Tom Bischof sorgt beim DFB für Aufsehen, doch beim FC Bayern bleibt die Hierarchie klar. Vincent Kompany setzt weiter auf Joshua Kimmich.
Tom Bischof gehört zu den großen Gewinnern der jüngsten Länderspielphase. Der 21-Jährige überzeugte im Mittelfeld der deutschen Nationalmannschaft, traf gegen Serbien erstmals für die A-Elf und stand auch gegen Griechenland erneut in der Startelf.
Seine starken Auftritte sorgten schnell für eine Debatte: Wie nah ist Bischof inzwischen an Joshua Kimmich herangerückt? Gemeinsam mit Aleksandar Pavlovic präsentierte sich der Bayern-Youngster dynamisch und spielfreudig. Gerade deshalb wurde öffentlich darüber diskutiert, ob Kimmichs Stammplatz beim DFB künftig stärker unter Druck geraten könnte.
Beim FC Bayern sieht die Situation allerdings weiterhin deutlich anders aus.
Vincent Kompany hatte bereits vor dem Bundesliga-Spiel in Augsburg klargestellt, dass die Leistungen bei der Nationalmannschaft für seine Startelfentscheidung keine direkte Rolle spielen. „Die Nationalmannschaft spielt bei meiner Entscheidung über die Startelf keine Rolle“, erklärte der Bayern-Trainer.
Kompany machte dabei auch deutlich, dass er die bisherigen Leistungen im Bayern-Trikot höher gewichtet: „Was diese Fragen zu Bischof und Kimmich angeht – ich weiß, dass ihr daran gedacht habt, auch wenn ihr den Namen nicht erwähnt habt –, habe ich nicht vergessen, wie unsere letzten Vereinsspiele gelaufen sind, und ich habe auch nicht vergessen, wer gegen Union Berlin, Bodo/Glimt, Dortmund im Supercup und Stuttgart gut gespielt hat. Das berücksichtige ich.“
Kimmich reagiert selbstbewusst auf die Debatte
Beim 2:2 in Augsburg folgte die praktische Bestätigung. Kimmich begann erneut gemeinsam mit Pavlovic im zentralen Mittelfeld. Bischof musste dagegen bis zur 87. Minute warten, ehe er für Pavlovic eingewechselt wurde.
Kompany hatte seine Haltung zur Bischof-Debatte schon vor der Partie sehr deutlich gemacht. Der DFB-Rückenwind des Youngsters ändert an der Münchner Rangordnung derzeit nichts.
Kimmich selbst reagierte nach dem Augsburg-Spiel ebenfalls ausgesprochen selbstbewusst auf die Diskussionen um seine Rolle. Der 31-Jährige erklärte: „Letztendlich spielen immer die besten Spieler. In den letzten zehn Jahren habe ich ziemlich gute Arbeit geleistet, um zu den Besten zu gehören. Das ist mein Ziel, und darauf arbeite ich jeden Tag hin.“
Auch Max Eberl stellte sich nach der Partie klar hinter den Bayern-Star. Der Sportvorstand bezeichnete die Zweifel an Kimmichs Qualitäten als „absolut absurd“ und betonte gleichzeitig, dass auch Bischof und Pavlovic herausragende Spieler seien.
Damit zeichnet sich eine interessante Konstellation ab. Bischof hat beim DFB zuletzt wichtige Argumente gesammelt, bei Bayern muss er sich seine größeren Einsatzzeiten aber weiterhin erarbeiten.
Kimmich bleibt unter Kompany der Fixpunkt im Zentrum. Pavlovic hat sich daneben festgespielt, Bischof steht aktuell dahinter. Der Hype um den Youngster ist nach seinen DFB-Auftritten zwar gewachsen – die Bayern-Hierarchie hat sich dadurch bislang aber nicht verändert.

