Vielseitig, zuverlässig, aber nicht gesetzt: Das Stanisic-Dilemma beim FC Bayern

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Josip Stanisic gehört längst zum festen Bestandteil des FC Bayern. Der Kroate ist zuverlässig, flexibel einsetzbar und kennt den Verein seit seiner Jugend. Vor der neuen Saison stellt sich dennoch eine entscheidende Frage: Schafft der 26-Jährige den Sprung vom wertvollen Allrounder zum unumstrittenen Stammspieler?

Seit 2017 trägt Stanisic das Bayern-Trikot. Damals wechselte er aus der Jugend des SC Fürstenfeldbruck in die U17 des deutschen Rekordmeisters. Anders als viele andere Talente schaffte er anschließend ohne mehrere Leihstationen den Weg über den Campus bis zu den Profis.


Lediglich in der Saison 2023/24 sammelte Stanisic Erfahrungen außerhalb Münchens. Seine Leihe zu Bayer Leverkusen entwickelte sich dabei zum Volltreffer. Mit der Werkself gewann der kroatische Nationalspieler die deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal und etablierte sich endgültig auf höchstem Niveau.

Mittlerweile kommt Stanisic auf 88 Bundesliga-Einsätze und 13 direkte Torbeteiligungen. Mit 26 Jahren befindet er sich zudem in einem Alter, in dem er den nächsten Schritt machen könnte.

Stanisic bietet Kompany zahlreiche Möglichkeiten

Seine große Stärke ist zweifellos die Vielseitigkeit. Stanisic kann als Rechts- und Linksverteidiger eingesetzt werden, in der Innenverteidigung aushelfen und auch in einer Dreierkette mehrere Positionen übernehmen.

Gerade für Vincent Kompany ist das enorm wertvoll. Der Belgier verlangt von seinen Verteidigern taktische Flexibilität und setzt phasenweise auf eine aggressive Manndeckung über weite Teile des Spielfelds. Stanisic bringt das Spielverständnis mit, um diese Vorgaben umzusetzen.

Defensiv ist der Kroate zuverlässig und zweikampfstark. Im Spiel nach vorne fehlen ihm im Vergleich zu offensiv ausgerichteten Außenverteidigern wie Alphonso Davies oder Nathaniel Brown zwar teilweise Dynamik und Durchschlagskraft. Dafür sorgt Stanisic mit seiner Positionierung für defensive Balance.

Hinzu kommt seine Einstellung. Der 35-malige kroatische Nationalspieler gilt nicht als Profi, der bei einigen Spielen auf der Ersatzbank unmittelbar für Unruhe sorgt. Für einen Trainer ist ein solcher Spieler Gold wert.

Genau diese Vielseitigkeit könnte allerdings gleichzeitig verhindern, dass Stanisic dauerhaft eine feste Position bekommt.

Große Konkurrenz um einen Stammplatz

Josip Stanisic
Foto: Getty Images

Im Abwehrzentrum sind Jonathan Tah und Dayot Upamecano zunächst gesetzt. Minjae Kim steht ebenfalls als erfahrene Alternative bereit. Auf der linken Seite hat sich der Konkurrenzkampf durch die Verpflichtung von Nathaniel Brown zusätzlich verschärft, zumal auch Alphonso Davies nach seiner Rückkehr wieder Ansprüche anmelden wird.

Damit bleibt vor allem die rechte Abwehrseite. Dort trifft Stanisic allerdings auf Konrad Laimer. Der Österreicher überzeugte in der vergangenen Saison und hat seinen Vertrag beim Rekordmeister langfristig verlängert.

Für Stanisic könnte deshalb erneut jene Rolle bleiben, die ihn schon in den vergangenen Jahren ausgezeichnet hat: Er ist zur Stelle, wenn er gebraucht wird – unabhängig von Position und Situation.

Das ist für den FC Bayern ein Luxus. Für Stanisic selbst stellt sich jedoch die Frage, ob ihm diese Rolle auf Dauer genügt.

Mit 26 Jahren befindet sich der Kroate schließlich mitten in seinem besten Fußballeralter. Der nächste logische Entwicklungsschritt wäre ein fester Stammplatz. Dafür muss er sich allerdings gegen hochkarätige Konkurrenz durchsetzen.

Vielleicht liegt Stanisics größter Wert für die Bayern am Ende aber genau darin, dass er nicht auf eine einzelne Position festgelegt werden kann. Kompany kann ihn nahezu überall in der Defensive einsetzen. Ob aus dem Luxus-Allrounder dennoch ein unumstrittener Stammspieler wird, dürfte eine der interessanteren Personalfragen der neuen Saison werden.

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