Jürgen Klopp muss seinen Kader womöglich früher umbauen als geplant. Nach dem 1:1 zum Nations-League-Auftakt gegen die Niederlande drohen Jamal Musiala und Kai Havertz für das kommende Heimspiel gegen Griechenland auszufallen. Der Bundestrainer denkt deshalb bereits über Nachnominierungen nach.
Musiala hatte sich unmittelbar vor dem Anpfiff in Amsterdam verletzt. Der Bayern-Star verspürte beim Aufwärmen muskuläre Probleme und konnte deshalb kurzfristig nicht auflaufen. Havertz erwischte es während der Partie ebenfalls, sodass der Arsenal-Profi bereits nach gut einer halben Stunde ausgewechselt werden musste.
Nach dem Spiel bestätigte Klopp, dass beide Spieler genauer untersucht werden. „Bei beiden ist es muskulär. Es sind beide im MRT. Ich hoffe, dass es nichts Schlimmes ist und die Jungs relativ zügig wieder einsatzfähig sind. Für das Spiel am Sonntag sind sie wahrscheinlich raus.“
Klopp kündigt neue Überlegungen an
Damit fehlen dem neuen Bundestrainer möglicherweise gleich zwei eingeplante Offensivkräfte für sein erstes Heimspiel. Am Sonntag trifft Deutschland in Augsburg auf Griechenland.
Klopp machte nach dem Remis in Amsterdam deutlich, dass er auf die personelle Situation reagieren könnte. „Wir warten erst einmal ab. Aber dass wir neu nachdenken, ist klar. Wir können es und sollten es auch machen“, erklärte der 59-Jährige.

Der Bundestrainer darf für jede Nations-League-Partie 20 Feldspieler und drei Torhüter nominieren. Sollten Musiala und Havertz tatsächlich ausfallen, würde der aktuelle Kader nur noch 22 verfügbare Profis umfassen.
Für Musiala ist die Situation besonders bitter. Der 23-Jährige sollte eigentlich über die komplette Länderspielphase beim DFB bleiben, um nach seiner längeren Pause weiteren Trainings- und Spielrhythmus zu sammeln. Ob das nach den Oberschenkelproblemen noch möglich ist, hängt nun von den Ergebnissen der MRT-Untersuchung ab.
Burkardt und Woltemade könnten früher kommen
Zwei mögliche Nachrücker befinden sich ohnehin bereits in Klopps Planungen. Jonathan Burkardt und Nick Woltemade waren ursprünglich für den zweiten Teil der Länderspielphase vorgesehen.
Beide Stürmer sollten erst für die Begegnungen mit Serbien am 1. Oktober in München sowie für das Rückspiel gegen Griechenland am 4. Oktober zum DFB-Team stoßen. Durch die Verletzungen von Musiala und Havertz könnte sich dieser Plan jetzt ändern.
Burkardt oder Woltemade könnten bereits gegen Griechenland zum Kader gehören. Eine endgültige Entscheidung will Klopp offenbar erst treffen, wenn die Diagnosen bei seinen beiden verletzten Offensivspielern vorliegen.
Für den Bundestrainer beginnt damit unmittelbar nach seinem ersten Länderspiel die erste größere personelle Herausforderung. Klar scheint zumindest: Mit Musiala und Havertz plant Klopp am Sonntag derzeit nicht.

