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Hansi Flick kämpft mit einem alten Kovac-Problem ein – die mangelnde Chancenverwertung

Hansi Flick und Niko Kovac
Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Die FC Bayern hat zum zweiten Mal in Folge, trotz bester Torchancen, ein Bundesliga-Spiel verloren. Die 1:2-Niederlage im Topspiel bei Borussia Mönchengladbach macht deutlich, dass Hansi Flick und sein Team von einem alten „Kovac-Problem“ eingeholt werden – die mangelnde Chancenverwertung.

17:7-Torschüsse und 63:37-Prozent Ballbesitz, die Statistiken zu gestrigen 1:2-Auswärtspleite gegen Borussia Mönchengladbach weisen große Ähnlichkeiten mit jenen zur Heimpleite gegen Bayer Leverkusen auf. In beiden Spielen präsentierte sich der FC Bayern über weite Strecken der Partie (drückend) überlegend und dennoch stehen null Punkte aus den letzten beiden Topspielen in der Fussball Bundesliga zu Buche.

Der deutsche Rekordmeister wurde nach zwei Pleiten in Folge auf Platz 6 durchgereicht und hat bereits sieben Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze. Die Suche nach den Ursachen für die erneute „Mini-Krise“ in München fällt nicht allzu schwer. Sowohl die Spieler als auch die Verantwortlichen wissen ganz genau woran es liegt. Die Bayern hadern derzeit mit ihrer mangelhaften Chancenverwertung, einem alt bekannten Problemen, dass bereits zu Zeiten von Niko Kovac immer wieder zum Vorschein kam.

Die Bayern lassen zu viele Großchancen (fahrlässig) liegen

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Gegen Leverkusen war es Serge Gnabry, der nach knapp drei Minuten freistehend von Lukas Hradecky nur den Pfosten traf. In Gladbach schlupfte Thomas Müller in die Gnabry-Rolle, als er in der 8. Minute aus knapp drei Metern den Ball nicht im Tor unterbrachte. Diese beiden Torchancen stehen sinnbildlich dafür, dass den Bayern in der Offensive derzeit die nötige Effizienz fehlt, zumindest in der Bundesliga. Aus den vergangenen 34 Torchancen (!) in der Liga sprang nur ein mageres Tor heraus. Dies ist viel zu wenig, vor allem wenn sich die Gegner auf der Gegenseite deutlich effizienter präsentieren.

Während den Bayern-Fans so langsam aber sicher das Verständnis für die mangelhafte Chancenverwertung abhanden kommt, zeigen sich die FCB-Profis ein wenig ratlos. Laut Thomas Müller liegt es weder an der Einstellung, noch an der Qualität: „Ich sehe keine Leichtfertigkeit bei den vergebenen Torchancen. Wir wollen den Ball nicht über die Linie streicheln oder es zu kompliziert machen. Und dass die Spieler vorne die Qualität haben, ist unbestritten.“

Auffallend ist jedoch die Tatsache, dass die erschreckend schwache Chancenverwertung kein Problem ist, welches erst seit den beiden Niederlagen gegen Leverkusen und Gladbach besteht. In den knapp 1,5 Jahren unter Niko Kovac gab es immer wieder solche Phasen, in denen die Bayern im Angriff zu fahrlässig agierten und dadurch etliche Punkte haben liegen lassen.

Interimscoach Hansi Flick zeigte sich nach der Pleite in Gladbach nicht wirklich unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft, verwies jedoch darauf, dass Fussball Ein Ergebnissport ist: „Am Ende wird beim Fußball mit Toren abgeglichen. Das müssen wir besser machen. Wir sind alle sehr, sehr unzufrieden mit der Punktausbeute aus den letzten zwei Spielen. Die Situation ist aktuell nicht ganz so schön.“