Für die Frauen des FC Bayern beginnt am Dienstagabend ein neues Kapitel. Zum Auftakt in die Champions League wartet mit Manchester City direkt ein echter Härtetest. Gleichzeitig feiert der neue europäische Heimspielort in Unterhaching seine Premiere. Die Ambitionen der Münchnerinnen sind dabei so groß wie selten zuvor.
Der deutsche Meister möchte sich endgültig in Europas Spitze etablieren. Nach dem Halbfinal-Einzug in der vergangenen Saison soll es diesmal möglichst noch einen Schritt weitergehen. Das große Ziel ist das Endspiel Ende Mai 2027 in Warschau.
„Klar möchten wir alle hier mal die Champions League gewinnen“, erklärte Kapitänin Giulia Gwinn gegenüber dem kicker. Die Leistungen der vergangenen Saison hätten gezeigt, dass der Abstand zur europäischen Spitze kleiner geworden sei: „Wir waren in der vergangenen Saison nah dran, konnten im Halbfinale dem späteren Sieger, dem FC Barcelona, lange Zeit Paroli bieten. Uns trennen keine Welten mehr von diesen Mannschaften.“
Bayern investiert Millionen in neues Zuhause
Nicht nur sportlich wollen die Bayern den nächsten Schritt machen. Auch die Rahmenbedingungen wurden deutlich aufgewertet. Für einen zweistelligen Millionenbetrag wurde der Sportpark Unterhaching zur neuen Heimat der Frauenmannschaft ausgebaut.
Unter anderem wurden Rasen und Flutlicht erneuert. Bayern-Präsident Herbert Hainer bezeichnete das Projekt zuletzt sogar als „Revolution im deutschen Frauenfußball“.
Trainer Jose Barcala erhofft sich durch den Umzug einen zusätzlichen Schub. „Wir können in Unterhaching magische Nächte erschaffen“, erklärte der Spanier. „Wir wollen es in unser Zuhause verwandeln, mit besonderer Atmosphäre dank der Unterstützung der Fans.“
Die erste Gelegenheit dazu bietet sich direkt gegen einen europäischen Spitzenklub. Manchester City reist als englischer Doublegewinner nach München.
„Es ist ein wirklich großes Ziel für uns, das Finale zu erreichen“, machte Klara Bühl die Ambitionen deutlich. Gleichzeitig warnte sie vor dem Auftaktgegner: „Aber deshalb sind wir heiß darauf, gegen sie zu spielen. Es wird auf die Taktik und die individuellen Duelle ankommen.“
Bayern alleiniger deutscher Vertreter

Eine besondere Brisanz erhält das Duell durch mehrere personelle Verbindungen. Mit Carlotta Wamser trifft Bühl auf eine DFB-Kollegin, die erst kürzlich von Bayer Leverkusen nach Manchester wechselte.
„Deshalb kenne ich sie gut. Es ist cool, jetzt gegen sie zu spielen“, erklärte die Bayern-Offensivspielerin. Weitere Wiedersehen mit Rebecca Knaak und Sydney Lohmann könnten dagegen zunächst ausbleiben, nachdem beide zuletzt verletzt fehlten.
Die Bayern tragen in dieser Saison zudem die deutschen Hoffnungen in der Königsklasse allein. Der VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt scheiterten bereits in der Qualifikation.
Einfach wird der Weg durch Europa nicht. Am 28. Oktober wartet in Unterhaching mit Real Madrid bereits der nächste prominente Gegner. Zum Abschluss der Ligaphase kommt es am 16. Dezember zudem zum erneuten Duell mit dem FC Barcelona.
Verzichten müssen die Münchnerinnen weiterhin auf Lena Oberdorf. Die Mittelfeldspielerin fehlt aufgrund ihrer Knieprobleme sogar im gemeldeten Kader für die Ligaphase.
An den großen Zielen ändert das nichts. „Träume sind wichtig“, betonte Barcala. Für die Bayern-Frauen beginnt gegen Manchester City nun die Arbeit daran, aus dem Traum vom ersten Champions-League-Triumph Realität werden zu lassen.

