Die XXL-Länderspielphase ist beendet und beim FC Bayern richtet sich der Blick wieder auf die Bundesliga. Insgesamt 17 Münchner Profis waren mit ihren Nationalmannschaften unterwegs. Für Vincent Kompany fällt das Fazit überwiegend positiv aus: Zahlreiche Leistungsträger präsentierten sich in starker Form, mehrere Youngster sammelten wertvolles Selbstvertrauen.
Besonders Harry Kane und Michael Olise machten dort weiter, wo sie beim deutschen Rekordmeister aufgehört hatten. Auch Jonas Urbig, Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof konnten beim DFB auf sich aufmerksam machen. Einen großen Wermutstropfen gab es allerdings: Jamal Musiala verletzte sich bereits vor dem ersten deutschen Spiel.
Der 23-Jährige sollte beim 1:1 gegen die Niederlande eigentlich in der Startelf stehen, zog sich beim Aufwärmen jedoch einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu. Musiala verpasste dadurch die komplette Länderspielphase. Mittlerweile hat der Offensivspieler zumindest wieder mit individuellem Training auf dem Platz begonnen.
Olise überragt – Zidane schwärmt vom Bayern-Star
Der herausragende Münchner auf Länderspielreise war einmal mehr Michael Olise. Der Franzose sammelte in vier Nations-League-Partien insgesamt sechs Scorerpunkte. Vier Tore erzielte der 24-Jährige selbst, zwei weitere bereitete er vor.
Besonders eindrucksvoll war sein Auftritt beim 4:1 gegen Belgien. Olise wurde erst nach einer Stunde eingewechselt und war anschließend mit zwei Treffern und einer Vorlage maßgeblich an der französischen Aufholjagd beteiligt.
Auch Frankreichs neuer Nationaltrainer Zinédine Zidane geriet angesichts der Leistungen des Bayern-Stars ins Schwärmen: „Er ist ein absolutes Naturtalent und liebt es einfach, Fußball zu spielen. Das sieht man.“
Olise war damit in allen vier Partien an mindestens einem Treffer beteiligt. Seine beeindruckende Form aus München konnte er auch im Nationaltrikot bestätigen.
Ähnlich erfolgreich verlief die Reise für Kane. Zwar verschoss der Engländer bei der 2:3-Niederlage gegen Spanien einen Elfmeter, insgesamt erzielte der Bayern-Torjäger in vier Spielen aber sechs Treffer und bereitete ein weiteres Tor vor.
Beim abschließenden 3:0 gegen Tschechien traf Kane doppelt und schraubte sein Konto auf 91 Länderspieltore. Gleichzeitig absolvierte er seinen 125. Einsatz für die Three Lions und zog damit bei den Länderspielen mit Peter Shilton gleich.
Bayern-Youngster nutzen ihre DFB-Chance

Auch mehrere deutsche Bayern-Profis dürften mit zusätzlichem Selbstvertrauen nach München zurückkehren. Besonders die zweite Hälfte des XXL-Lehrgangs verlief aus FCB-Sicht erfreulich.
Jonas Urbig stand gegen Serbien und Griechenland im Tor und blieb in beiden Begegnungen ohne Gegentreffer. Gegen Griechenland verhinderte der Bayern-Keeper bereits nach wenigen Augenblicken mit einer starken Parade einen frühen Rückstand.
Auch Pavlovic und Bischof überzeugten im Mittelfeld. Beim 2:0 gegen Serbien bildeten die beiden Bayern-Youngster ein starkes Duo. Bischof erzielte dabei in seinem zweiten A-Länderspiel seinen ersten Treffer für Deutschland. Beim anschließenden 0:0 in Griechenland standen beide erneut in der Startelf. Auch Lennart Karl durfte dort von Beginn an ran.
Serge Gnabry erlebte ebenfalls einen besonderen Moment. Gegen Serbien führte der 31-Jährige die Nationalmannschaft erstmals als Kapitän aufs Feld. Nach drei Einsätzen durfte er vorzeitig nach München zurückkehren.
Joshua Kimmich, Nathaniel Brown und Jonathan Tah waren ohnehin nur für die ersten beiden Partien eingeplant und standen Kompany dadurch ebenfalls früher wieder zur Verfügung.
Kim erlebt Licht und Schatten
Weniger rund verlief die Länderspielphase für Minjae Kim. Der Innenverteidiger sammelte bei Südkorea zwar wichtige Spielpraxis und bereitete beim 3:0 gegen Ecuador einen Treffer vor, erlebte beim 1:4 gegen Uruguay aber einen bitteren Abend.
Kurz vor der Pause unterlief Kim ein Eigentor zum zwischenzeitlichen 0:3, anschließend wurde er zur Halbzeit ausgewechselt. Im letzten Spiel gegen Usbekistan gehörte er nicht zum Aufgebot. Der südkoreanische Verband begründete dies mit angesammelter Ermüdung und betonte, dass keine schwere Verletzung vorliege.
Hiroki Ito kam für Japan ebenfalls zu reichlich Spielpraxis und stand in vier Begegnungen insgesamt fast 300 Minuten auf dem Platz. Ismael Saibari blieb in seinen beiden Startelfeinsätzen für Marokko ohne Torbeteiligung.
Auch Bara Sapoko Ndiaye sammelte internationale Erfahrung. Nach zunächst kürzeren Einsätzen durfte der 18-Jährige beim abschließenden Spiel gegen die Komoren über die komplette Distanz ran und erhielt anschließend positive Kritiken in den senegalesischen Medien.
Unter dem Strich können die Bayern mit der Länderspielphase damit durchaus zufrieden sein. Olise und Kane kehren in herausragender Form zurück, mehrere Youngster konnten sich auf internationaler Bühne empfehlen. Musialas Verletzung bleibt der große Wermutstropfen.
Für Kompany beginnt nun wieder das Tagesgeschäft. Am Samstag wartet auswärts der FC Augsburg – und zahlreiche seiner Nationalspieler kommen mit reichlich Selbstvertrauen zurück an die Säbener Straße.

