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Drei Erkenntnisse nach Atlético: Bayern zeigt eine Stärke, die zuletzt gefehlt hat

Von Sebastian Mittag · · 4 Min Lesezeit

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Der FC Bayern überzeugt beim 2:0 in Madrid mit defensiver Stabilität und Zusammenhalt. Lennart Karl nutzt seine Chance – und liefert erneut Gesprächsstoff.

Der FC Bayern gewinnt am 4. Spieltag der Champions League mit 2:0 bei Atlético Madrid. FCBinside liefert drei Erkenntnisse zum Spiel.

1. Bayern zeigt eine Stärke, die zuletzt gefehlt hat

Gegen Borussia Dortmund hatten die Bayern zweimal geführt und trotzdem noch zwei Punkte abgegeben. In Madrid brachten sie ihren Vorsprung souverän ins Ziel. Atlético fand auch nach dem Rückstand kaum Wege, die Münchner ernsthaft unter Druck zu setzen. Erstmals nach sieben Pflichtspielen mit mindestens einem Gegentreffer stand wieder die Null.

Das lag weniger an spektakulären Rettungstaten von Manuel Neuer als an der Arbeit vor ihm. Die Bayern störten früh, rückten konsequent nach und ließen den Gastgebern wenig Zeit für einen geordneten Aufbau. Auch lange Zuspiele verteidigten sie weitgehend sicher. Neuer bekam bei seinem Comeback entsprechend wenig zu tun.

Besonders Dayot Upamecano verkörperte diese Entschlossenheit. Der Franzose gewann wichtige Duelle und schaltete sich immer wieder in die Angriffe ein. Vor der Pause leitete er mit einem Vorstoß eine gute Gelegenheit für Lennart Karl ein. Bei seinem abgefälschten Lattentreffer fehlte später wenig zum eigenen Tor.

Konrad Laimer verband ebenfalls Verlässlichkeit gegen den Ball mit Wirkung nach vorne. Er bereitete eine gefährliche Chance für Harry Kane vor und traf selbst zum 2:0. Dass Atlético Michael Olise eng bewachte, eröffnete seinem Hintermann Räume, die der Österreicher konsequent nutzte. Laimer und Upamecano verdienten sich jeweils die FCBinside-Note 1.

Die defensive Stabilität war trotzdem eine Gemeinschaftsleistung. Josip Stanisic sicherte seine Seite ab, Joshua Kimmich und Tom Bischof arbeiteten im Zentrum mit, die Angreifer störten weit vor dem eigenen Strafraum. Trotz einzelner Unsicherheiten von Jonathan Tah verteidigte Bayern insgesamt so geschlossen, dass die Führung nie ernsthaft in Gefahr geriet. Genau diese defensive Sicherheit hatte zuletzt gefehlt.

2. Zusammenhalt zeichnet die Bayern aus

Die personellen Probleme waren mit dem Anpfiff nicht verschwunden. Alphonso Davies half erneut auf dem linken Flügel aus, Bischof ersetzte den vorsorglich geschonten Aleksandar Pavlovic. Olise blieb nach seinen Knieproblemen unter seiner gewohnten Durchschlagskraft. Auch Kane traf nicht.

Dass Bayern trotzdem überzeugend gewann, macht den Auftritt besonders wertvoll. Die Mannschaft brauchte keinen überragenden Abend ihrer beiden Offensivstars, um bei Atlético zu bestehen. Kane bereitete den zweiten Treffer vor, Davies gewann vor dem Führungstor einen wichtigen Zweikampf. Jeder konnte etwas beitragen, auch wenn offensiv nicht alles gelang.

Aaron Danks hat daran seinen Anteil. Der Vertreter des erkrankten Vincent Kompany hält an den Abläufen und am offensiven Anspruch fest. Seine Mannschaft wirkte überzeugt davon, die Aufgabe mit dem vorhandenen Personal lösen zu können. Der Sieg in Madrid spricht auch für die funktionierende Zusammenarbeit im Trainerteam.

Wie eng die Spieler zusammenstehen, beschrieb Bischof nach der Partie. Serge Gnabry und Ismael Saibari hätten ihm direkt nach dem Schlusspfiff geschrieben. „Die Jungs schauen von zu Hause aus zu, und ich habe schon gesagt, dass wir nicht nur für uns spielen, sondern auch für sie“, erklärte der Mittelfeldspieler.

Dieser Zusammenhalt ersetzt auf Dauer keine verletzten Leistungsträger. Er hilft aber, die schwierige Phase zu überstehen. Wer in die Mannschaft rückt oder auf einer ungewohnten Position aushelfen muss, bekommt Unterstützung. Gerade ohne Kompany an der Seitenlinie ist das eine wichtige Grundlage.

3. Karl gibt die richtige Antwort – und sorgt für Wirbel

Für Karl war es zunächst kein einfacher Abend. Auf der Zehn fand er vor der Pause selten Lösungen gegen die eng gestaffelte Atlético-Abwehr. Eine gute Abschlussposition nutzte er nicht, sein Schuss ging deutlich über das Tor. Doch der 18-Jährige ließ sich davon nicht entmutigen.

In der 54. Minute setzte er Robin Le Normand im Strafraum unter Druck, eroberte den Ball und überwand Jan Oblak mit einem gefühlvollen Lupfer. Beharrlichkeit und technische Klasse kamen in dieser Szene zusammen. Karl blieb aufmerksam und schlug zu, als sich die Gelegenheit bot.

Für die Bayern war dieses Tor enorm wichtig. Trotz ihrer Überlegenheit hatten sie Atlético bis dahin nicht geknackt. Karl brachte die Münchner auf die Siegerstraße und nutzte damit sportlich die Chance, die ihm die vielen Ausfälle eröffnet haben. Gerade nach seiner schwierigen ersten Halbzeit verdient das Anerkennung.

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Dass anschließend wieder sein Jubel diskutiert wurde, war unnötig. Mit den Handbewegungen neben seinen Ohren lieferte Karl neue Bilder für die Debatte um die öffentliche Kritik von Uli Hoeneß und Max Eberl. Wem die offenbar als „Bla-Bla“-Geste gemeinte Bewegung galt, ist nicht bestätigt. Für neue Interpretationen reichte sie trotzdem.

Ein erfahrenerer Spieler hätte sich diesen selbstgemachten Wirbel wahrscheinlich gespart und einfach sein Tor wirken lassen. Karl ist allerdings erst 18. Er zeigt Emotionen, hat seinen eigenen Kopf und lässt sich auch in einer schwierigen Phase nicht verbiegen. Diese Persönlichkeit gehörte schon von Beginn an zu ihm.

Unter dem Strich steht: Karl hat der Mannschaft entscheidend geholfen. Seine sportliche Antwort verdient mehr Aufmerksamkeit als die nächste Diskussion über seine Jubelgeste.

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