Der FC Bayern ist mit einem hochkarätig besetzten Kader in die Saison gestartet. In der Spitze verfügt Vincent Kompany auf nahezu jeder Position über internationale Klasse. Dahinter wird es allerdings an einigen Stellen schnell dünn. Die Verantwortlichen schließen deshalb offenbar einen Wintertransfer nicht aus.
Wie BILD-Reporter Christian Falk berichtet, beobachten die Münchner den Markt. Einen Neuzugang um jeden Preis soll es allerdings nicht geben. Bayern würde demnach nur zuschlagen, wenn sich eine nahezu perfekte Gelegenheit ergibt: Der Spieler müsste sportlich eine Verstärkung darstellen, verfügbar sein und finanziell in den vorgegebenen Rahmen passen.
Grundsätzlich haben die Verantwortlichen dabei gleich mehrere Positionen im Blick. Vier Bereiche des Kaders könnten in der zweiten Saisonhälfte zum Problem werden.
Linksaußen gilt als größte Bayern-Baustelle
Am wahrscheinlichsten erscheint laut Falk eine Verstärkung für die linke Außenbahn. Luis Díaz ist dort die klare Nummer eins, eine echte Alternative zum Kolumbianer fehlt allerdings.
Díaz hatte zuletzt selbst erkennen lassen, dass ihm zusätzliche Entlastung guttun würde. Zwar kann Kompany mit Umstellungen reagieren und andere Spieler auf der linken Seite einsetzen, einen klassischen Backup mit einem vergleichbaren Profil gibt es derzeit aber nicht.
Auch im Sturmzentrum besteht ein ähnliches Problem. Harry Kane ist der einzige gelernte Mittelstürmer im Kader. Ismael Saibari kann zwar als Alternative eingesetzt werden, ist allerdings kein klassischer Neuner. Sollte Kane länger ausfallen, müsste Kompany seine Offensive entsprechend umbauen.
Eine weitere Position, auf der die Bayern reagieren könnten, ist die Innenverteidigung. Hiroki Ito darf den Verein dem Bericht zufolge im Winter verlassen. Sollte es tatsächlich zu einem Transfer kommen, wäre Minjae Kim der einzige verbliebene Backup für das gesetzte Duo Dayot Upamecano und Jonathan Tah. In diesem Fall könnte ein Ersatz notwendig werden.
Auch das zentrale Mittelfeld ist dünn besetzt

Auf den ersten Blick komfortabler erscheint die Situation im zentralen Mittelfeld. Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic bilden dort das etablierte Duo, während Tom Bischof zunehmend Druck macht und sich als ernsthafte Alternative präsentiert.
Danach wird die Auswahl jedoch überschaubar. Bara Sapoko Ndiaye gilt als großes Talent, verfügt mit seinen 18 Jahren aber noch kaum über Erfahrung auf höchstem Niveau. Im Notfall könnte zudem Konrad Laimer ins Zentrum rücken.
Auch die Rechtsverteidigerposition wird von den Bayern weiterhin beobachtet. Mit Givairo Read von Feyenoord Rotterdam befindet sich laut Falk ein 20 Jahre alter Kandidat auf dem Münchner Radar. Akuter Handlungsbedarf besteht auf dieser Position derzeit allerdings nicht.
Vieles deutet deshalb darauf hin, dass sich die Bayern bei einem möglichen Wintertransfer vor allem auf die Offensive konzentrieren könnten. Insbesondere ein zusätzlicher Linksaußen würde Kompany mehr Möglichkeiten geben und Díaz dringend benötigte Pausen ermöglichen.
Fest steht aber auch: Die Münchner wollen keinen Aktionismus. Nur wenn sich im Winter eine sportlich und wirtschaftlich überzeugende Gelegenheit bietet, dürfte Max Eberl tatsächlich auf dem Transfermarkt zuschlagen.

