Musiala berichtet über Diagnose: Was sind Absencen?

Sebastian Mittag
Foto: IMAGO

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Nach zwei beunruhigenden Vorfällen hat Jamal Musiala die Ursache für seine Zusammenbrüche öffentlich gemacht. Beim Bayern-Star wurden sogenannte Absencen festgestellt. Doch was steckt dahinter?

Innerhalb weniger Tage haben sich die besorgniserregenden Bilder bei Jamal Musiala wiederholt. Nachdem der 23-Jährige bereits beim Telekom Cup gegen RB Leipzig auf dem Platz zusammengebrochen war, kam es beim 4:2-Testspielerfolg des FC Bayern gegen den 1. FC Heidenheim zu einem ähnlichen Vorfall.


Musiala war in der zweiten Halbzeit eingewechselt worden, musste den Platz jedoch bereits wenige Minuten später wieder verlassen. Nachdem er im Mittelfeld zu Boden gegangen war, eilten unter anderem Jonathan Tah und Harry Kane zu ihrem Teamkollegen. Auch die medizinischen Betreuer waren schnell zur Stelle.

Nach einer kurzen Behandlung konnte Musiala wieder aufstehen und den Rasen verlassen. Wenig später meldete sich der Nationalspieler selbst zu Wort und erklärte erstmals ausführlich die medizinischen Hintergründe.

„Das Wichtigste zuerst – mir geht es gut“, schrieb Musiala bei Instagram. Anschließend erklärte der Offensivspieler: „Ich verstehe, dass sich viele von euch Sorgen machen. Diese Sorge möchte ich euch heute nehmen und euch dazu etwas erklären: Es wurden bei mir temporär kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen festgestellt, welche auf eine neurologische Dysfunktion zurückzuführen sind.“

Was sind Absencen?

Bei einer Absence handelt es sich um eine kurze Bewusstseinsstörung. Während einer solchen Episode nehmen Betroffene ihre Umgebung kaum oder gar nicht wahr und reagieren häufig nicht auf Ansprache. In vielen Fällen dauert dieser Zustand lediglich wenige Sekunden.

Anschließend sind Betroffene normalerweise wieder ansprechbar. An den eigentlichen Aussetzer können sie sich häufig nicht erinnern. Die nach außen auffälligen Momente können dadurch sehr plötzlich auftreten.

Genau darauf ging auch Musiala in seiner Erklärung ein: „Diese können zu den zuletzt vorgekommenen Momenten führen, wie gegen Leipzig oder auch jetzt in Heidenheim. Ich weiß, dass diese auf den ersten Blick scary wirken – für mich sind sie aber aktuell Teil meines Alltags. Ich bin diesbezüglich in bester medizinischer Behandlung und sehr optimistisch.“

Zudem betonte der Bayern-Star ausdrücklich, es bestehe „kein darüberhinausgehendes gesundheitliches Risiko“.

Jamal Musiala
Foto: IMAGO

Absencen gelten grundsätzlich als medizinisch gut behandelbar. In der Therapie können Antiepileptika eingesetzt werden, um die elektrische Aktivität im Gehirn zu stabilisieren und weitere Anfälle zu verhindern. Darüber hinaus können Faktoren wie Schlafmangel, starker Stress oder Dehydration eine Rolle spielen und sollten möglichst vermieden werden.

Bei einer erfolgreichen medikamentösen Einstellung kann ein weitgehend normaler Alltag möglich sein. Auch sportliche Aktivitäten sind grundsätzlich weiterhin möglich. Entscheidend sind dabei regelmäßige neurologische Untersuchungen und eine individuell abgestimmte Belastungssteuerung.

Eine Behandlung kann sich allerdings über einen längeren Zeitraum erstrecken. Üblicherweise wird erst nach einer längeren Phase ohne weitere Anfälle geprüft, ob Medikamente schrittweise reduziert werden können.

Welche konkreten Auswirkungen Musialas Diagnose auf seine Einsätze für den FC Bayern haben wird, ist derzeit offen. Der 23-Jährige hat jedoch deutlich gemacht, dass er sich in medizinischer Behandlung befindet und optimistisch mit der Situation umgeht.

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