Luis Díaz läuft seiner Topform beim FC Bayern derzeit hinterher. Auch beim furiosen 7:0 gegen Union Berlin blieb der Kolumbianer ohne Torbeteiligung und agierte in einigen Situationen unglücklich. Innerhalb der Mannschaft genießt der 29-Jährige dennoch weiterhin großes Vertrauen.
Dabei fehlt es Díaz keineswegs an Einsatz. Der Flügelspieler arbeitet viel, sucht immer wieder die Tiefe und kommt regelmäßig in gefährliche Positionen. Gerade im letzten Drittel fehlt ihm aktuell aber die gewohnte Präzision. Ballverluste, ungenaue letzte Pässe und vor allem zahlreiche vergebene Torchancen prägen seinen bisherigen Saisonstart.
Auch gegen Union setzte sich dieser Trend fort. Ein vermeintlicher Treffer des Kolumbianers wurde wegen einer Abseitsstellung aberkannt. Während seine Offensivkollegen Michael Olise, Harry Kane und Jamal Musiala glänzten, blieb Díaz ohne persönlichen Erfolg.
Tah nimmt Díaz in Schutz
Jonathan Tah sieht allerdings keinen Anlass, die aktuelle Phase seines Teamkollegen zu dramatisieren. Der Innenverteidiger verwies nach dem Union-Spiel insbesondere auf das enorme Pensum, das Díaz in den vergangenen Monaten abgespult hat.
„Ich habe mich ohnehin schon immer gefragt, wie er das macht, dass er jedes Spiel rauf und runter sprinten kann“, erklärte Tah.
Von grundsätzlichen Zweifeln am Offensivstar will der Nationalspieler deshalb nichts wissen. „Seine aktuelle Situation darf man nicht überbewerten. Wir wissen, was wir an ihm haben und was er uns geben kann.“
Auch die Verantwortlichen des Rekordmeisters hatten Díaz zuletzt demonstrativ den Rücken gestärkt. Max Eberl machte deutlich, dass man sich in München keine größeren Sorgen um den Angreifer macht. Vincent Kompany verwies ebenfalls darauf, dass Díaz weiterhin regelmäßig zu Chancen kommt und mit seiner Energie für Gefahr sorgt.
Für den Kolumbianer geht es daher vor allem darum, im Abschluss wieder die gewohnte Sicherheit zu finden.
Länderspielpause kommt für Díaz zur richtigen Zeit

Gelegen kommt dem Bayern-Star dabei die bevorstehende Pause. Díaz wird zunächst nicht zur kolumbianischen Nationalmannschaft reisen und kann die kommenden Wochen zur Regeneration nutzen.
Kolumbiens Nationaltrainer Néstor Lorenzo hatte sich zuvor mit Díaz über dessen körperlichen Zustand ausgetauscht. Da für die Südamerikaner zunächst keine Pflichtspiele anstehen, verständigten sich die Beteiligten darauf, dem Offensivspieler eine Pause zu ermöglichen.
Nach einem enormen Pensum in den vergangenen Monaten erhält Díaz damit die Gelegenheit, neue Kraft zu tanken. Gerade mit Blick auf das intensive Programm nach der Länderspielphase könnte das für die Bayern noch wichtig werden.
Denn trotz seiner derzeitigen Probleme bleibt Díaz auf der linken Außenbahn eine zentrale Figur in Kompanys Mannschaft. Tah macht deshalb deutlich, dass intern niemand an den Qualitäten des Kolumbianers zweifelt. Die Hoffnung in München ist vielmehr, dass die kurze Auszeit genau zum richtigen Zeitpunkt kommt – und Díaz anschließend wieder jene Effizienz zeigt, die ihn in seiner ersten Bayern-Saison ausgezeichnet hat.

