Harry Kane gehört auch mit 33 Jahren zu den zuverlässigsten Torjägern Europas. Hinter seinen Leistungen steckt allerdings weit mehr als das tägliche Training beim FC Bayern. Der Engländer versucht auch abseits des Platzes, möglichst wenig dem Zufall zu überlassen.
Eine wichtige Rolle spielt dabei seine Ernährung. Kane arbeitet seit Jahren mit Privatkoch Dan Sargeant zusammen, der seine Mahlzeiten gezielt auf Training, Spiele und Regeneration abstimmt.
Gegenüber The Athletic hat Sargeant nun ungewöhnliche Einblicke in die Zusammenarbeit gegeben. Beim ersten Treffen wusste er zunächst nicht einmal, für welchen Fußballprofi er künftig kochen sollte. „Ich dachte mir einfach, ich schaue mal kurz vorbei und treffe den Typen. Harry Kane öffnete die Tür, und ich dachte: Oh!“
„Er will sich verbessern“
Schnell wurde aus dem ersten Kennenlernen eine langfristige Zusammenarbeit. Kane erkannte nach Angaben seines Kochs früh, welches Potenzial eine professionell abgestimmte Ernährung bietet.
„Er mag zwar Fußballer sein, aber er hat diese unternehmerische Denkweise. Er will sich verbessern. Er fragt: ‚Was kann ich tun, um in mich selbst zu investieren?‘ Das ist ein Teil des Schlüssels zu seinem Erfolg“, erklärte Sargeant.
Kane selbst sieht die Ernährung als einen Bereich, in dem er trotz des eng getakteten Spielplans zusätzliche Prozentpunkte herausholen kann. „Man kann nicht so hart trainieren, wie man gerne würde, wenn man so viele Spiele bestreiten muss, also muss man die kleinen Fortschritte anderswo erzielen. Ich habe sie im Bereich der Ernährung gemacht.“
Das kommt bei Kane am Spieltag auf den Tisch

Was der Bayern-Star isst, hängt vor allem von der Anstoßzeit ab. Bei frühen Spielen setzt Sargeant auf leicht verdauliche Kohlenhydrate.
„Das können Bagels oder energiereiche Pfannkuchen sein, ergänzt durch Honig, Bananen oder andere hochwertige Kohlenhydratquellen.“ Dazu kommt unter anderem ein Beerenkompott.
Bei Abendspielen sieht Kanes Speiseplan anders aus. Dann können frühzeitig Reis oder Nudeln auf den Tisch kommen, damit der Körper genügend Zeit zur Verdauung hat und die Energie später zur Verfügung steht.
Auch unmittelbar nach dem Abpfiff endet die Planung nicht. Dann rückt die Regeneration in den Mittelpunkt. „Wenn er nach Hause kam, wartete vielleicht ein Cottage Pie mit Knochenbrühe auf ihn. Am nächsten Morgen gab es Eier und Avocados wegen ihrer entzündungshemmenden und proteinreichen Wirkung“, verriet Sargeant.
Die Einblicke zeigen, mit welcher Konsequenz Kane auch abseits des Trainingsplatzes arbeitet. Ernährung ist für den Bayern-Torjäger kein Nebenthema, sondern ein weiterer Baustein, um seinen Körper trotz der hohen Belastung auf Topniveau zu halten.

