Beim FC Bayern herrscht vor dem Start in die neue Basketball-Saison eine klare Erwartungshaltung. Nach einer enttäuschenden Spielzeit 2025/26 ohne Titel soll die Mannschaft wieder zurück an die nationale Spitze. Uli Hoeneß hat nun deutlich gemacht, dass ihm in der vergangenen Saison vor allem die Mentalität der Münchner missfallen hat.
Beim Festakt zum 80-jährigen Bestehen der Basketball-Abteilung blickte der Ehrenpräsident auf einige Auftritte zurück, die ihn offenbar bis heute beschäftigen.
„Ich denke ans Pokal-Halbfinale, denke an das letzte Spiel gegen Alba Berlin, wo wir mit 20 Punkten führen. Das ist nicht Bayern München“, erklärte Hoeneß.
Besonders bitter verlief das Ende der Bundesliga-Saison. Im entscheidenden fünften Finalspiel gegen Alba Berlin verspielten die Bayern eine deutliche Führung und verpassten dadurch auch den Meistertitel. Für Hoeneß war das nicht in erster Linie eine Frage der sportlichen Qualität.
Hoeneß kritisiert Mentalität der Mannschaft
„Man kann immer ein Spiel verlieren, aber wenn man mit 20 Punkten führt, dann darf das nicht passieren“, stellte der 74-Jährige klar.
Anschließend wurde Hoeneß noch deutlicher: „Und das hat nicht unbedingt mit der Klasse der Mannschaft zu tun, sondern mit der Mentalität. Und die hat mir letztes Jahr nicht gefallen.“
Die Verantwortlichen haben auf die titellose Saison reagiert. Mit Anton Gavel übernahm ein ehemaliger Bayern-Profi den Posten als Cheftrainer. Gavel kommt von Pokalsieger Bamberg nach München. Auch auf der sportlichen Führungsebene gab es mit Thorsten Leibenath einen Wechsel.
Damit verbunden ist die Hoffnung, dass die Mannschaft in der neuen Saison nicht nur sportlich wieder angreift, sondern auch jene Mentalität zeigt, die Hoeneß zuletzt vermisst hat.
Dass die Ansprüche beim FC Bayern unverändert hoch sind, machte auch Präsident Herbert Hainer deutlich.
Hainer fordert beide nationalen Titel

„Es ist überhaupt keine Frage, dass wir den Anspruch haben, die beiden deutschen Titel zu gewinnen“, erklärte der 72-Jährige. Die Mannschaft sei dafür noch einmal „entsprechend aufgerüstet“ worden.
Bereits nach dem enttäuschenden Saisonabschluss hatte Hainer das Team mit deutlichen Worten in den Urlaub verabschiedet. „Bevor sie alle in den Urlaub gegangen sind, habe ich ihnen natürlich noch einmal klar gesagt, was unsere Erwartungshaltung war und was am Ende dabei herausgekommen ist.“
Die Botschaft der Bayern-Führung könnte damit kaum deutlicher sein. Nach einer Saison ohne Titel reicht es den Verantwortlichen nicht, lediglich um die Trophäen mitzuspielen. Hoeneß fordert eine andere Mentalität, Hainer nimmt die Mannschaft ebenfalls in die Pflicht – und als Ziel sind die Meisterschaft und der Pokalsieg klar formuliert.

