Anteilseigner.
Damit bleibt vorerst offen, ob der hessische Familienkonzern tatsächlich zum vierten externen Anteilseigner der Münchner wird.
Viessmann ist längst eng mit Bayern verbunden
Komplett aus der Luft gegriffen erscheint das Szenario dennoch nicht. Viessmann ist bereits seit 2018 Sponsor des deutschen Rekordmeisters. Erst im Februar wurde die Partnerschaft bis 2029 verlängert.
Hinzu kommt die persönliche Verbindung von Max Viessmann. Der CEO der Viessmann Generations Group sitzt seit 2025 im Verwaltungsbeirat des FC Bayern und soll den Klub dort unter anderem mit seinem internationalen Netzwerk unterstützen.
Auch die finanziellen Voraussetzungen wären grundsätzlich vorhanden. Viessmann verkaufte 2023 seine Klimatechniksparte für rund zwölf Milliarden Euro an den US-Konzern Carrier.
Bayern hat noch fünf Prozent zu vergeben
Ein weiterer Anteilseigner könnte grundsätzlich aufgenommen werden. Der FC Bayern hält derzeit 75,01 Prozent an seiner Fußball-AG. Adidas, Audi und Allianz besitzen jeweils 8,33 Prozent. Laut Satzung muss der Mutterverein mindestens 70 Prozent behalten.
Damit könnten die Münchner noch rund fünf Prozent veräußern.
Vorstandschef Jan-Christian Dreesen hatte allerdings bereits deutlich gemacht, dass bei einem möglichen Verkauf nicht allein die Höhe des Angebots entscheidend wäre. Bayern suche im Fall der Fälle einen strategischen Partner, der zum Verein und dessen Wertvorstellungen passt.
Viessmann würde aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit grundsätzlich in dieses Profil passen. Von einem bereits ausgehandelten 250-Millionen-Euro-Deal kann nach den aktuellen Informationen der Abendzeitung allerdings keine Rede sein.
Die entscheidende Frage ist damit weniger, ob Viessmann grundsätzlich als neuer Bayern-Anteilseigner infrage kommt. Vielmehr bleibt offen, ob und wann aus der engen Partnerschaft tatsächlich konkrete Verhandlungen über die letzten verfügbaren fünf Prozent werden.

