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Die Bayern sind auch nur Menschen – 3 Erkenntnisse nach der historischen Pokal-Pleite

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Foto: Getty Images

Das Pokal-Aus der Bayern gegen Borussia Mönchengladbach war keine normale Niederlage, das 0:5 war eine historische Demütigung aus Sicht der Münchner. Warum und wie es gestern Abend zu der höchsten Pokal-Pleite der Vereinsgeschichte kommen konnte ist offen. Die Antworten darauf werden Julian Nagelsmann & Co. in den kommenden Tagen geben müssen, wenn es denn überhaupt welche gibt. Wir liefern euch bis dahin schonmal die ersten Erkenntnisse zu der denkwürdigen Niederlage.



Nichts, rein gar nichts hat am Mittwochabend darauf hingedeutet, dass die Bayern ein solches Pokal-Debakel gegen Borussia Mönchengladbach erleben werden. Der FCB hat sich in den vergangenen Spielen, selbst ohne ihren Cheftrainer Julian Nagelsmann, in bestechender Form präsentiert. Der Rekordmeister- und Pokalsieger hat seine Gegner teilweise deklassiert, wie beim 5:1 gegen Bayer Leverkusen. Umso überraschender und unerklärlicher ist der gestrige Auftritt im Borussia Park. Wir wagen dennoch einen Versuch.

1. Zu viele Nebenkriegsschauplätze

Uli Hoeneß zeigte sich zu Beginn der Woche noch begeistert von der Art und Weise wie sich die Bayern zuletzt präsentiert haben und betonte, dass er sich manchmal „wie in Hollywood fühlt“. Mit Blick auf die vergangenen Tage feierte der „FC Hollywood“ tatsächlich ein ungewolltes Comeback. Beim FC Bayern ging es zuletzt turbulent zu, womöglich zu turbulent. Angefangen von der drohenden Haftstrafe für Lucas Hernandez, über die Corona-Erkrankung von Julian Nagelsmann und sein Fehlen bis hin zur Impf-Debatte rund um Joshua Kimmich.

Es wurde viel über den FC Bayern diskutiert und geschrieben, oftmals jedoch über Dinge abseits vom Platz. Auch wenn Sportvorstand Hasan Salihamidzic die zahlreichen Nebenkriegsschauplätze nach der 0:5-Pleite nicht als Ausrede gelten lassen wollte, stellte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl treffend fest, dass die „Bayern auch nur Menschen sind“.

2. Ganz ohne Cheftrainer (auf der Bank) geht es dann doch nicht

Wie bereits gegen Lissabon und Hoffenheim mussten die Bayern auch gegen Gladbach auf ihren Cheftrainer Julian Nagelsmann verzichten. Dieser war zwar voll und ganz in die Spielvorbereitung integriert und hat diese maßgeblich geprägt, dennoch fehlte er gestern Abend auf der Trainerbank. Es ist mühselig darüber zu diskutieren, ob es mit Nagelsmann auf der Bank nicht zu diesem Debakel gekommen wäre. Klar ist: Dino Toppmöller trifft die geringste Schuld an der denkwürdigen Pleite.

Dennoch: Nagelsmann ist ein sehr aktiver Trainer, einer der immer wieder versucht von der Seitenlinie seinen Spielern Impulse mit auf den Weg zu geben. Aus seiner Küche heraus war dies gegen Gladbach schlichtweg nicht möglich. Auch wenn Robert Lewandowski & Co. nahezu schon alles in ihrer Karriere erlebt haben, brauchen auch die Bayern-Stars hin und wieder Führung.

Immerhin: Spätestens mit dieser Niederlage ist die steile These von Lothar Matthäus widerlegt, wonach die Bayern auch ohne Trainer „die meisten Spiele ganz einfach gewinnen können“.

3. Zu viele individuelle Fehler führen zum kollektiven Versagen

Auch wenn es nach so einer Leistung sicherlich nicht fair ist einzelne Spieler herauszupicken, muss man dies im Fall von Dayot Upamecano leider dennoch tun. Der 23-jährige Franzose hat ausgerechnet an seinem Geburtstag einen rabenschwarzen Tag erwischt. Der Innenverteidiger wirkte von der ersten Minute an verunsichert. Upamecano war an zwei Gegentreffern direkt beteiligt, leider waren beide, mit Blick auf den jeweiligen Zeitpunkt, aus Sicht der Bayern entscheidend.

Aber die Niederlage nur an Upamecano fest zu machen wäre zu einfach. Auch Alphonso Davies und Benjamin Pavard erwischten auf den defensiven Außenbahnen einen gebrauchten Tag. Das zentrale Mittelfeld rund um Kimmich und Goretzka bekam überhaupt keinen Zugriff und Robert Lewandowski fand in der Offensive der Bayern so gut wie gar nicht statt.

Unter dem Strich es zu viele individuelle Fehler/Aussetzer, die am Ende zu einem „kollektiven Versagen“ geführt haben, wie es Thomas Müller nach dem Spiel treffend festgestellt hat.