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„Würde ich nicht machen!“: Experte kritisiert Klopp für Bayern-Aussagen

Von Vjekoslav Keskic · · 3 Min Lesezeit

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Jürgen Klopp hat mit seinen Aussagen über die Spielweise des FC Bayern für Diskussionen gesorgt. Der Bundestrainer hatte beim Champions-League-Duell gegen den FC Arsenal (2:2) öffentlich Zweifel an der taktischen Ausrichtung der Münchner geäußert. Besonders die Rolle von Harry Kane im Defensivspiel bereitete dem 59-Jährigen Kopfzerbrechen. TV-Legende Marcel Reif sieht die Aussagen des ehemaligen Liverpool-Trainers durchaus kritisch.

Klopp war am Mittwochabend als Experte bei DAZN zu Gast und analysierte in der Halbzeitpause das Duell zwischen Bayern und Arsenal. Dabei sprach der Bundestrainer überraschend offen über das Defensivkonzept von Vincent Kompany. „Ich habe bis heute nicht abschließend verstanden, was Bayern gegen den Ball macht. Aber ich will mich einfach weiterbilden“, erklärte Klopp.

Vor allem die ungewöhnliche Rolle von Harry Kane sorgte bei ihm für Verwunderung. Der englische Nationalspieler ließ sich gegen Arsenal immer wieder weit zurückfallen und übernahm auch gegen den Ball Aufgaben, die man von einem klassischen Mittelstürmer eher selten sieht.

Reif kritisiert Klopps öffentliche Aussagen

In der BILD-Sendung „Reif ist live“ wurde Marcel Reif auf die Aussagen des Bundestrainers angesprochen. Der langjährige TV-Kommentator machte deutlich, dass er Klopps Vorgehensweise nicht unbedingt nachvollziehen kann. „Wir leben ja zum Glück in einem Land, in dem der Bundestrainer sagen kann, was er möchte“, stellte Reif zunächst klar.

Dennoch hält er es für diskussionswürdig, wenn sich der Trainer der deutschen Nationalmannschaft während eines laufenden Spiels öffentlich über die taktische Ausrichtung eines Vereinstrainers wundert. „Das muss jeder für sich selber bewerten“, erklärte der 76-Jährige.

Reif selbst hätte sich an Klopps Stelle jedenfalls zurückhaltender geäußert. „Ich würde es nicht machen“, betonte die TV-Legende.

Gleichzeitig zeigte er aber auch Verständnis für die direkte Art des Bundestrainers: „Auf der anderen Seite wollen wir ja authentisches und offenes Hören. Er redet nicht um den heißen Brei herum.“

Klopp versteht Kanes Defensivrolle nicht

Jürgen Klopp
IMAGO / Nico Herbertz

Klopp hatte bei DAZN vor allem die taktischen Aufgaben von Harry Kane hinterfragt. Der Bayern-Stürmer war gegen Arsenal nicht nur im Angriff präsent, sondern beteiligte sich intensiv am Defensivspiel.

„Das finde ich mit Ball in Ordnung, aber gegen den Ball. Wenn ich Harry Kane in der letzten Linie sehe, und zwar nicht im tiefen Block, sondern im Mittelfeld-Pressing. Ich bin nicht Papst des Fußballs, alle dürfen machen, was sie wollen, aber abschließend dahintergestiegen bin ich auch nicht. Mal ist es hybrid, dann Mann gegen Mann, dann nicht gegen den Mann. Ich lerne immer noch“, erklärte der Bundestrainer.

Bayern-Coach Vincent Kompany wollte die Aussagen seines Kollegen nach dem Spiel nicht kommentieren.

Sportlich konnte Kane gegen Arsenal allerdings erneut überzeugen. Der 33-Jährige bereitete den Ausgleich durch Alphonso Davies vor und brachte die Münchner später per Strafstoß mit 2:1 in Führung.

Am Ende stand zwar nur ein 2:2, doch der Engländer war an beiden Bayern-Treffern direkt beteiligt.

Die Diskussion um Klopps Aussagen zeigt einmal mehr, wie ungewöhnlich Kompanys taktischer Ansatz teilweise ist. Während der Bundestrainer öffentlich seine Verwunderung äußerte, hätte sich Marcel Reif in dieser Situation lieber etwas zurückgehalten.

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