Neue Machtverteilung beim FC Bayern: Eberl verliert wichtigen Einflussbereich

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Beim FC Bayern werden die Zuständigkeiten im sportlichen Bereich neu geordnet. Obwohl Max Eberls Vertrag erst Ende August vorzeitig bis 2029 verlängert wurde, verliert der Sportvorstand offenbar einen wichtigen Einflussbereich. Christoph Freund und Jochen Sauer sollen künftig die vollständige Verantwortung für den Campus übernehmen.

Karl-Heinz Rummenigge bestätigte die neue Aufgabenverteilung im Gespräch mit der Abendzeitung München. „Es ist inzwischen beschlossen, dass Christoph und Jochen Sauer künftig die komplette Verantwortung für den Campus haben“, erklärte der Bayern-Aufsichtsrat.


Formal bleibt Eberl als Sportvorstand weiterhin der oberste Verantwortliche für den sportlichen Bereich. Die neue Aufgabenverteilung stärkt allerdings Freund und Nachwuchschef Sauer deutlich.

Rummenigge lobt Freund und Sauer

Rummenigge verwies in diesem Zusammenhang auf den vergangenen Transfersommer. Bei Joao Palhinha, Sacha Boey, Bryan Zaragoza und Alexander Nübel hatten die Münchner demnach ursprünglich mit Einnahmen zwischen 60 und 70 Millionen Euro gerechnet. Am Ende seien durch diese Spieler lediglich rund 20 Millionen Euro eingenommen worden.

Entscheidend für die Transferbilanz waren deshalb auch die Verkäufe mehrerer Nachwuchsspieler. Rummenigge nannte unter anderem Noel Aseko, Arijon Ibrahimovic und Jonah Kusi-Asare.

„Gerettet haben uns dann die Verkäufe der jungen Spieler“, erklärte der 71-Jährige und betonte anschließend: „Das war in erster Linie der Verdienst von Jochen und Christoph.“

Die neue Zuständigkeit ist damit durchaus bemerkenswert. Der Campus hat sich für die Bayern nicht nur als Quelle für Talente entwickelt, sondern sorgt mittlerweile auch für erhebliche Transfererlöse. Genau diesen Bereich verantworten künftig Freund und Sauer.

Wie SPORT1 berichtet, geht die Entscheidung damit zulasten von Eberls Einfluss. Gleichzeitig ist die Bewertung seiner Arbeit innerhalb des Klubs offenbar differenzierter.

Hoeneß lobt Eberls Arbeit

Max Eberl
Foto: IMAGO

Uli Hoeneß hatte den Transfersommer zuletzt ausdrücklich positiv bewertet. Nach Angaben des Ehrenpräsidenten hatten die Bayern ursprünglich mit einem Transferminus von bis zu 50 Millionen Euro geplant. Tatsächlich lag dieses aufgrund der erzielten Einnahmen bei ungefähr 30 Millionen Euro.

„Also da ist gute Arbeit geleistet worden“, erklärte Hoeneß vor rund zwei Wochen gegenüber SPORT1.

Die Aussagen von Hoeneß und Rummenigge müssen sich dabei nicht zwangsläufig widersprechen. Während Hoeneß das finanzielle Gesamtergebnis bewertete, verwies Rummenigge darauf, dass ein wesentlicher Teil der Einnahmen durch Verkäufe aus dem Nachwuchsbereich erzielt wurde.

Gleichzeitig lässt sich die Verantwortung für die enttäuschenden Erlöse bei einzelnen Profis nicht ausschließlich Eberl zuschreiben. Boey und Zaragoza wurden beispielsweise bereits im Winter 2023/24 verpflichtet – zu einem Zeitpunkt, als Eberl noch nicht für den FC Bayern tätig war.

Neben Sauer geht vor allem Freund gestärkt aus der Neuordnung hervor. Der Sportdirektor hat seinen Vertrag ebenfalls bis 2029 verlängert und erhält mit der vollständigen Campus-Verantwortung einen zusätzlichen Einflussbereich.

Spannend dürfte in diesem Zusammenhang auch die Zukunft von Chefscout Nils Schmadtke werden. Der Eberl-Vertraute besitzt laut SPORT1 nur noch einen Vertrag bis zum kommenden Sommer. Dem Bericht zufolge hat bislang noch kein Gespräch über eine mögliche Verlängerung stattgefunden.

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