Tom Bischof darf sich über seine Chance bei der deutschen Nationalmannschaft freuen – allerdings mit einem besonderen Plan. Jürgen Klopp hat den Bayern-Youngster für seine ersten Länderspiele als Bundestrainer berücksichtigt, wird ihn zunächst aber noch nicht bei der A-Nationalmannschaft einsetzen.
Stattdessen soll Bischof den ersten Teil der Länderspielpause bei der deutschen U21 verbringen. Dort ist der 21-Jährige als Kapitän eingeplant. Erst anschließend wechselt der Mittelfeldspieler in Klopps Mannschaft und soll für das dritte und vierte Spiel zur Verfügung stehen.
Die ungewöhnliche Aufteilung wurde dabei nicht nur innerhalb des DFB abgestimmt. Auch Bayern-Trainer Vincent Kompany war in die Planungen eingebunden.
„Tom wird in der zweiten Gruppe mit uns sein [drittes und viertes Spiel]. In der ersten Gruppe wird er mit den U21s als ihr Kapitän sein. Das wurde auch mit Vincent Kompany abgesprochen. Er spielt auch nicht jede Woche drei Spiele, also wird er zuerst mit den U21s spielen und dann zu uns stoßen“, betonte der Bundestrainer am Donnerstag auf seiner Kader-PK.
Klopp und Kompany stimmen Belastung ab
Hinter der Entscheidung steckt vor allem die Belastungssteuerung des Bayern-Talents. Bischof soll nicht innerhalb kurzer Zeit von einem Spiel zum nächsten geschickt werden. Klopp machte deutlich, dass der Mittelfeldspieler auf Vereinsebene ebenfalls nicht regelmäßig drei Partien innerhalb einer Woche absolviert.
Gleichzeitig soll Bischof weiterhin seine wichtige Rolle bei der U21 wahrnehmen. Als Kapitän trägt er dort besondere Verantwortung, ehe für ihn anschließend der nächste Schritt zur A-Nationalmannschaft folgt.
Für den Bayern-Profi ergibt sich damit eine interessante Konstellation. Er muss nicht sofort vollständig von der U21 Abschied nehmen, erhält aber dennoch die Gelegenheit, sich erstmals intensiv unter Klopp zu präsentieren.
Dass Kompany in die Entscheidung einbezogen wurde, zeigt zudem, dass DFB und FC Bayern die Belastung des Youngsters gemeinsam im Blick behalten.
Bischof bekommt seine Chance bei Klopp

Bischof hat sich nach seinem Wechsel zum FC Bayern Schritt für Schritt an das höhere Niveau beim Rekordmeister gewöhnt. Aufgrund der großen Konkurrenz im Münchner Mittelfeld kommt der 21-Jährige allerdings nicht in jeder Partie über die volle Distanz zum Einsatz.
Klopp möchte ihn dennoch in seinem Kreis sehen. Der Bundestrainer verzichtet lediglich darauf, Bischof bereits für den ersten Teil seiner Länderspielphase aus der U21 herauszulösen.
Damit erhält Bischof innerhalb einer Länderspielpause gleich zwei unterschiedliche Rollen: zunächst als Führungsspieler bei der U21, anschließend als Neuling im Kreis der A-Nationalmannschaft.
Für den 21-Jährigen ist es der nächste Schritt in seiner Entwicklung. Klopp macht gleichzeitig deutlich, dass er Bischof behutsam heranführen möchte – und stimmt seinen Plan dafür sogar direkt mit Kompany ab.

