Der FC Bayern geht mit großen Ambitionen in die neue Saison. National ist der deutsche Rekordmeister erneut der klare Favorit, international soll nach dem Halbfinal-Aus der vergangenen Spielzeit der nächste Schritt folgen. Doch reicht der aktuelle Kader für den Angriff auf die Champions League? Im FCBinside-Kadercheck nehmen wir die einzelnen Mannschaftsteile unter die Lupe. Nach der Defensive steht nun das Mittelfeld im Fokus.
Geht man davon aus, dass João Palhinha den FC Bayern noch verlassen wird, könnte ausgerechnet das zentrale Mittelfeld zur größten Wette der Münchner Kaderplanung werden.
Mit Leon Goretzka ist ein enorm erfahrener Spieler nicht mehr dabei. Seine Einsatzminuten sollen künftig vor allem Tom Bischof und der erst 18 Jahre alte Bara Sapoko Ndiaye auffangen. Auf einen namhaften externen Ersatz verzichteten Max Eberl und Christoph Freund bewusst.
Bayern vertraut Bischof und Ndiaye
Das Stammduo dürfte ohnehin aus Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic bestehen. Beide verfügen über enorme Qualitäten mit dem Ball und können das Münchner Spiel aus der Tiefe prägen.
Die entscheidende Frage lautet allerdings: Was passiert, wenn einer der beiden ausfällt? Gerade über eine komplette Saison mit Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League werden Kimmich und Pavlovic kaum jedes Spiel bestreiten können.
Für Bischof eröffnet sich dadurch eine große Chance. Der 21-Jährige kann sich mit regelmäßigen Einsätzen endgültig beim Rekordmeister etablieren. Noch größer ist das Fragezeichen bei Ndiaye. Die Bayern trauen dem Youngster viel zu, dennoch soll ein 18-Jähriger einen Teil jener Minuten übernehmen, die zuvor einem gestandenen Profi wie Goretzka gehörten.
Alternativen wären vorhanden. Konrad Laimer kann im Zentrum eingesetzt werden, auch Nathaniel Brown bringt Erfahrungen aus dem Mittelfeld mit. Beide sind allerdings in erster Linie für die Außenverteidigerpositionen eingeplant.
Das defensive Profil fehlt

Noch spannender ist die Frage nach der Zusammensetzung des Mittelfelds. Kimmich und Pavlovic besitzen ihre größten Stärken im Spiel mit dem Ball. Gegen den Ball kann das Duo hingegen verwundbarer sein.
Ein klar defensiv ausgerichtetes Weltklasse-Profil wie Rodri, Declan Rice oder João Neves haben die Bayern nicht im Kader. Gerade auf höchstem Champions-League-Niveau könnte das zum entscheidenden Faktor werden.
Palhinha würde dieses Profil grundsätzlich verkörpern, besitzt unter Vincent Kompany aber keine sportliche Perspektive und soll verkauft werden. Einen Ersatz wollen die Münchner offenbar nicht verpflichten.
Fazit: Der FC Bayern geht im vielleicht entscheidenden Mannschaftsteil bewusst ins Risiko. Kimmich und Pavlovic haben zweifellos das Potenzial für ein Mittelfeld auf Weltklasse-Niveau. Dahinter setzen die Verantwortlichen jedoch stark auf die Entwicklung von Bischof und Ndiaye.
Geht dieser Plan auf, könnten die Bayern langfristig profitieren. Kommen Verletzungen oder Formprobleme hinzu, könnte sich der Verzicht auf ein weiteres defensivstarkes Mittelfeldprofil spätestens in den großen Champions-League-Spielen bemerkbar machen.

