Respektloses Verhalten? Bayern-Boss Eberl reagiert auf Olise-Kritik

Felix Flechsig

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Michael Olise sorgt beim FC Bayern derzeit nicht nur mit seinen Leistungen auf dem Platz für Gesprächsstoff. Nach seinem überragenden Auftritt beim 5:0 gegen Bodø/Glimt geriet ausgerechnet das anschließende Interview des Franzosen in den Fokus. Während der 24-Jährige sportlich mit zwei Toren und einer Vorlage glänzte, präsentierte er sich bei DAZN einmal mehr extrem wortkarg.

Auf mehrere Fragen antwortete Olise nur mit wenigen Worten. Sein Auftreten wurde anschließend teilweise kritisch bewertet. Der Vorwurf: Ein Star mit seiner Bedeutung für den FC Bayern müsse sich auch abseits des Platzes professioneller präsentieren.


Sportvorstand Max Eberl kann mit dieser Diskussion wenig anfangen. Der 52-Jährige kennt den zurückhaltenden Charakter seines Leistungsträgers und sieht keinen Grund, aus dessen Abneigung gegen öffentliche Auftritte ein größeres Problem zu machen. „Michael Olise ist einer, der Fußball spielen möchte, und das neben dem Platz ist nicht so seins“, erklärte Eberl auf der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel gegen Elversberg und stellte sich damit klar vor seinen Spieler.

„Auf anderen Kanälen wird er genau so gefeiert“

Dass Olises Auftritte vor der Kamera durchaus polarisieren, ist für Eberl nichts Neues. Der Bayern-Boss weist allerdings darauf hin, dass die Reaktionen keineswegs ausschließlich negativ ausfallen.

„Das Thema ist medial total groß, aber auf anderen Kanälen wird er genau so für sein Verhalten gefeiert“, betonte der Sportvorstand.

Tatsächlich ist die demonstrative Gelassenheit längst zu einem Teil von Olises öffentlichem Image geworden. Während andere Profis ausführlich über ihre Leistungen sprechen, beschränkt sich der Franzose häufig auf das Nötigste. Gerade in den sozialen Netzwerken wird seine wortkarge Art von vielen Fans gefeiert.

Die Diskussion nach dem Bodø-Spiel hatte dennoch eine neue Dimension erreicht. Olise war nach seiner Gala zum Man of the Match gewählt worden, machte es seinem Interviewpartner anschließend aber schwer, ein längeres Gespräch über seine Leistung zu führen.

Für Eberl ist das offensichtlich kein Grund, vom Franzosen ein anderes Auftreten zu verlangen.

Eberl interessiert vor allem Olises Leistung

Michael Olise
Foto: Getty Images

Entscheidend ist für den Bayern-Sportvorstand ohnehin, was Olise auf dem Rasen zeigt. Und dort gibt es derzeit kaum Argumente gegen den Offensivstar. „Das Entscheidende, warum wir Michael bei uns haben, ist, wie er Fußball spielt – und das tut er außergewöhnlich“, stellte Eberl klar.

Genau das stellte Olise gegen Bodø/Glimt erneut eindrucksvoll unter Beweis. Mit zwei Treffern und einer Vorlage war er der überragende Spieler beim deutlichen Champions-League-Erfolg der Münchner.

Seit seinem Wechsel nach München hat sich Olise zu einem der wichtigsten Spieler unter Vincent Kompany entwickelt. Seine Leistungen haben ihn mittlerweile sogar in den Kreis der Anwärter auf den Ballon d’Or gebracht.

Vor diesem Hintergrund ist für Eberl klar, welche Prioritäten beim FC Bayern gelten. Olise wurde nicht verpflichtet, um vor den Kameras für Schlagzeilen zu sorgen. Er soll auf dem Platz den Unterschied machen.

Solange ihm das so regelmäßig gelingt wie derzeit, können die Interviews aus Sicht des Sportvorstands offenbar auch weiterhin etwas kürzer ausfallen.

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