„Jeder Pfiff ein Kompliment“: Neuer reagiert auf Schalke-Anfeindungen

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Manuel Neuer hat bei seiner Rückkehr nach Gelsenkirchen einmal mehr einen schwierigen Empfang erlebt. Teile der Schalke-Fans machten schon vor dem Anpfiff deutlich, dass sie dem ehemaligen Publikumsliebling seinen Wechsel zum FC Bayern auch 15 Jahre später nicht verziehen haben. Neuer selbst reagierte nach dem 0:0 allerdings bemerkenswert gelassen auf die Anfeindungen.

Bereits als der 40-Jährige zum Aufwärmen den Rasen der Veltins-Arena betrat, schallte ihm aus der Nordkurve „Wir sind Schalker und du nicht“ entgegen. Bei der Verkündung der Bayern-Aufstellung folgte ein lautstarkes Pfeifkonzert.


Auch während der Partie änderte sich daran wenig. Nahezu jede Ballberührung Neuers wurde von Pfiffen begleitet. Für den langjährigen Bayern-Kapitän ist das allerdings kein neues Erlebnis. Seit seinem Abschied aus Gelsenkirchen im Jahr 2011 wurde er bei seinen Gastspielen mit den Münchnern immer wieder auf diese Weise empfangen.

Nach der Partie überraschte Neuer mit seiner Interpretation der Reaktionen.

Neuer nimmt die Pfiffe mit Humor

„Das sind Komplimente, das ist Liebe“, erklärte der Bayern-Keeper nach dem torlosen Remis. Neuer legte sogar noch einmal nach: „Jeder Pfiff, auch bei der Ballberührung, war ein Kompliment.“

Damit entschied sich der Weltmeister von 2014 für einen deutlich gelasseneren Umgang mit den Reaktionen als Max Eberl. Der Bayern-Sportvorstand hatte nach dem Spiel insbesondere die Beschimpfungen gegen Neuer kritisiert und betont, dass sich bestimmte „Kraftausdrücke“ nicht gehören würden.

Für Neuer selbst dürfte die Rückkehr unabhängig von den Pfiffen mit vielen Erinnerungen verbunden gewesen sein. Der gebürtige Gelsenkirchener verbrachte rund zwei Jahrzehnte bei Schalke, durchlief die Nachwuchsabteilung und entwickelte sich bei den Königsblauen zu einem der besten Torhüter Deutschlands.

Als junger Schalke-Fan stand Neuer selbst in der Nordkurve. Kurz vor seinem Abschied feierte er 2011 mit den Königsblauen zudem den Gewinn des DFB-Pokals. Wenig später wechselte er zum FC Bayern – eine Entscheidung, die ihm Teile der Schalker Anhängerschaft bis heute übel nehmen.

„Es war ein sehr emotionaler Tag“

Manuel Neuer
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Besonders war die Rückkehr diesmal auch deshalb, weil es Neuers letzter Auftritt als Spieler in der Veltins-Arena gewesen sein könnte. Sein Vertrag beim FC Bayern läuft am Ende der Saison aus, seine Zukunft darüber hinaus ist noch nicht endgültig geklärt.

Auch zahlreiche Familienmitglieder verfolgten die Partie im Stadion. „Meine Familie ist da gewesen. Ich habe mich sehr über den Besuch gefreut. Einige sind happy, aber ich habe mir natürlich lieber die drei Punkte hier gewünscht“, erklärte Neuer.

Trotz des verpassten Sieges und des schwierigen Empfangs überwogen beim 40-Jährigen nach dem Abpfiff die Emotionen. „Ich habe hier über 20 Jahre gespielt. Es war ein sehr emotionaler Tag und etwas ganz Besonderes.“

Ob Neuer tatsächlich zum letzten Mal als Bundesliga-Profi in der Veltins-Arena zwischen den Pfosten stand, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Sollte es sein Abschied aus Gelsenkirchen gewesen sein, hat er die Pfiffe jedenfalls auf seine ganz eigene Art eingeordnet: als „Komplimente“ und „Liebe“.

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