Der FC Bayern hat in diesem Sommer mehr als 100 Millionen Euro in neue Spieler investiert. Einen großen Teil dieser Summe möchten die Münchner durch Verkäufe wieder einnehmen. Das erklärte Ziel: rund 90 Millionen Euro. Für die drei prominentesten Verkaufskandidaten haben die Verantwortlichen nun offenbar konkrete Preisschilder festgelegt.
Mit Ismael Saibari und Nathaniel Brown hat der FC Bayern jeweils rund 50 Millionen Euro in zwei neue Leistungsträger investiert. Hinzu kommen 3,5 Millionen Euro für die feste Verpflichtung von Bara Sapoko Ndiaye. Damit hat der deutsche Rekordmeister allein für dieses Trio mehr als 100 Millionen Euro ausgegeben.
Auf der Einnahmenseite soll deshalb noch einiges passieren. Wie die BILD berichtet, haben sich die Bayern für diesen Transfersommer ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Insgesamt sollen rund 90 Millionen Euro durch Spielerverkäufe eingenommen werden.
Knapp 40 Millionen Euro davon sind bereits zusammengekommen. Jetzt richtet sich der Blick vor allem auf João Palhinha, Sacha Boey und Bryan Zaragoza. Alle drei spielen in den sportlichen Planungen von Vincent Kompany keine Rolle mehr und dürfen den Verein verlassen.
Bayern fordert 30 Millionen für Palhinha
Wie BILD-Fußballchef Christian Falk im Podcast „Bayern-Insider“ berichtet, haben die Verantwortlichen klare Preisvorstellungen für das Trio. „Bayern möchte 90 Millionen an Transfer-Einnahmen generieren. Deshalb hat man knallharte Transfer-Preislimits festgelegt: Bei Zaragoza 8,5 Millionen, bei Boey wollen sie 15 Millionen und bei Palhinha 30 Millionen“, erklärt Falk.
Zusammengerechnet möchten die Münchner für die drei Verkaufskandidaten somit noch mindestens 53,5 Millionen Euro kassieren.
Die größte Einnahme verspricht sich der Rekordmeister von Palhinha. Für den Portugiesen fordert Bayern demnach 30 Millionen Euro. Der 31-Jährige war erst 2024 für rund 50 Millionen Euro vom FC Fulham verpflichtet worden, konnte sich in München allerdings nicht durchsetzen.
Mit Aston Villa, Newcastle United und Benfica gibt es mehrere Interessenten. Das Problem: Bislang scheint keiner der Klubs bereit zu sein, die Münchner Preisvorstellungen zu erfüllen.
Schon bei Tottenham Hotspur erwies sich die finanzielle Seite als Hindernis. Palhinha war in der vergangenen Saison an die Spurs ausgeliehen, die eine Kaufoption besaßen, diese jedoch nicht zogen.
Auch Boey und Zaragoza sollen Millionen bringen
Bei Sacha Boey liegt das Preisschild laut BILD bei 15 Millionen Euro. Der Franzose kam Anfang 2024 für rund 30 Millionen Euro von Galatasaray nach München, konnte die Erwartungen aufgrund zahlreicher Verletzungen und schwankender Leistungen aber nicht erfüllen.
Noch schwieriger gestaltet sich die Situation bei Bryan Zaragoza. Für den Spanier würden sich die Bayern dem Bericht zufolge mit 8,5 Millionen Euro zufriedengeben.
Das wäre bereits ein deutliches Minusgeschäft. Für Zaragoza hatte der FCB einst rund 17 Millionen Euro an den FC Granada überwiesen. In München konnte sich der Flügelspieler jedoch nie durchsetzen. Zuletzt soll er sogar ein lukratives Angebot aus dem nicht-europäischen Ausland abgelehnt haben.
Gerade bei Boey und Zaragoza ist das konkrete Interesse aktuell überschaubar. Dadurch geraten die Münchner mit fortschreitendem Transferfenster zunehmend unter Druck.
„Bayern wird da Abstriche machen müssen. Man kann natürlich etwas pokern. Aber die Gefahr besteht, dass man dann vielleicht auf den Spielern sitzenbleibt. Das will man auf gar keinen Fall, weil es da auch um hohe Gehälter geht“, erklärt BILD-Reporter Heiko Niedderer.
Knapp 40 Millionen sind bereits in der Kasse

Komplett am Anfang steht Sportvorstand Max Eberl bei seiner Millionen-Mission allerdings nicht. Durch zahlreiche kleinere Verkäufe haben die Bayern bereits knapp 40 Millionen Euro eingenommen.
Allein Noel Aseko brachte zwölf Millionen Euro. Für Daniel Peretz kassierten die Münchner acht Millionen Euro, Alexander Nübel brachte 6,25 Millionen Euro ein. Hinzu kommen jeweils sechs Millionen Euro für Jonah Kusi-Asare und Jonathan Asp Jensen sowie Einnahmen durch die Abgänge von Maurice Krattenmacher und Lovro Zvonarek.
Damit fehlt vor allem noch der Verkauf der drei prominenten Kandidaten, um das intern ausgegebene Ziel zu erreichen.
Sollten die Bayern tatsächlich 30 Millionen Euro für Palhinha, 15 Millionen für Boey und 8,5 Millionen für Zaragoza kassieren, würde der Rekordmeister sein angepeiltes Ziel von rund 90 Millionen Euro sogar leicht übertreffen.
Genau darin liegt allerdings die Herausforderung. Die Bayern möchten ihre Verkaufskandidaten nicht unter Wert abgeben, gleichzeitig sollen die drei Profis unbedingt von der Gehaltsliste. Je näher der Deadline Day rückt, desto schwieriger könnte dieser Spagat für Eberl werden.

