Die Vorbereitung auf die neue Saison verlief beim FC Bayern wieder einmal speziell. Viele WM-Fahrer stiegen spät ins Training ein, was jungen Spielern die Chance offenbarte, auf sich aufmerksam zu machen.
Zudem musste der ein oder andere zuletzt verletzte Spieler langsam aufgebaut werden. Das hatte zur Folge, dass der Rekordmeister noch nicht einmal vollständig mit dem eigentlich geplanten Kader auflaufen konnte.
Trotzdem lässt sich vor dem Auftaktspiel gegen den VfB Stuttgart am Freitagabend um 20:30 Uhr sagen, dass es Gewinner in dieser Vorbereitung gegeben hat. Drei stechen besonders hervor.
Minjae Kim in Bestform
Als der Sommer in den Startlöchern stand galt der Südkoreaner Minjae Kim als ein potenzieller Verkaufskandidat. Vor allem italienische Klubs bemühten sich um den Innenverteidiger. Der Rekordmeister dachte an einen Verkauf, weil das Gehalt des Spielers hoch ist und man viel Ablöse zahlte, dafür aber noch nicht genügend Ertrag im Gegenzug erhielt.

Doch nach der Weltmeisterschaft wurde die Entscheidung getroffen, dass Kim bleiben und als Rotationsspieler in der Abwehr der erste Backup im Zentrum sein soll. Eine Rolle, mit der Kim absolut einverstanden war und noch immer ist. Nach einer enttäuschenden WM stieg der erfahrene Defensivspieler frühzeitig ins Training ein und absolvierte einen Großteil der Testspiele.
Und das auf einem hohen Niveau. Kim spielte sehr gewissenhaft, vorausschauend, war agil, wirkte fit. Im Spielaufbau war er sicherer als in anderen Phasen seiner Bayern-Zeit und auch die Risikoabwägung passte. In dieser Form ist er ein absoluter Gewinn für den Rekordmeister.
Maycon Cardozo nutzt seine Chance
Im offensiven Bereich fehlten zeitweise Serge Gnabry, Lennart Karl, Jamal Musiala und Ismael Saibari gleichzeitig, Luis Diaz und Michael Olise kamen zudem später von der Weltmeisterschaft zurück. Das bedeutete, dass in der Offensive junge Spieler noch einmal deutlich eher die Chance hatten, sich zu beweisen. Und das tat vor allem Maycon Cardozo.
Nicht nur in den Testspielen waren seine Einsätze von einer gewissen Risikofreude, aber auch von Selbstvertrauen geprägt. Cardozo zeigte, dass er seine Chance nutzen will und scheint auch im Training überzeugt zu haben. Er erhält zwar keinen dauerhaften Kaderplatz bei den Profis, der gesichert wäre, aber er hat die Chance, immer mal wieder ein Teil des Profikaders zu sein. Und das ist für ihn schon ein großer Fortschritt, auch wenn er in der letzten Saison schon debütierte. Eine Leihe ist vom Tisch, Bayern plant ihn ein.
Nathaniel Brown prompt im Mittelpunkt
Drei Neuzugänge hat der FC Bayern getätigt. Ismael Saibari, Bara Sapoko Ndiaye und Nathaniel Brown kamen zum FC Bayern, wobei Ndiaye schon vorher auf Leihbasis beim Rekordmeister spielte. Insbesondere Brown konnte sich in den bisherigen Spielen schon beweisen. Egal, ob als Linksverteidiger oder wie zuletzt im offensiven Mittelfeld.

Der Nationalspieler beeindruckte mit einer guten Technik, viel Zielstrebigkeit und Zug zum Tor. Brown traf in den letzten beiden Tests und auch im Supercup gegen den BVB. Schon von Beginn an wurde über seine Vielseitigkeit gesprochen, er hat diese schon eindrucksvoll unter Beweis gestellt und früh gezeigt, was für einen Mehrwert er für dieses Team haben kann, egal in welcher Rolle.

