Holger Seitz ist neuer Trainer der SpVgg Unterhaching – und bleibt dem FC Bayern trotzdem beruflich verbunden. Dahinter steckt eine besondere Doppelrolle.
Holger Seitz hat den FC Bayern nach elf Jahren im Nachwuchsbereich verlassen und Mitte September das Traineramt bei der SpVgg Unterhaching übernommen. Ganz getrennt sind die Wege des 51-Jährigen und seines langjährigen Arbeitgebers aber nicht. Vor dem Regionalliga-Duell zwischen Bayern II und Haching hat Seitz nun erklärt, dass er weiterhin eine besondere Verbindung zum Rekordmeister besitzt.
Der frühere Bayern-II-Coach fungiert bei Unterhaching nicht nur als Cheftrainer der ersten Mannschaft. Gleichzeitig soll er die bestehende Zusammenarbeit zwischen beiden Klubs unterstützen und den Austausch mit dem Bayern-Campus intensivieren.
Der BILD erklärte Seitz: „Rein faktisch bin ich ausschließlich Cheftrainer der ersten Mannschaft von Haching. Darin sehe ich meine Kernaufgabe und setze entsprechend den Fokus. Wegen meiner Verbindung zum FC Bayern ist es aber nur logisch, dass ich auch als Bindeglied zwischen den Vereinen fungiere. Das war auch von allen Parteien so gewollt, dass ich mit der Erfahrung aus meiner Bayern-Zeit Impulse im NLZ von Haching gebe und den Informationsaustausch mit dem Bayern-Campus verstärke. Das macht mir Spaß, weil alle Beteiligten davon profitieren.“
Die Grundlage dafür ist die seit 2024 bestehende Kooperation im Nachwuchsbereich. Schon damals hatte sich abgezeichnet, dass Unterhaching für die Bayern bei der Entwicklung junger Spieler eine wichtige Rolle spielen könnte.
Vor dem Duell mit Bayern II herrscht Funkstille
Sportlich kommt es nun ausgerechnet zum direkten Aufeinandertreffen. Am Freitag empfängt Bayern II mit Trainer Dante die SpVgg Unterhaching. Für Seitz ist das Duell mit seinem früheren Klub entsprechend besonders.
„Ich kann und will nicht verhehlen, dass dieses Spiel für mich etwas Besonderes ist. Ich habe in all den Jahren beim FC Bayern sehr wertvolle Erfahrungen machen dürfen, viel erlebt und dadurch enge Beziehungen zu den Menschen im Verein aufgebaut – vom Greenkeeper bis hin zu Ex-Spielern wie Angelo Stiller, der sich nach meinem Wechsel zu Haching wieder mal bei mir gemeldet hat. Auch zu den Fans hat sich eine sehr enge Verbindung entwickelt“, sagte er.
Trotz dieser Nähe will Seitz im direkten Duell keine Rücksicht nehmen: „Rund um dieses Spiel lege ich den Schalter um und mache alles, um mit Haching zu gewinnen. Deswegen herrscht bis zum Spiel auch ausnahmsweise Funkstille zwischen dem FC Bayern und mir.“
Dass Seitz überhaupt in Unterhaching landete, hing auch mit der Neuordnung bei Bayern II zusammen. Nach seiner Zeit als Trainer der zweiten Mannschaft standen für ihn mehrere Optionen zur Wahl. Der FC Bayern wollte ihn nach seinen Angaben unter anderem in einer neuen Funktion beim Joint Venture Red&Gold mit Los Angeles FC einbinden. Seitz entschied sich jedoch bewusst für die Cheftrainerrolle in Haching.
Auch dabei spielte die Verbindung zwischen beiden Vereinen eine Rolle. Seitz erklärte, dass der FC Bayern seinen Wechsel begrüßt habe, weil dadurch die Kooperation mit Unterhaching weiter gestärkt werden könne.
Für beide Klubs ist die Konstellation ungewöhnlich, aber nachvollziehbar: Seitz soll Haching sportlich entwickeln und gleichzeitig seine jahrelange Erfahrung aus dem Bayern-Campus in die Zusammenarbeit einbringen. Im direkten Duell am Freitag ruht diese Verbindung allerdings für 90 Minuten.

