Joshua Kimmich wäre gerne länger bei der deutschen Nationalmannschaft geblieben. Der Kapitän hatte nach der 0:1-Niederlage gegen Griechenland selbst erklärt, dass er bis zuletzt auf einen Verbleib im DFB-Camp gehofft hatte. Bundestrainer Jürgen Klopp blieb jedoch bei seinem ursprünglichen Plan.
Kimmich gehört nicht zum zweiten Aufgebot, mit dem Klopp die Nations-League-Partien gegen Serbien und erneut Griechenland bestreitet. Der Bayern-Profi musste deshalb abreisen – obwohl er offenbar mehrfach darum gebeten hatte, bei der Mannschaft bleiben zu dürfen.
Im Gespräch mit BR24Sport hat Klopp nun ausführlicher erklärt, warum er bei Kimmich keine Ausnahme machen wollte. Leistungsgründe spielen bei der Entscheidung demnach keine Rolle.
„Er hat tatsächlich ein paar Mal nachgefragt“
„Er hat tatsächlich ein paar Mal nachgefragt“, verriet Klopp mit Blick auf Kimmichs Wunsch, weiterhin beim DFB-Team zu bleiben. Der Bundestrainer reagierte darauf mit einem Augenzwinkern: „Aber da kann ich Jo sagen, je öfter man fragt, desto weniger wahrscheinlich bekommt man das, was man will.“
Klopp machte gleichzeitig deutlich, dass er mit seinem Kapitän vollkommen zufrieden ist. Kimmich habe einen „großartigen Eindruck“ hinterlassen und sei „ein toller Kapitän“. Dennoch wollte der 59-Jährige an seinem ungewöhnlichen Zwei-Kader-Modell festhalten.
Der Bundestrainer möchte bewusst sehen, wie sich seine Mannschaft ohne etablierte Führungsspieler präsentiert. „Ich will diese Jungs auch mal sehen, wenn die Platzhirsche nicht da sind“, erklärte Klopp. Hintergrund sei auch die Vorbereitung auf Situationen, in denen Leistungsträger aufgrund von Verletzungen oder aus anderen Gründen fehlen könnten.
Klopp verordnet Kimmich Familienurlaub

Die Abreise ist damit ausdrücklich nicht als Maßnahme gegen Kimmich zu verstehen. Klopp möchte vielmehr möglichst vielen Spielern die Gelegenheit geben, sich unter Wettkampfbedingungen zu präsentieren. „Wir müssen einfach auf alle Eventualitäten vorbereitet sein und wollen allen die Plattform geben, die sie verdienen“, betonte der Bundestrainer.
Für Kimmich bedeutet das eine ungewohnte Pause. Klopp nahm die Situation mit Humor: „Deshalb hat die Familie Kimmich jetzt Familienurlaub. Ich hoffe, er macht den auch, um ehrlich zu sein.“
Dass der 31-Jährige selbst lieber beim DFB geblieben wäre, hatte er zuvor bereits deutlich gemacht. „Ich hatte bis zuletzt gehofft, zu bleiben und wäre natürlich gerne geblieben. Aber ich verstehe, dass der Trainer einfach auch andere Jungs kennenlernen möchte“, erklärte Kimmich nach der Partie gegen Griechenland.
Beim Duell gegen Serbien muss die Nationalmannschaft nun ohne ihren eigentlichen Kapitän auskommen. Als möglicher Vertreter gilt Kimmichs Bayern-Teamkollege Serge Gnabry. Eine endgültige Entscheidung über die Kapitänsbinde hatte Klopp zunächst noch offengelassen.

