Olise zwischen Weltklasse und Kreisklasse: Bayern-Star gerät in die Kritik

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Michael Olise ist derzeit einer der besten Fußballer der Welt. Zwei Tore, eine Vorlage und eine Gala beim 5:0 gegen Bodø/Glimt: Sportlich gibt es am Bayern-Star aktuell kaum etwas auszusetzen. Abseits des Platzes sorgt der 24-Jährige allerdings zunehmend für Diskussionen.

Nach seiner Auszeichnung zum „Man of the Match“ musste Olise bei DAZN zum Pflichtinterview antreten. Reporter Jochen Stutzky wollte vom Franzosen wissen, wie es sich anfühlt, solche Traumtore zu erzielen. Die Antwort: „Ich weiß es nicht.“


Auch auf Nachfrage wurde es nicht wesentlich ergiebiger. Olise machte einmal mehr deutlich, dass Interviews nicht zu seinen Lieblingsbeschäftigungen gehören.

Viele Bayern-Fans feiern genau das. In den sozialen Netzwerken gehört Olises demonstrative Lässigkeit längst zu seinem Image. „Mister Nonchalant“ lässt lieber seine Füße sprechen und macht aus seiner Abneigung gegen öffentliche Auftritte keinen Hehl.

Das kann unterhaltsam sein. Es gibt aber eine Grenze. Die Kritik an dem Auftreten von Olise nimmt zu.

Olise muss nicht zum Entertainer werden

Niemand sollte von Olise erwarten, dass er plötzlich zum Thomas Müller am Mikrofon wird. Jeder Spieler hat seinen eigenen Charakter. Manche genießen die Öffentlichkeit, andere möchten nach dem Abpfiff möglichst schnell verschwinden.

Olise selbst hat seine Persönlichkeit einmal sehr treffend beschrieben: „Ich bin keine super-emotionale Person. Ich reagiere nicht so, wie alle anderen reagieren.“

Das sollte man respektieren. Gleichzeitig gehört die Kommunikation mit Fans und Medien inzwischen zum Beruf eines Fußballprofis – insbesondere bei einem Klub wie dem FC Bayern und erst recht bei einem Spieler mit Olises Stellenwert.

Beim Interview nach dem Bodø-Spiel ging es weder um unangenehme Vertragsfragen noch um Transfergerüchte oder andere sensible Themen. Olise sollte schlicht über einen außergewöhnlichen Fußballabend sprechen, an dem er selbst mit zwei Toren und einer Vorlage der überragende Spieler war.

In solchen Situationen darf man von einem Superstar erwarten, dass er seinem Gegenüber zumindest mit einem gewissen Maß an Interesse begegnet. Wortkarg zu sein, ist vollkommen legitim. Ein Interview demonstrativ ins Leere laufen zu lassen, kann dagegen schnell respektlos wirken.

Dabei zeigen andere Einblicke, dass Olise keineswegs der verschlossene Einzelgänger ist, als der er öffentlich manchmal erscheint.

Olise kann auch der „große Kommunikator“ sein

Jamal Musiala, Michael Olise
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Jonathan Tah zeichnete gegenüber der L’Équipe zuletzt ein komplett anderes Bild. „Er ist der Chef unserer WhatsApp-Gruppe“, verriet der Bayern-Verteidiger. Olise verstehe sich mit allen und sei „der große Kommunikator der Mannschaft.“

Auch beim TV-Sender CBS Sports zeigte sich der Franzose im Rahmen der WM 2026 deutlich gesprächiger. Gegenüber Highsnobiety sprach er sogar ausführlicher über persönliche Interessen wie Schach, Mode, Tischtennis und Cricket.

Es geht also offenbar nicht darum, dass Olise nicht kommunizieren kann. Er möchte es in bestimmten Situationen schlicht nicht.

Genau hier muss der 24-Jährige die richtige Balance finden. Seine lässige Art gehört zu ihm und macht ihn für viele Fans sogar noch interessanter. Niemand möchte daraus einen glatt gebügelten Medienprofi machen, der nach jedem Spiel dieselben einstudierten Sätze aufsagt.

Aber „Mister Nonchalant“ funktioniert nur so lange, wie aus Coolness keine demonstrative Geringschätzung wird.

Olise muss Interviews nicht lieben. Er muss auch keine minutenlangen Monologe halten. Ein paar ernst gemeinte Antworten nach einer Weltklasse-Leistung würden seinem besonderen Image jedenfalls nicht schaden. Im Gegenteil.

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